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Bildungsstreik

"Ein Verweis, auf den ich stolz bin!"

Obwohl das Kultusministerium für streikende Schüler Ordnungsstrafen angedroht hatte, nahmen dennoch viele Schüler am Bildungsstreik teil. Rund zwei Stunden zogen sie zusammen mit Studenten quer durch die Innenstadt und zeigten ihren Unmut über das in ihren Augen marode Bildungssystem.
Insgesamt zogen am Mittwoch rund 700 Schüler und Studenten durch die Innenstadt von Bamberg
 
Einen denkwürdigen Tag haben sich die Bamberger Schüler und Studenten für ihren gestrigen Bildungsstreik ausgesucht: Gingen doch schon vor 56 Jahren erstmals die Bürger der DDR auf die Straßen, um für Freiheit zu kämpfen. Insgesamt zogen am Vormittag rund 700 Schüler und Studenten durch die Innenstadt von Bamberg, um für ein besseres und vor allem kostenfreies Bildungssystem sich stark zu machen. Und dies obwohl es den Schülern, nach vorsichtigen Schätzungen bestand mehr als die Hälfte der Demonstranten aus Schülern, verboten war, während der Unterrichtszeit ihre Meinung zu äußern.

Viele sind für eine Gesamtschule

Bereits gegen acht Uhr morgens versammelten sich an die 200 bis 300 Schüler am Gabelmann zum Auftaktprogramm. Neben musikalischer Umrahmung und Informationsbeiträgen konnten sich auch Schüler und Studenten frei zu Wort melden und ihre Forderungen an die Politik formulieren. Viele aber berichteten zunächst über den Druck, der von Seiten der Lehrer auf ihnen ausgeübt wurde. Inhaltlich hingegen äußerten die Redner, dass der Druck des G-8 viel zu schwer auf den Schultern der Schüler laste oder dass an den Schulen die Selbstbestimmung fehle. Ferner sprachen sich einige für eine Gesamtschule aus, da sie es für zu früh hielten sich bereits in der vierten Klasse entscheiden zu müssen, welchen Schulzweig sie einschlagen werden.

Gegen 10.30 setzte sich dann der Demonstrationszug vom Gabelmann in Bewegung. Mit Parolen wie „Unser Bildungssystem ist krank, weil das Geld in der Deutschen Bank steckt“ oder „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“ ging es dann quer durch die Innenstadt. Besonders laut wurde es am FLG, da man hier versuchte, Schüler, die den Demonstrationszug aus den Fenstern der Klassenzimmer beobachteten, zum Mitstreiken zu ermutigen. Frenetisch wurden dann die rund ein Dutzend „Mutigen“ umjubelt, die sich der Kundgebung anschlossen.

Sitzstreik

Am Schönleinsplatz gab es dann wie bei den Fanfeiern der Fußballweltmeisterschaft einen dreiminütigen Sitzstreik, ehe es dann durch die Lange Straße zum Clavius Gymnasium und dann weiter zur Maria Ward Schule ging.

Am Heumarkt gab es eine kleine Zwischenkundgebung, bei der die Grünen-Bundestagskandidatin Lisa Badum das Wort ergriff und vor allem den Mut der Schüler lobte, die sich trotz angedrohter Repressalien dem Streik angeschlossen hätten. Ferner empfand sie es als eine Beschneidung der Freiheiten von Schülern, dass Gymnasien wie das CG einfach verschlossen gewesen wären und diese so keine Möglichkeit gehabt hätten sich dem Streik spontan anzuschließen.

Nach rund zwei Stunden war der Demonstrationszug am Gabelmann angekommen, wo es eine kleine Abschiedskundgebung gab. Neben Solidaritätsbekundungen vieler Verbände und Parteien, forderten unter anderem die Schüler noch einmal mehr selbstbestimmtes Lernen und mehr Demokratie im Schulsystem.

Das Fazit der Organisatoren des Bildungsstreiks fiel am Ende sehr positiv aus. „Auch wenn wir uns etwas mehr Beteiligung von Seiten der Studenten erhofft hätten, waren wir sehr überrascht, dass sich so viele Schüler am Streik beteiligt haben“, resümierte die Studentin Christina Petsch. Auch die drei Schülerinnen Theresa Schabacher, Isabel Schmuck und Svenja Fluhrer, die bei der Umsetzung des Streiks mithalfen, waren mit dem Verlauf der Demo mehr als zufrieden. „Wir haben ein deutliches und sichtbares Zeichen gesetzt – trotz der angedrohten Konsequenzen“, sagte beispielsweise Theresa Schabacher. Enttäuschend jedoch fanden alle das Verhalten des Clavius-Gymnasiums. Denn alle Demonstranten hätten sich an die vorher getroffenen Abmachungen gehalten, dass keine Schulen gestürmt werden. „Und dann schließen sie einfach Schüler ein. Dennoch freut es uns, dass doch kurz vor der Absperraktion noch einige entwischen konnten und sich uns angeschlossen haben.“ Angst vor den drohenden Sanktionen von der Schule hatten die drei Schülerinnen übrigens nicht. Die Eltern wüssten Bescheid und den Verweis würden sie gerne entgegen nehmen und mit Stolz zeigen – schließlich hätten sie für mehr Demokratie und Bildung gekämpft.


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