Stadelhofen
Jubiläum

Feierlaune ganz nahe dem Himmel

Zur 125-Jahr-Feier der Kirche "Unsere liebe Frau von Lourdes" mit dem Erzbischof kamen viele Gläubige nach Schederndorf.
Artikel einbetten
Die beiden Kommunionkinder Valentina Lang und Nina Dechant begrüßen Erzbischof Ludwig Schick mit einem Lied und einem Blumenstrauß. Fotos: Joseph Beck
Die beiden Kommunionkinder Valentina Lang und Nina Dechant begrüßen Erzbischof Ludwig Schick mit einem Lied und einem Blumenstrauß. Fotos: Joseph Beck
+16 Bilder
Es war wieder so ein Tag, wo sich Himmel und Erde sehr nahe sind. Der Ort, Schederndorf bei Stadelhofen, das den 125. Jahrestag seiner Kirche "Unsere Liebe Frau von Lourdes" zusammen mit Erzbischof Ludwig Schick feierte. Der Jura und der Erzbischof bildeten sichtbar eine Einheit bei strahlendem Sonnenschein, kein noch so kleines Wölkchen störte. Der ganze Ort hattte sich festlich herausgeputzt für diesen Tag.

Nach der kurzen Begrüßung am Dorfeingang marschierten die Ministranten, die Feuerwehrler mit Fahnenbegleitung, Kirchen- und Pfarrgemeinderäte, Ehrengäste und alle anderen mit den Bläsern des Musikvereins Stadelhofen unter ihrem Dirigenten Christian Schmitt zum Festplatz in der Dorfmitte vor der Kirche. Dort fand auch die eigentliche Feier statt, da die kleine Kapelle die vielen Gläubigen aus dem Ort, den Nachbardörfern und die Fans des Erzbischofs aus dem ganzen Landkreis auch gar nicht gefasst hätte. Insofern war die Nähe zum Himmel auch notwendig.

Auch Archivar Josef Urban hatte nicht herausgefunden, dass jemals ein Erzbischof aus Bamberg Schederndorf die Ehre seines Besuches geschenkt hätte. Altmesner Willi Dück, der selbst 60 Jahre Dienst verrichtet hatte, konnte sich auch nur an Visitationen oder Kurzbesuche erinnern.


Ständchen für den Erzbischof

Die beiden Kommunionkinder Valentina Lang und Nina Dechant begrüßten den Erzbischof mit einem Lied und einem Blumenstrauß. Anschließend brachte Kornelia Hügerich ihre große Freude im Namen des Pfarrgemeinderates und des ganzen Dorfes zum Ausdruck. Nach besorgten Worten auch über den Fortbestand der Seelsorge auf dem Jura pries sie die Entscheidung des Domberges, ihnen mit Pfarrer Michael Herrmann den richtigen Seelsorger geschickt zu haben. "Herrmann erreicht mit seinem Pfeil jeden Winkel im Jura. Er weiß genau, was Petrus von uns Christen einfordert." Schelmisch schloss sie ihre Begrüßung: "Gerne reiche ich Ihnen deshalb die Hand, auch stellvertretend für den gesamten Freistaat Schederndorf."

Als nächster Redner dankte Dritter Bürgermeister Wolfgang Schrauder im Namen der Gemeinde Stadelhofen Schick für seinen Besuch. Er sprach auch im Namen von MdL Heinrich Rudrof. Natürlich hieß auch Michael Herrmann seinen obersten Dienstherrn herzlich willkommen. Er dankte besonders dem früheren Mesnerehepaar Ludwina und Willi Dück für ihre jahrzehntelangen Dienste sowie allen weiteren Helfern. Da das Komitee die Rednerliste stark beschränkt hatte, kam Georg Schrenker für die Pfarrei Stadelhofen nicht mehr zu Wort, der Erzbischof nahm aber auch seine Spende sowie die aller Vorredner für seine Stiftungen dankbar entgegen.

Den Festgottesdienst feierte der Erzbischof in Konzelebration mit Pfarrer Herrmann, es fungierte als Zeremoniar Michael Herbst aus Hohenpölz. In seiner Predigt dankte Schick zunächst allen, die zum Bau und Erhalt der Kapelle beigetragen haben, den freundlichen Mesnerinnen Angelika Eberlein und Käthe Will und natürlich auch dem neuen "Pfeil vom Jura". Dann forderte er die Gläubigen auf, authentische Christen zu sein, die profiliert Kante zeigen. "Wir müssen die eigenen Stärken unseres christlichen Abendlandes uns wieder mehr ins Bewußtsein bringen", forderte er.

Während der Erzbischof nach der Messfeier sich unter das Volk mischte und mit vielen persönlich einige Worte wechselte, gab der Musikverein Stadelhofen vor dem Ferrarisaal der Gastwirtschaft Will ein Standkonzert.


Überschwängliche Freude

Im Saal fand anschließend das Kirchweihessen statt. Hier ging es dann doch noch einmal um die neu geschaffenen Tatsachen des "Freistaates Schederndorf", wozu man nun ja auch eine Präsidentin brauche, denn einige aus den umliegenden Dörfern zählten bereits die dazugehörigen Kolonialstaaten auf. Den "Pfeil vom Jura" in "Silberpfeil vom Jura" könne man doch nicht umbenennen, denn so hießen die Autos der Konkurrenzmarke Mercedes.

Zum Glück riefen die Glocken zur Nachmittagsandacht, wer weiß, wohin in ihrer überschwänglichen Freude über diesen Festtag die Schederndorfer noch gekommen wären. Gegönnt haben es ihnen alle.
Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren