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Kirchenrenovierung

Der "Schiefe Turm" ist Vergangenheit

In und an St. Martin in Steinfeld haben derzeit Zimmerleute und andere Handwerker das Sagen.
Die Zimmerleute ersetzten Teile der Stützbalken durch neue Eichenbalken. Fotos: Joseph Beck
 
Die Renovierung der Kirche St. Martin in Steinfeld ist in vollem Gange. Ende Februar wurde das Arbeitsgerüst am Turm aufgebaut und mit weißen Schutznetzen eingehüllt. Der historische Glockenstuhl wurde vom Kranzgesims im Turmdach abgebaut und aus statischen und akustischen Gründen eine Etage tiefer in den gemauerten Teil gesetzt, wo er früher schon einmal war.

Erst jetzt konnten sich die Zimmerleute an die Sanierung der Holzbalken machen, den Turm wieder fachlich festigen und vergleichsweise ins Lot stellen. Dabei setzten sie rund zehn Hydraulikpumpen ein. Man hörte hoch in der Luft die Sägen rattern und die Hämmer klopfen. Manchmal rieselten Holzspäne fast wie Schneeflocken herab. Die Zimmerleute werkelten weithin hörbar an den Holzkonstruktionen am und im Turm. Um den Turmhelm besser sanieren zu können, mussten sie zur Entlastung die Schieferdeckung und Dachschalung abnehmen.

Die einzelnen Turmebenen sind statisch durch zusätzliche Hölzer verstärkt worden und in die Glockenstube wurde ein neuer Dielenboden eingebaut. Die Auflagerschwellen der unteren Kranzbalkenlage des Turms waren stark angegriffen und die Tragfähigkeit dadurch gemindert. Daher kam es auch, dass die Turmspitze so schief war. Zur Erhaltung der Turmkonstruktion und der Tragfähigkeit des Turmes wurden diese Hölzer fachmännisch im Sinne der Denkmalpflege saniert und wieder vollflächig untermauert. Wie stark die Holzbalken dort oben beansprucht und kaputt waren, sieht man an den Musterstücken, die vor der Kirche aufgestellt sind.

Das Eindringen von Regenwasser über defekte Stellen in der Schiefereindeckung sowie im Bereich der Aufschieblinge und unsachgemäße Reparaturen in der Vergangenheit werden als Ursache der Schäden vermutet. Das Sanierungskonzept ist ein konservierendes, das heißt es werden nur schadhafte Stellen, und soweit möglich, keine ganzen Balken erneuert. Ursprüngliche Systeme wurden wieder hergestellt. Der "Schiefe Turm von Steinfeld" hat also seine touristische Wirkung verloren, ist aber auch nicht mehr einsturzgefährdet.

Vor allem an der Nordseite im Inneren der Kirche war der Wandputz hohl. Um eine stabile Montage der elektrischen Wandtemperierung zu gewährleisten, mussten der alte, veralgte und vermooste Putz großflächiger als vorgesehen abgeschlagen werden. Die Innenwände sind zwischenzeitlich wieder eingeputzt und als Wandflächenheizung wurden elektrische Netzheizmatten montiert. Die neue Wandtemperierung wird wesentlich energiesparender als die bisherigen vielen Heizstrahler das Rauminnere aufwärmen. Des Weiteren wurden die Einbauöffnungen für die Deckenleuchten vorbereitet und sämtliche Installationen für Elektrik, Heizung und Beschallungsanlage vorgenommen. Die Wände und das Gesims des Kircheninneren wurden in Altweiß gestrichen.

Vom Raumgerüst aus konnte die Tonnendecke von St. Martin sehr sorgfältig inspiziert und auf unterschiedliche Farbreste und Farbfassungen untersucht werden. Die genaue Farbigkeit wurde mit der Referatsleiterin des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Kirchenverwaltung anhand von Musterachsen festgelegt. Dabei soll die Farbe einer der frühesten Fassungen der Raumschale wieder aufgenommen werden und der Innenraum in seiner ursprünglichen, barocken Idee gestaltet werden. Die doch sehr farbenfrohen Musterflächen aus den 1920er Jahren wurden dokumentiert und dann überstrichen. Mittlerweile wurden die Deckenflächen mit einem Malervlies verstärkt und mit einem mehrmaligen Anstrich mit Weißkalk vorgelegt. Die Tonnendecke wurde dann in einem "wolkigen Smalteblau" gestrichen.

Die Rippen des Kreuzgesims im Chor erhielten nach dem historischen Vorbild wieder eine feinere und leichtere Rotfärbung. Zur Stabilisierung der Emporen wurden neue Eichensäulen angefertigt.

Den Steinfeldern und weiteren Interessierten will Architekt Georg Schilling den Baustand der Kirche und der Sanierungsarbeiten an Christi Himmelfahrt, 25. Mai, von 10 bis 12 Uhr zeigen und Fragen zu den weiteren Arbeiten vor Ort beantworten.
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