Serie "Engagiert in Franken"

Fördermaßnahmen: Davon können Ehrenamtliche in Franken profitieren

Menschen, die sich für eine gute Sache einsetzen, tun das nicht, weil sie etwas davon haben. Trotzdem können sie Vorteile davon haben - ein Überblick.
Bei der Steuererklärung müssen Ehrenamtliche einiges beachten. Armin Weigel/dpa
 
von NATALIE SCHALK
Über 30 Millionen Bürger engagieren sich dem im Frühjahr veröffentlichten Freiwilligensurvey zufolge ehrenamtlich. Kritiker bemängeln, dass Bereiche wie der soziale Sektor, die Arbeit mit Armen, Obdachlosen oder Flüchtlingen in immer stärkerem Maße von diesem Engagement abhängen, doch politisch ist die Zunahme der Freiwilligenarbeit gewollt. Sie wird auf vielfältige Weise gefördert und gewürdigt.

1.Steuerfreibeträge: Auf eine Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Arbeit müssen keine Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden, wenn sie nebenberuflich ausgeübt wird (maximal ein Drittel der Arbeitszeit einer vergleichbaren Vollzeitstelle). Und es gibt Obergrenzen: Die Übungsleiterpauschale liegt bei 2400 Euro, die Ehrenamtspauschale bei 720 Euro pro Jahr. Übungsleiter sind pädagogisch tätig, z.B. als Jugendleiter, Trainer, Pfleger. Die Ehrenamtspauschale kann auch für Büro-, Hausmeister- oder Reinigungsarbeiten gezahlt werden.

2.Ehrenamtskarte: Ob Sondervorstellung der Naturbühne in Trebgast, vergünstigter Eintritt in die Freizeitparks Schloss Thurn und Geiselwind, ob Rabatt beim Frisör, im Fitnessstudio oder Museum: Bei etwa 4000 Einrichtungen bekommen Besitzer der Ehrenamtskarte in Bayern Vergünstigungen. Genauere Informationen gibt es bei den Landkreisen und kreisfreien Städten. Dort kann die Ehrenamtskarte auch beantragt werden; fast alle machen mit. Nur wer in den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen oder in den kreisfreien Städten Coburg und Erlangen wohnt, kann die Karte dem Bayerischen Sozialministerium zufolge nicht bekommen. Überall sonst erhalten Bürger über 16 Jahre eine blaue Ehrenamtskarte, wenn sie sich seit zwei Jahren im Schnitt fünf Stunden pro Woche engagieren. Außerdem gibt's die Karte für Inhaber einer Jugendleitercard und aktive Feuerwehrler, Einsatzkräfte im Katastrophenschutz und Rettungsdienst. Besonders Engagierten wird die Goldene Ehrenamtskarte verliehen.

3.Ehrenamtsnachweis: Verbände der Freien Wohlfahrtspflege Bayern erteilen einen "Ehrenamtsnachweis": eine Urkunde mit einem Beiblatt, auf dem Zeit, Tätigkeitsbereiche, Fortbildungen, persönliche und fachliche Kompetenzen und Fähigkeiten im Zusammenhang mit dem Ehrenamt dokumentiert werden: ein guter Nachweis für Bewerbungen. Auf Wunsch stellen andere Organisationen häufig ebenfalls eine qualifizierte Bescheinigung über die Tätigkeit im Ehrenamt aus.

4.Auszeichnungen: Mit einer Vielzahl an Preisen wird außergewöhnliches Engagement öffentlich gewürdigt. Den Deutschen Engagementpreis verleiht das Bundessozialministerium immer am 5. Dezember, dem Tag des Ehrenamts. Eine Übersicht zu bundes- und bayernweiten Ausschreibungen bietet die Seite www.buergergesellschaft.de in der Rubrik "Mitteilen". Es gibt Preise in allen möglichen Bereichen: für soziale Verdienste, für Leistungen im Fußballsport, für Studenten. Außerdem gibt es zahlreiche regionale Auszeichnungen, und auch die Mediengruppe Oberfranken würdigt die Leistung der Ehrenamtlichen: Gemeinsam mit der Stadt Bamberg vergibt der Fränkische Tag zwei Mal im Jahr die Bamberger Bürgernadel an ehrenamtlich engagierte Menschen, die trotz ihres selbstlosen Einsatzes bescheiden im Hintergrund wirken. Die Vorschläge kommen aus der Bevölkerung (per Mail mit Begründung an anja.klueser@stadt.bamberg.de). Eine Jury trifft die Auswahl. Und in Kulmbach sucht die Redaktion der Bayerischen Rundschau derzeit wie jedes Jahr "Helden des Alltags" für den Bürgerpreis (Vorschläge an redaktion.kulmbach@infranken.de).

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