Bamberg
Festakt

Flagge für Tibet zeigen

In der Harmonie feierte die Tibet-Initiative Deutschland das 20-jährige Bestehen ihrer Solidaritätsveranstaltungen. Seit 1999 zeigt Bamberg Flagge.
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Kelsang Gyaltsen sprach als langjähriger Sondergesandter des Dalai Lama in Europa.  Foto: RiegerPress
Kelsang Gyaltsen sprach als langjähriger Sondergesandter des Dalai Lama in Europa. Foto: RiegerPress
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An jedem 10. März werden in weit mehr als 1000 deutschen Städten und Kommunen die Flaggen der Tibeter gehisst. Damit bekundet man auch in Bamberg die Solidarität mit einem Land, das seit Anfang der 50er-Jahre unter chinesischer Zwangsherrschaft ist. Wobei der 10. März seit 1959 für den "Tag des Tibetaufstands" steht.


21 Städte

Ins Leben gerufen wurde die Solidaritätsbekundung von der "Tibet Initiative Deutschland" (TID) vor 20 Jahren. Was damals mit 21 Städten begann, entwickelte sich zur größten deutschen Solidaritätsaktion für Tibet. Im Rahmen einer Festveranstaltung feierte die Tibet-Initiative im Spiegelsaal der Harmonie mit rund 100 Bürgermeistern und Vertretern der Unterstützungsstädte nun dieses Bestehen. "Wir setzen damit alljährlich ein starkes Zeichen unserer Solidarität mit den unterdrückten Tibetern. Diese bekommen die Aktion auch mit und freuen sich, dass wir sie bei ihrer friedlichen Protestaktion unterstützen", sagte Wolfgang Grader, Vorsitzender der TID.

Allerdings, so wurde während der Veranstaltung deutlich, war es kein einfacher Weg, so viele Unterstützer zu finden. Einige der Tibet-Aktivsten schilderten den Aufwand, der nötig ist, um jährlich genügend Teilnehmer für die Protestaktion zu finden. Auch berichteten sie von "Einschüchterungsversuchen", die immer wieder von Konsulaten an meist Großstädte gerichtet werden. Selbst die bayerische Regierung hätte das Hissen der tibetischen Fahne schon als Rechtswidrigkeit angeprangert.



Dank an alle Unterstützer

"Umso mehr möchte ich allen Unterstützern danken, die sich jährlich entscheiden, Flagge zu zeigen gegen die Unterdrückung der Tibeter", freute sich der langjährige Sondergesandter des Dalai Lama in Europa, Kelsang Gyaltsen. Zumal China ein sehr mächtiges Land sei, dessen Einfluss man auch in Deutschland und Europa spüren würde. Für die Tibeter hingegen sei die Solidarität ein wichtiges Zeichen, das ihnen Kraft gebe und vor allem zeige, dass sie im friedlichen Kampf um ihre Freiheit nicht allein sind. Aller Unterdrückung zum Trotz halte der Dalai Lama weiter an seiner Leitlinie fest, mit friedlichen Mitteln ihre Autonomie zu erreichen.


Fahne als Symbol

Seit dem Jahr 1999 zeigt Bamberg Flagge für Tibet. "Flagge zu zeigen, hat in Bamberg eine besondere Bedeutung. Denn einmal im Jahr nehmen wir auch die Bayernfahne ab und ersetzen sie durch die Frankenfahne", sagte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) zu dem Anlass. Die tibetische Fahne sei für Bamberg ein deutliches Zeichen mit starkem Symbolcharakter. Sie sei ein Signal der Solidarität und der Unterstützung des tibetischen Anliegens. So ist Bambergs Oberbürgermeister seit 2015 auch Schirmherr der Flaggenkampagne für Tibet. Im Rahmen der Festveranstaltung reichte er sie nun an die Stadt Darmstadt weiter.


Umfrage: Warum beweisen sie Solidarität mit Tibet?

Bernd Fricke (Grüne), Zweiter Bürgermeister, Stegaurach: "Ich war einmal im nördlichen Teil von Indien unterwegs und traf dabei auf tibetische Nomaden, die dort als Flüchtlinge lebten. Ich bin mit ihnen über ihre Unterdrückung ins Gespräch gekommen. Stellvertretend für alle anderen Völker, die ebenso nicht selbstbestimmt leben können, finde ich es wichtig, dass inzwischen so viele Städte und Kommunen ihre Solidarität mit den Tibetern zeigen."

Ludwig Wolf (BBL/FW), Zweiter Bürgermeister, Hallstadt: "Hallstadt hisst seit sechs Jahren die Flagge von Tibet und setzt sich damit für die Stärkung der Menschenrechte in der ganzen Welt ein. Denn die Menschenrechte sind ein hohes Gut, das es unter allen Umständen zu schützen gilt. Insbesondere wollen wir aber damit auf die Unterdrückung von Tibet durch China aufmerksam machen und unterstützen somit den friedlichen Protest der Tibeter."

Wolfgang Möhrlein (CSU), Erster Bürgermeister, Litzendorf: "Seit 13 Jahren hängt auch bei uns in Litzendorf am 10. März eines jeden Jahres die Fahne der Tibeter. Es ist uns in all den Jahren schon eine Selbstverständlichkeit geworden, dieses symbolische Zeichen nach außen zu präsentieren. Denn es werden gerade in jüngster Zeit immer mehr Völker auf der Welt in ihren Rechten unterdrückt. Dies sollte uns nicht wegschauen lassen."
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