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Der millionste Landesgartenschau-Besucher naht

Was kostet Bamberg die Gartenschau? 18,3 Millionen Euro, beschloss der Stadrat 2009. Doch der Besucher-Ansturm macht Hoffnung, dass das Defizit am Ende kleiner ausfällt.
Einer von vielen Höhepunkten in einem an Höhepunkten reichen Jahr: Am 22. Juni gaben die Bamberger Symphoniker ein Konzert an der Bayernhafen-Bühne. Tausende pilgerten auf das Festgelände - trotz zeitgleich stattfindenden Fußball-Länderspiels.  Foto: Ronald Rinklef
 

Der Sams-Tag hatte es noch einmal in sich: Tausende Freunde des Bamberger Kinderbuchautoren Paul Maar stürmten das Festgelände auf der Erba-Halbinsel und brachten die elektronischen Lesegeräte beim Einlass zum Piepsen. Etwa bei Gast Nummer 925.000 blieben die digitalen Zähler stehen. So viele zahlende Besucher haben die Erba-Halbinsel seit der Eröffnung der Großveranstaltung am 26. April besucht. Bis die Million erreicht wird, ist es nur eine Frage der Zeit.

Ein großer Erfolg, auf den die Veranstalter immer gehofft hatten. Doch selbstverständlich war er nicht, meint Harald Lang, Geschäftsführer der Landesgartenschau. Anders als anfänglich gedacht, habe sich schnell herausgestellt, dass sich die Gartenschaugäste mehrheitlich nicht aus der Zahl der Tagestouristen rekrutierten, die Bamberg in normalen Jahren zu Millionen bevölkern. "Es ist eine völlig andere Besuchergruppe."

1,5 Millionen Mehreinnahmen?

So aber war das Jahr 2012 von bis dato nicht gekannten Publikumsströmen gekennzeichnet: Es etablierten sich nebeneinander zwei touristische Zentren: eines in der Altstadt und eines in Gaustadt und rund um den Regensburger Ring. Dieser Zuspruch ist nicht nur eine Imagefrage für die Veranstalter, er zahlt sich auch in barer Münze aus. So hat die Gartenschau GmbH zur Deckung der Durchführungskosten bisher stets mit 800.000 Besuchern gerechnet, die einen Durchschnittspreis von 7,50 Euro bezahlen sollten. Kommen, wie es nun absehbar ist, 200.000 zahlende Besucher mehr, könnte dies die Eigenbeteiligung Bambergs um 1,5 Millionen Euro und mehr drücken.

Endabrechnung im kommenden Jahr

Auch für den Kämmerer der Stadt, Bertram Felix, sind die hohen Besucherzahlen deshalb eine erfreuliche Tatsache. Freilich ist es noch zu früh zum Jubeln. Eine Endabrechnung wird es erst im kommenden Jahr geben, wenn neben den endgültigen Kosten für Investitionen auch die für den Rückbau des Geländes samt Bus-Terminal und die Ausgaben der Veranstaltung vorliegen.

Bisher hat man laut Felix mit deutlich über drei Millionen Euro Zuschussbedarf für die Durchführung gerechnet. Ein Besucherplus könnte diese Summe senken. Käme es dazu, wäre dies auch für den grünen Haushaltsexperten Peter Gack sehr erfreulich, weil der festgeschriebene Bamberger Beitrag zur Gartenschau für Bamberg schon ein großer Batzen sei.

Allerdings hält es Gack angesichts vieler finanzieller Risiken für verfrüht, schon die Sektflaschen aus dem Kühlschrank zu holen: "Überzeugt bin ich davon erst, wenn ich die Schlussabrechnung sehe."

Soviel ist sicher: Eine Entlastung bei der Gartenschau wäre für Bamberg schon deshalb sehr willkommen, weil in den nächsten Jahren hohe Kosten für die Bewältigung der Konversion, den Bau der ICE-Strecke und mehrere Schulsanierungen anstehen. Auch die Bewirtschaftung des Erba-Parkes wird mit 250.000 Euro im Jahr ein Loch in den Stadtsäckel reißen.

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Kommentare

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  • community  unbekannt Diesen Post kommentierenkommentieren

    Warum...... ist denn eigentlich im FT (zumindest in der Online-Ausgabe) nichts über das skandalöse Verhalten der Polizei auf der LGS zu lesen?
    Die SZ von heute berichtet ausführlich:
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/polizeigewahrsam-auf-landesgartenschau-unverbluemter-zugriff-1.1472516

    (1)

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