Seit Freitag vergangener Woche steht fest, dass kein Veranstalter sich berufen fühlt, die 44. Kirchweih in Strullendorf auf die Beine zu stellen. Auch kein Verein mag sich hier zur Verfügung stellen, wie es in früheren Jahren der Fall war. Als ein Grund dafür mag wohl die neue Sperrzeitenverordnung gelten, wonach Musik "nur " bis 1 Uhr spielen darf und das letzte Getränk um 2 Uhr ausgeschenkt sein muss. Um die Kirchweih und damit ein wichtiges Kulturgut nicht sterben zu lassen, haben sich Bürgermeister Andreas Schwarz und Kulturbeauftragter Horst Tuffner entschlossen, den Erhalt zu ihrer beider Chefsache zu machen.

Ohne Unterbrechung wird damit in diesem Jahr die 44. Strullendorfer Kerwa wie gewohnt an vier Tagen abgehalten. Wie Bürgermeister Schwarz auf Nachfrage erklärt, wurde die Kirchweih bislang von Vereinen (von einzelnen aber auch im Verbund) organisiert. In den letzten Jahren hatten sie dann gewerbliche Veranstalter von einem Verein übernommen. Üblicherweise war bis Januar oder Februar jeden Jahres ein Veranstalter gefunden, heuer nicht. Auch ein neuerlicher Aufruf im Mitteilungsblatt brachte keinen Erfolg. Mittlerweile drängt die Zeit, schließlich ist es bis zum ersten Julisonntag vorbereitungstechnisch nicht mehr allzu weit hin.

Aus Sicht des Bürgermeisters mag es wohl an der seit diesem Jahr geltenden neuen Sperrzeitverordnung liegen, dass keiner die Veranstaltung durchziehen möchte. Der Gemeinderat habe dies jedoch aus genau abgewägten und sinnvollen Gründen so beschlossen und deswegen könne und wolle man bei der eigenen Kirchweih jetzt keine Ausnahme machen.

Wie Schwarz auf Nachfrage Angelika Saffers (CSU) in der Gemeinderatssitzung erklärte, werde es wie gewohnt einen Kirchweihumzug geben. Da die Partnerschaft mit dem ungarischen Iszak nun seit 15 Jahren besteht, bietet sich ein Partnerschaftsabend an. Selbstverständlich ist auch ein Abend für die Jugend vorgesehen, am liebsten würde er dafür die "Dorfrocker" verpflichten. Bereits verpflichtet sei auch eine Brauerei aus der Gemeinde. Aufgestellt werden soll auch wieder ein großes Festzelt. Beim Aufstellen würde man gerne auf die Hilfe der Kerwaburschen zählen. Vereine hätten ihre Hilfe beim Catering zugesagt. Und auch "das Essen ist kein Problem".

Großes Anliegen ist es Tuffner und Schwarz, ein kulturelles Programm anzubieten. Am allerliebsten würden die beiden die Biermösl-Blosn nach Strullendorf holen und auch mit der Altneihausener Feuerwehrkapell’n (bekannt aus Veitshöchheim) punkten. Daran wird mit Hochdruck gearbeitet. "Die Musik zu organisieren, das ist jetzt am vorrangigsten, schließlich wollen wir was Kulturelles und kein Rambazamba".