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Gastspiel

Ein Superstar zum Anfassen

Topsy Küppers war zu Gast im Nana-Theater am Kaulberg.
Topsy Küppers im Nana-Theater Foto: Wulf Rühlmann
 
von DIETER GRAMS
Nach dem ersten Gong schnatterte das Publikum noch unbekümmert weiter, nach dem zweiten wurde es etwas stiller, und nach drei Gongschlägen herrschte dann atemlose Stille im Gewölbekeller von Arnd Rühlmanns Nana-Theater im Club Kaulberg, denn ihr Auftritt stand unmittelbar bevor - Topsy Küppers. "Hoher Besuch im tiefen Keller", so steht es im Programm-Flyer, und die gleichermaßen hohe Erwartungshaltung wurde nicht enttäuscht.

Sie ist die Ikone, die Grande Dame des österreichischen Kabaretts, eine "lebende Legende", eine unvergleichliche Frau, ein Superstar. Ein Superstar zum Anfassen. Lebensklug, spitzbübisch, scharfzüngig, umwerfend charmant und mit dem eigenen Alter gekonnt kokettierend: "Man kann nicht früh genug damit anfangen, das Altwerden zu üben. Mir ist das ganz gut gelungen. Natürlich sehe ich gut aus - auch wenn es im Badezimmer jeden Tag länger dauert." Sie sei keine Literatin, so Küppers, sondern vielmehr eine Erzählerin. In ihren Büchern erzählt sie aus ihrem Leben, und das war und ist alles andere als langweilig.

Die Schauspielerin, Sängerin, Autorin, Regisseurin, Produzentin, Theaterleiterin (40 Jahre Freie Bühne in Wien - "Wien ist weise, Berlin ist klug"), die unsterbliche "Lola Blau" in dem gleichnamigen Musical ihres damaligen Mannes Georg Kreisler schreibt nicht schön. Sie schreibt wahr. Die Schönheit kommt dann von allein. Eine schlichte, wechselvolle, mitunter ganz schön erotisch-schlüpfrige, bissige, böse, nichts und niemanden schonende, und doch heiter und augenzwinkernd vorgetragene Wahrheit, unendlich liebevoll und voller Sehnsucht: "Alles im Leben ist möglich, und doch bleibt auch alles unvollkommen."


Ermutigende Botschaft

Für das angeblich so starke Geschlecht hatte Küppers eine ermutigende Botschaft: "Wenn eine Frau ,Nein' sagt, meint sie eigentlich ,Vielleicht', und ein ,Vielleicht' ist eigentlich ein ,Ja'". Und untermauerte diese These mit der Schilderung einer Badeszene, noch in flachem Wasser. Er: "Nun sagen Sie schon ,Vielleicht', gnädige Frau." Darauf Küppers: "Sie sollten etwas tiefer ins Wasser gehen. Es muss doch nicht gleich jeder sehen, woran Sie gerade denken." Ups.

Herrliche Anekdoten, mit Bruno Kreisky, Moshe Dajan, dilettantischen Kulturbeamten, professionellen Arschkriechern oder den allgegenwärtigen Wiener Stundenhotels im Mittelpunkt, wunderbar vorgetragen oder auch a cappella gesungen. Nicht mehr a cappella war die Zugabe, ein Duett mit dem wunderbaren Arnd Rühlmann, der vor lauter, verzeihlicher Aufregung schon mal die eine oder andere Oktave verpasste. Na und, macht doch nichts, hat keinen gestört.

"Ein Abend zu zweit", begleitet von Rolf Böhm am Klavier - ein spießiger, böser, langweiliger, verbitterter Abend. Ein Abend wie immer. Ganz im Gegenteil zu diesem Abend im Nana-Theater.

Natürlich wollten die begeisterten Besucher mehr. Es gibt mehr - im November und Dezember, zum Beispiel "Deine Spuren im Sand" oder "Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber ..." Das hört sich doch recht vielversprechend an (weitere Infos unter www.clubkaulberg.com).
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