Zapfendorf
Kirche

Ein Stück Himmel auf Erden

Erzbischof Ludwig Schick weiht den neuen Altar in der Laurentiuskirche in Oberleiterbach.
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Gemeinsam mit dem Ebinger Pastoralreferenten Bernhard Heuberger und dem Zapfendorfer Pfarrer Kurian Chackupurackal weiht Erzbischof Ludwig Schick Ambo und Altar in der Filialkirche Sankt Laurentius. Fotos: Martina Drossel
Gemeinsam mit dem Ebinger Pastoralreferenten Bernhard Heuberger und dem Zapfendorfer Pfarrer Kurian Chackupurackal weiht Erzbischof Ludwig Schick Ambo und Altar in der Filialkirche Sankt Laurentius. Fotos: Martina Drossel
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"Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe": Als die Kirchengemeinde voller Inbrunst und Dankbarkeit das Gotteslob in der voll besetzten Filialkirche Sankt Laurentius anstimmt, fällt Kirchenpfleger Ludwig Hennemann, Mesnerin Beate Metzner sowie dem Team aus Kirchenverwaltung und ehrenamtlichen Helfern ein riesiger Stein von Herzen. Nach knapp zehn Monaten Renovierung wird endlich wieder ein Gottesdienst in den barocken Mauern gehalten. Und zur Weihe von Ambo und Altar ist kein Geringerer als Erzbischof Ludwig Schick vom Domberg in den kleinen 279-Seelen-Ort gekommen.

"Herzlichen Glückwunsch zur schönen renovierten Kirche", gratulierte der Oberhirte zum gelungenen Werk. "Und weil es in Oberleiterbach so schön ist, komme ich im September gleich noch einmal." Die Weihe des Altars ist nämlich nur einer der Höhepunkte in diesem Jahr in Lätterboch. Ein weiterer ist der Festtag zur Weihe vor 500 Jahren im Herbst, abermals mit dem Erzbischof.


Schön und funktionsgerecht

Eine Kirche, so Schick, solle sowohl funktionsgerecht als auch schön sein. Sie müsse eben alles für den Gottesdienst notwendige erhalten, allen voran der Altar. Der Erzbischof brachte in den neuen, deutlich kleineren und filigraneren Altar aus Sandstein Reliquien der Märtyrer Theodor, Valentina und Severin ein. Er segnete den neuen Gabentisch, salbte ihn mit Chrisam und entzündete fünf kleine Feuer auf der Sandsteinplatte - je eines an der Ecke und eines in der Mitte, als Symbol der fünf Wundmale Christi. Weihrauchgeruch überdeckte den Geruch nach frischer Farbe. Sankt Laurentius hatte ihre Bestimmung wieder. Feierlich begingen die Oberleiterbacher mit Ludwig Schick und den zahlreichen Ehrengästen das erste Abendmahl am neuen Altar.

Dem Erzbischof war die Freude über die gelungene Symbiose von Barockem und Modernem in der Sankt-Laurentius-Kirche deutlich anzumerken. Er verstand es hervorragend, mit viel Esprit die Gottesdienstbesucher in diese besondere und eher seltene Messe mit Weihe von Altar und Ambo einzubeziehen. Trotz allem Ritus wurde viel geschmunzelt und viel gelacht: Es war eine gleichsam heitere wie auch bewegende Feierstunde, die seine Exzellenz äußerst kurzweilig gestaltete.

"Nach zehn Monaten erstrahlt unsere Kirche wieder in neuem Glanz", sagte ein sichtlich stolzer Zapfendorfer Pfarrer Kurian Chackupurackal. Auch Erzbischof Schick hatte zu danken: Den Handwerkern, der Bauabteilung der Erzdiözese und den vielen Oberleiterbachern, die zu Gottes Lohn für und in der Kirche gearbeitet hatten: "Vergelt's Gott allen!"

Kirchenpfleger Ludwig Hennemann ging auf die aufwendigen Arbeiten im Detail ein. Seit am 4. Juli freiwillige Helfer das Gestühl in Sankt Laurentius abbauten, fanden die Gottesdienste in der "Aushilfskirche Gemeinschaftshaus" statt. Über ein Dreivierteljahr wurde dann im Sakralbau gearbeitet, auch in bitterkalten Wintertagen. "Bis zuletzt war es ein Wettlauf mit der Zeit. Gestern Nachmittag wurden die letzten Teile für den Hochaltar eingesetzt", sagte Hennemann.


Gelungenes Gesamtbild

Der Kirchenpfleger lobte das gelungene Gesamtbild mit dem kleineren Altar und dem neuen Ambo. "Durch diese Anschaffung ist das Bild Richtung Hochaltar sehr schon abgerundet", sagte er. Man sei dankbar, dass das Erzbistum 65 Prozent der mit 190 000 Euro veranschlagten Renovierungskosten übernommen habe. Auch die Oberfranken- sowie die Bayernstiftung, der Markt Zapfendorf und weitere Gönner, Privatleute wie Firmen, hätten dankenswerterweise die Sanierung unterstützt.

Außerdem haben sich zahlreiche ehrenamtliche Helfer eingebracht, allen voran Stephan und Beate Metzner: "Für sie war die Kirche in den vergangenen Wochen ein zweites Zuhause." Danach feierten die Oberleiterbacher, inmitten der Wehrmauern von Sankt Laurentius, ein kleines Fest.

Auch der Erzbischof nahm sich viel Zeit, herzte die Kinder, ging von Tisch zu Tisch und suchte das Gespräch mit den Gästen. Und er staunte nicht schlecht, dass es mit dem "Lätterbocher Sankt-Laurentius-Bier" sogar ein eigenes Getränk zum 500-jährigen Bestehen der Filialkirche gibt.
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