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Kirche

"Eintrittskarte" in den Himmel

Das Wochenende stand im Zeichen des Heinrichsfestes. Rund um den Dom gab es ein buntes Programm für Jung und Alt - Bewährtes und Neues. Und einen Erzbischof, der nicht predigte.
Erzbischof Ludwig Schick trommelt  mit Besuchern aus dem Senegal. Foto:  Barbara Herbst
 
Noah Köhler zieht sein Näschen kraus: "Wieso, der Regen war doch gar nicht schlimm", meint der Zehnjährige verblüfft. Als einer der jüngsten Domchorsänger hat der Bub im Eifer des Auftritts wohl gar nicht so richtig registriert, dass der Festgottesdienst auf dem Domplatz ein rechter Härtetest war. In der Tat schafften es Domchor, Mädchenkantorei, Projektband der Werkstatt NGL und Bamberger Symphoniker trotz brillanten Einsatzes nicht, die nassen Wolken zu vertreiben. Just nach der Wandlung setzte ein derart heftiger Platzregen ein, so dass Hunderte in den Dom drängten.

Draußen blieben Erzbischof Ludwig Schick und die meisten Priester: Sie haben sich ihre Eintrittskarte in den irgendwann einmal aufhellenden Himmel sicher verdient. Denn ob man für den Himmel eigentlich eine solche braucht, wollten schon am Vorabend des Heinrichsfestes junge Leute wissen. Sie strömten zur Jugendnacht im Dom und erlebten bis ein Uhr morgens eine fulminante Lichtinstallation des Künstlers Stefan Knor. Die Kathedrale leuchtete in allen nur denkbaren Farbschattierungen.

Meditative Impulse rund um den Himmel sorgten dafür, dass nicht das bunte Spektakel samt gigantischer, aufgebauter Himmelsleiter im Vordergrund stand. "Der Himmel ist in deinem Herzen", lautete eine Textzeile. Und die Heinrichsfestbesucher des Sonntags bewiesen, dass der Draht nach oben im Innersten zu glühen beginnt. Wie hatte es doch in der Predigt geheißen? "Wer dem Himmel entgegen gehen will, darf am Nächsten nicht vorbei gehen", erklärte Maximilian Heim, Abt des österreichischen Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz, dem Erzbischof Schick das Predigen überlassen hatte. Immerhin gelang dem Abt so etwas wie ein Heimspiel. Der gebürtige Kronacher stammt also aus dem Erzbistum Bamberg.

Was es heißt, am Nächsten nicht vorbei zu gehen, machten zahlreiche kirchliche Organisationen deutlich. Sie luden in ihre Budenstadt ein, um sich ein Bild zu machen vom vielfältigen Einsatz zugunsten von Menschen in aller Welt. Von "Ackermann-Gemeinde" bis "Zubza Weisendorf" reichte die Spannbreite.

Unübersehbar lockte der zwanzig Meter lange Missio-Truck zum Betreten - trotz des bitterernsten Innenlebens. Flucht und Migration im Kongo thematisiert der interaktive Rundgang durch den Lkw: "Bedrückend und aufregend", fand das Noahs Mutter Claudia, die ihr Söhnchen fest an die Hand nahm. Ohne Begleitung Erwachsener ließ Missio-Mitarbeiterin Lisa-Marie Schulz keine Kinder hinein.

Heiterer ging es vor dem Bischofshaus zu, wo die DJK ein spritziges Sport- und Showprogramm auf die Beine gestellt hatte. In der Alten Hofhaltung spielten unverdrossen die Don Bosco Musikanten auf, während Bratwürste und Kolping-Bier schmeckten. Derweil spülten in stoischer Gelassenheit die Ordensschwestern Natalie aus Oberkotzau, Sieglinde aus Auerbach und Friedgard aus Bamberg Geschirr: Das "Berufungs-Weck-Café" mit der Schmalzgebäckspezialität "Heinrichshasen" verzeichnete regen Zulauf. Doch wo waren die Ordensbrüder zum Abtrocknen? "So viele gibt es ja nicht", lachte Schwester Natalie und schnappte sich die nächsten Tassen.

Mit großen Augen zogen zehn Afrikaner um den Dom: eine Gruppe junger Erwachsener aus Bambergs senegalesischem Partnerbistum Thiès, die für zwei Wochen von der Burg Feuerstein aus die Erzdiözese erkundet. "So ein Fest kennen wir nicht", sagte Abbé Pierre Ndione, der als Diözesanjugendseelsorger die Thièser begleitet. Es sei eine "gute Gelegenheit, sich zu treffen", meinte der Priester und schwärmte geradezu von der Jugendnacht mit ihrer "schönen Harmonie von Licht und Spiritualität".

Weiter ging es in die Nagelkapelle im Dom, in diesen von der "Vereinigung des katholischen Apostolats" gestalteten "Raum der Stille und der Anbetung". Ein wohltuender Kontrast zum Jahrmarktähnlichen Treiben in der Kathedrale selbst, in der Besinnung Suchende kaum fündig wurden. Dafür gab es andernorts weitere Kurzweil: Kindermusical, Theaterstück zum 1000-jährigen Domjubiläum, Schauspielszenen mit dem Agil-Spielensemble und vieles mehr.

Jochen Hegemann, Einsatzleiter des Malteser-Hilfsdienstes, verzeichnete keine besonderen Vorkommnisse "bis auf ein paar Pflaster". Und Angelika Muthmann vom Bamberger "Weltladen" konnte am Nachmittag ihre Waren wie Kaffee, Tee, Honig und Kunsthandwerk wieder auf die Tische ausbreiten. Petrus hatte ein Einsehen mit den Festgästen. Oder wer auch immer: "Den Himmel kann man nicht beschreiben, weil das zu hoch für unseren Verstand ist", meinten jedenfalls Schüler der Von-Lerchenfeld-Schule (Privates Förderzentrum Hören) schon in der Jugendnacht.





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