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Region  // Bamberg

Prozess

Vergewaltigung in Streitberg: Zeuge wird im Gerichtssaal festgenommen

Wegen einer uneidlichen Falschaussage im Prozess gegen einen mutmaßlichen Vergewaltiger ließ der Staatsanwalt einen Zeugen in die Haftzelle bringen.
Der Angeklagte (r.) spricht vor Prozessbeginn mit seinem Dolmetscher.  Foto: Matthias Hoch
 
von PETER GROSCURTH
Paukenschlag im Prozess gegen einen Iraner (38), der in einer Asylunterkunft in Streitberg am 6. April 2016 eine Landsfrau vergewaltigt haben soll. In der gestrigen Verhandlung des Landgerichts Bamberg ließ Staatsanwalt Stephan Schäl einen 28-jährigen Zeugen wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage vorläufig festnehmen.

Der Flüchtling hatte zuvor mehrmals behauptet, dass das Opfer der Vergewaltigung, die früher auch mit dem Angeklagten zusammen war, bereits am Tag vor der Tat Hämatome am rechten Oberarm aufgewiesen habe. Richter Martin Barnickel warnte noch den Zeugen: "Ihre Aussagen stimmen nicht mit den objektiven Beweisen wie Untersuchung oder Fotos, wie sie nach der Tat gemacht wurden, überein." Doch der Mann blieb bei seiner Aussage und der Staatsanwalt griff daher durch und ordnete die Festnahme an.

Zunächst wurde der Mann für die Dauer des restlichen Prozesstages in eine Haftzelle gebracht. Zudem wird nun auch gegen ihn wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage ermittelt. Ein Vergehen, das mit Freiheitsstrafen zwischen drei Monaten bis hin zu fünf Jahren geahndet werden kann.

Zu Beginn des dritten Verhandlungstages hatte Richter Barnickel den Angeklagten Babak A. darauf hingewiesen, dass er je nach dem weiteren Ablauf des Verfahrens mit einer Gefängnisstrafe zwischen zwei Jahren, drei Monaten und zwei Jahren, zehn Monaten zu rechnen habe. Damit bliebe das Strafmaß unter vier Jahren, das sonst bei Landgerichten mindestens erfüllt werden müsse.


Erzählungen widersprechen sich

Im Anschluss meinte ein Zeuge, der den Angeklagten in Streitberg vor einem Jahr kennengelernt hatte: "Er hatte mit der Frau ein sehr gutes Verhältnis, er spürte große Zuneigung und Liebe gegenüber dieser Frau. Sie dagegen behandelte ihn entweder gut oder sagte nein. Sie hatte kein psychisches Gleichgewicht, nur wenn sie getrunken hatte, zeigte sie Zuneigung." Eines Tages habe der Angeklagte dies dem Zeugen gesagt und beklagt, dass sie ihn manchmal ignoriere, daher sollte der Zeuge als Vermittler auftreten.

"Er hat sie sehr geliebt. Ich habe oft gedacht, es ist nicht normal, so zu lieben." Der Zeuge riet A., diese Beziehung abzubrechen. Er habe so viel in diese Liebe investiert, aber er bekam nichts zurück. A. hatte vor, sie zu heiraten. Sogar der jüngere Sohn seiner Partnerin soll Vater zu ihm gesagt haben. Der Zeuge hatte nie das Gefühl, dass die Frau ehrlich sei. Sie soll finanziell abhängig gewesen sein und war manchmal vier oder fünf Tage verschwunden gewesen - und der Angeklagte kümmerte sich solange um ihre beiden Kinder.

Ein Ermittler für Sexualdelikte aus Bamberg erzählte dem Richter von den Vernehmungen des mutmaßlichen Täters und des Opfers: "Der Angeklagte räumte den Sexualakt ein und sagte auch, dass die Frau zunächst keinen Sex wollte. Daher habe er sie umgarnt, liebkost und dann hätten beide zunächst Oralverkehr gehabt und schließlich auch Geschlechtsverkehr."


Gedroht, die Frau zu töten?

Der Kripobeamte erinnerte sich dann an das Opfer zurück: "Die Frau war während der Vernehmung sehr aufgeräumt." Sie habe aber alles anders geschildert. Demnach habe sich Babak A. gewaltsam Eintritt ins Zimmer verschafft und sei über seine Ex-Freundin hergefallen. Schließlich legte er die Hand an ihre Kehle, um so Macht ihr gegenüber zu demonstrieren. Diesen Punkt enthält auch die Anklageschrift. In der Vernehmung sagte die Frau auch, A. habe zwei Gesichter. Er könne liebevoll sein, aber auch das böse Gesicht zeigen.

Bereits am ersten Tag der Verhandlung hatte das mutmaßliche Opfer erzählt, was am 6. April im Zimmer der Asylunterkunft geschehen sein soll: "Das, was nicht getan werden sollte, ist passiert."

Zudem soll der Mann gedroht haben, sein Opfer zu töten, wenn sie etwas verraten solle. Diese Darstellung wiesen der Angeklagte sowie sein Verteidiger, Christian Barthelmes, entschieden zurück. Laut Babak A. soll der Sex einvernehmlich gewesen sein. Am Freitag soll die Verhandlung fortgesetzt werden.
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