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Die Heimkehr der Familie Strauss

Nachfahren des "Jeans-Erfinders" Levi Strauss besuchten Buttenheim.Walter E. Haas vertritt jetzt die sechste Generation im Textilunternehmen "Levi Strauss & Co."
Walter E. Haas sen., sein Sohn  Walter jun. und  Julie Haas lassen sich  von Museumsleiterin Tanja Roppelt, Bürgermeister Johann Kalb und Christoph Gatz, dem Vorsitzenden des Museums-Fördervereins ausführlich informieren.  Foto: Annette Schäfer
 

Genau 165 Jahre nach der Auswanderung von Löb Strauß nach Amerika besuchten seine Nachkommen erstmals die alte Heimat Buttenheim. Walter E. Haas mit seiner Frau Julie und seinem Sohn Walter hatten auf einer Europareise einen Zwischenstopp eingelegt und den Geburtsort ihres weltberühmten Vorfahren besichtigt.
"Beautiful", "interesting" und "wonderful" sei es in Buttenheim, sagten alle drei Gäste einhellig. Vor allem natürlich im Geburtshaus des berühmten Ahnen, dem heutigen Levi-Strauss-Museum, nahm sich der Besuch Zeit, um sich von Museumsleiterin Tanja Roppelt, Bürgermeister Johann Kalb und Christoph Gatz, dem Vorsitzenden des Museums-Fördervereins, ausführlich umherführen zu lassen.

Haas und seine Familie sind direkte Nachkommen der Familie Strauss. Löb, also Levi, selbst war kinderlos geblieben. Nach seinem Tod im Jahr 1902 übernahmen seine Angehörigen das Textilunternehmen "Levi Strauss & Co.", darunter die Söhne seiner Schwester Fanny. Walter E. Haas vertritt jetzt die sechste Generation nach seiner Urahnin Fanny, und sein Sohn, der ebenfalls den in der Familie über Generationen weitergegebene Namen Walter trägt, steht bereits in den Startlöchern. Die Familie lenkt noch immer die Geschicke des Weltkonzerns und lebt seit über 150 Jahren in San Francisco - umso größer war die Freude der Verantwortlichen in Buttenheim, als sich mehr als zehn Jahre nach der Museumsgründung nun endlich ein Besuch ankündigte.

Unterschriften im goldenen Buch


"Und jetzt noch ein Eintrag ins goldene Buch der Gemeinde", bat Bürgermeister Kalb die amerikanischen Gäste. Die Unterschriften der aktuellen Mehrheitseigner des Unternehmens Levi Strauss sind eine Besonderheit im Gästebuch der Marktgemeinde. Da das Museum auch prominente Autogramme auf Jeanshosen sammelt, gibt es jetzt selbstverständlich auch eine signierte Hose - natürlich eine 501, das bekannteste Produkt des Herstellers. Nach dem Rundgang durch das historische Gebäude lag es der Familie Haas sehr am Herzen, auf dem jüdischen Friedhof zwischen Seigendorf und Buttenheim die Gräber der Familie zu besuchen. Tanja Roppelt führte die Gäste zielstrebig zum Grabstein von Hirsch Strauss, dem Vater von Levi. Ergriffen verweilten Vater und Sohn Haas vor dem verwitterten Stein und bedauerten, nicht mehr Zeit für den Besuch zu haben. Dennoch sahen sich Walter sen., Julie und Walter jun. intensiv auf dem idyllisch gelegenen Friedhof um und versuchten, sich in die Zeit zurückzuversetzen, in denen ihre Vorfahren noch Bürger Buttenheims waren. Nach drei Stunden reisten die Haasens wieder weiter, um eine Geburtstagsfeier in Athen zu besuchen, dem eigentlichen Anlass ihrer Europareise.

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