Fasching

Faschingsumzug Hollfeld: feiern wie am Zuckerhut

Es regnete, doch die Hollfelder Narren sind nicht aus Zucker. Stattdessen feierten sie wie am Zuckerhut - und bauten sich "Bonbales-Auffanggeräte".
Sonnige Sommerstimmung im Regenwetter: eine Sambatänzerin Foto: Ronald Wittek/Nordbayerischer Kurier
 
von ANNA LIENHARDT
Felix Appel aus der Stadtverwaltung bringt es direkt auf den Punkt: "Die Stimmung war dem Wetter nicht entsprechend." Auf dem Spitalplatz war's trotz des Regenwetters genauso laut wie im Vorjahr, denn "wer Lust auf Fasching hat, der kommt", sagt Appel.

Insgesamt haben sich nach seiner Schätzung rund 2000 Narren auf den Straßen blicken lassen, obwohl es kurz vor Beginn des Umzugs noch heftig geregnet hatte. Doch pünktlich zum Beginn des Gaudiwurms standen die Faschingsfreunde parat, gewappnet mit Regenjacken und Schirmen. "Wir sind ja nicht aus Zucker!", so Appel.
Wie frisch eingeflogen vom Zuckerhut wirkte manche Sambatänzerin, die sich genauso wenig die Stimmung vermiesen lies wie die anderen Teilnehmer des Zuges und die Zuschauer. An diesen zogen rund 20 Wagen vorbei, 32 Gruppen nahmen insgesamt teil. Sie widmeten sich unter anderem Themen aus der Kommunalpolitik, etwa der Diskussion um den Gehsteigbau in Schönfeld. Die Bürger sollen dort über die sogenannte Straßenausbausatzung zur Kasse gebeten werden.

Ebenfalls ums Finanzielle ging es in Hinblick auf die Landesgartenschau, die dieses Jahr in Bayreuth stattfindet: Der Landrat möge doch bitte darauf achten, nicht zu viel Geld für ein "Prestigeobjekt", den "Regional-Pavillion", rauszuhauen.

Apropos raushauen: Als von den Faschingswagen ordentlich Kamellen flogen, "haben viele Besucher ihre Regenschirme in ein Bonbales-Auffanggerät umfunktioniert", wie es Felix Appel formuliert. Die Ausbeute an Bonbons durfte ordentlich gewesen sein, waren doch dieses Jahr sechs Gruppen mehr am Umzug beteiligt als noch 2015.


Keine unpassenden Wagen zum Asyl-Thema

Keine einzige Teilnehmergruppe habe einen unpassenden Motivwagen gebaut sagt Appel. Er spielt auf einen Faschingsumzug in Oberbayern an, wo ein als Panzer stilisierter Wagen mit der Aufschrift "Asylabwehr" mitgefahren war. Solch eine Entgleisung in Hollfeld? Fehlanzeige.

Stattdessen pure Faschingsfreude. Rund eineinhalb Stunden schallte es überall "helauuu", und als die Sambatrommler vorbeizogen, wurde die Musik runtergedreht, damit alle im Rhythmus wippen konnten. Appel findet: "Hollfeld entwickelt sich langsam zur kleinen, feinen, fränkischen Faschingshochburg." Und in der wurde natürlich nach dem Umzug weitergefeiert: "Unsere Wirtshäuser platzen aus allen Nähten."

zum Thema "Fasching Bamberg"






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