Gerüchte

Feiert die Band "Böhse Onkelz" 2014 ein Comeback?

Eine virale Kampagne der Band "Böhse Onkelz" schlägt derzeit hohe Wellen, Deutschrock-Fans überschlagen sich im Internet mit Vermutungen und Hoffnungen. Angeheizt wird die Diskussion durch einen Countdown auf der Homepage der Band. Was steckt dahinter?
Ein Screenshot der Böhse-Onkelz-Homepage vom 22. Januar 2014.
 
von TOBIAS STICH
Ein 34-sekündiges Video der Band "Böhse Onkelz" mit dem Titel "Nichts ist für die Ewigkeit" rauscht derzeit auf allen Kanälen durch das deutschsprachige Web. Auf Twitter, YouTube und Facebook diskutieren Fans der Böhsen Onkelz seit Anfang der Woche über den veröffentlichten Trailer, der viel Raum für Vermutungen lässt. Einzig die Jahreszahl "2014" sowie ein bekannter Songtitel der Gruppe ("Nichts ist für die Ewigkeit") tauchen in dem kurzen Clip auf - dramatisch unterlegt mit Gewitterszenen, akustisch begleitet von verheißungsvollem Dröhnen und Donner. Zum Schluss wird der Zuschauer aufgefordert, sich auf der Homepage der Böhsen Onkelz zu registrieren.



Während viele lediglich einen weiteren DVD-Release oder ein neues Best-Of-Album erwarten, scheinen manche Fans schon mehr zu wissen. Gerüchte über ein mögliches Comeback der Frankfurter Gruppe in Originalbesetzung machen die Runde, ebenso wie der Wunsch, die Musiker würden sich für neue Konzerte zusammenschließen.


Konzert im Juni 2014?
Wie es aussieht, scheinen die Wünsche und Hoffnungen der Fans nicht gänzlich unbegründet. Das Internetmagazin "Das Rockt!" will aus Bandkreisen erfahren haben, dass die Böhsen Onkelz am 20. Juni in Hockenheim ein Konzert geben.

Neben ungehaltener Freude im Web stehen viele Onkelz-Anhänger einer möglichen Wiedervereinigung jedoch kritisch gegenüber. Kommentare wie "Haben sie ihr Vermögen etwa schon durchgebracht?" oder "Das würde alles in Frage stellen, wofür die Band einst stand!" finden sich unter den rund 400 Kommentaren, die User unter einem Beitrag auf der offiziellen Facebook-Seite der Onkelz geschrieben haben.

Die Kritik verwundert kaum, hatte sich die Gruppe doch vor neun Jahren zu ihrem mehrtägigen Abschiedskonzert am Lausitzring tränenreich und pathetisch vor rund 120.000 Fans endgültig aus dem Musikgeschäft verabschiedet. Ein Comeback hatten Sänger Kevin Russell, Stephan Weidner, Matthias "Gonzo" Röhr und Peter "Pe" Schorowsky stets vehement ausgeschlossen - eigentlich. Bleibt also abzuwarten, wie lange die "Ewigkeit" in diesem Fall noch dauert.


Stets umstritten - zu Recht?
Die aktive Karriere der Böhsen Onkelz währte von 1980 bis 2005. Wegen der ihnen vorgeworfenen Nähe zum Rechtsrock Anfang der 80er Jahre, ausgelöst durch zwei Demo-Titel, die jedoch nie offiziell veröffentlicht wurden, musste die Band auch später noch oft Kritik einstecken.

Trotz mehrfacher Distanzierung vom Rechtsextremismus in ihren Liedern und verstärktem Engagement mit "Gegen Rechts"-Aktionen wurden die Frankfurter bis zuletzt von der Mehrheit der Musik-TV-Sender und Radiostationen boykottiert. Die fehlende Screentime tat dem Erfolg der Onkelz keinen Abbruch. Speziell in den 90er Jahren schaffte die Gruppe ohne zusätzliche Werbung mit diversen Studioalben den Sprung auf Platz 1 der deutschen Charts.

Ein bis heute ebenso unerreichtes wie einmaliges Phänomen im deutschen Musikgeschäft, das entfernt an die jüngst in den Medien stark diskutierte deutschsprachige Rockgruppe Frei.Wild erinnert.

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