Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Region  // Bamberg

Obere Brücke

Die Obere Brücke in Bamberg ist schon wieder eine Baustelle

Wieder Vollsperrung auf der Oberen Brücke: Die 2016 falsch verlegten Gehwegplatten müssen wieder raus und neu verlegt werden.
Schon wieder Baustelle: Am Montag haben die Arbeiten an der Oberen Brücke begonnen. Der erst 2016 gesetzte barrierefreie Belag wird mit geringerer Querneigung neu verlegt.
 
von MICHAEL WEHNER
Es sind gemischte Gefühle, die die Anlieger an der Oberen Brücke umtreiben: "Das ist zwar keine Katastrophe, aber sehr ärgerlich", sagt der Antiquar Robert Lorang, als am Montag zwei Arbeiter anfingen, die erst letztes Jahr gesetzten Pflaster und Gehwegplatten wieder aus dem Beton zu sägen. "Mängelbeseitigung" nennt die Stadt den zweiten Versuch, auf der Westseite der Brücke einen barrierefreien Belag aufzubringen. Das Ergebnis letztes Jahr war nicht befriedigend. Also muss nachgebessert werden.


Bis Ostern fertig?

Die erneute Vollsperrung der wichtigsten Touristenmeile verhagelte am Montag auch der Eisdiele Bassanese den Umsatz. Während der Tourismus in Bamberg langsam wieder auf Touren kommt, machte sich auf der Westseite der Brücke erst einmal Ruhe breit. "Wenn das in dem Tempo weitergeht, sind die Arbeiten nicht bis Ostern fertig", fürchtet Lorang.

Zumindest versprochen hat das die Stadt Bamberg. Bis Ende März und damit, kurz bevor der erste Ansturm von Gästen erwartet wird, soll die Obere Brücke wieder frei sein. Freilich: Die Pflaster und großen Gehwegplatten aus dem Verbund herauszulösen, sie seitlich zu lagern, um sie nach dem gleichem Muster wieder einzubauen, ist nicht nur alternativlos. Es ist auch eine aufwändige Prozedur.

Warum das Ganze? Bekanntlich überschritten die zur mittigen Entwässerungsrinne abfallenden Platten die zulässige Höchstneigung von 2,5 Prozent deutlich - ein Risiko für Rollstuhlfahrer und Fußgänger.

Die öffentlichkeitswirksame Nachbesserung auf der üblicherweise hochfrequentierten Brücke stößt bei nicht wenigen Bürgern auf Kritik. Schon vor einem Jahr hatte das Projekt vor allem deshalb für Schlagzeilen gesorgt, weil die Anlieger erst wenige Tage vor Baubeginn davon in Kenntnis gesetzt worden waren, dass ihnen eine mehrmonatige Vollsperrung bevorsteht.

Wenigstens bleiben durch die nun nötige Reparatur an der Stadt keine ungeplanten Kosten hängen. Wie Claus Reinhardt, Sprecher im Baureferat, mitteilt, konnte sich die Stadt gegenüber dem Bauunternehmen mit ihrer Auffassung durchsetzen, dass es sich um ein Problem handelt, das die Firma zu verantworten habe.

Fragen, ob die einem Bamberger Büro übertragene Bauüberwachung funktioniert hat, bleiben dennoch. Wie Heiner Wohlfart, der Sprecher der Gewerbetreibenden auf der Brücke, schon im vergangenen Jahr gesagt hatte, war der Baubetrieb der Stadt auf die offensichtlichen Mängel noch während des Baus aufmerksam gemacht worden.


Streit auch an der Kettenbrücke

Kritik zog ebenso die schwache Betonschicht unter den Platten auf sich. Stadtrat Norbert Tscherner (BBB) war deshalb mit Befürchtungen in die Öffentlichkeit gegangen, dass die Neupflasterung den Belastungen des Verkehrs nicht lange werde standhalten können. Dem hat Baureferent Thomas Beese aber stets widersprochen.
Auch andernorts gibt es massive Probleme mit neuem Pflaster. So streitet die Stadt auch an der Kettenbrücke mit einem Bauunternehmen über die Beseitigung von Schäden.

Dort ist der Granitpflasterbelag vorzeitig aus den Fugen geraten. Stolperschwellen und klaffende Lücken zwingen, schnell zu handeln. Ein Beweissicherungsverfahren muss aber erst die Verantwortlichkeiten klären. Das 2011 verlegte Pflaster kostete rund eine Million Euro.

Unklar ist der Grund für eine feine, aber durchgängige Rissbildung, die sich auf Scheitelhöhe der vor etwa zehn Jahren im festen Verbund gepflasterten Sandstraße vom Katzenberg bis zur Elisabethenkirche zieht.


Ein Riss geht durch den Sand

Dort könnten die wachsenden Risse in den Muschelkalksteinen zu Reparaturen unter Einsatz von Presslufthämmern zwingen - eine wegen der Erschütterungen der historischen Gebäude an dieser Stelle sehr problematischen Methode, fürchtet ein Kritiker. Die Wahl der gebundenen Bauweise werfe zudem die Frage nach der Kompetenz der Bauüberwachung auf.

Doch die Stadt sieht die Risse in der Sandstraße als wenig dramatisch an. Gegenüber dem FT erklärte Baureferent Thomas Beese, dass sich die Rissbildung im Rahmen dessen halte, was man angesichts der unvermeidlichen Spannungen erwartet habe. Es seien keine Stolperschwellen, keine Riesenfugen entstanden. Grund für die gebundene Verlegung der Steine in der Sandstraße waren laut Beese die Reinigungsansprüche an die Flaniermeile. Er räumte ein, dass die feste Bauweise erheblich aufwändiger ist als die sonst übliche Pflasterung im Kiesbett. "Deshalb haben wir hier auch besondere Ansprüche."

zum Thema "Obere Brücke Bamberg"

Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.