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Das Netz im Klassenzimmer

Die Arbeit mit IT-Medien im Unterricht hat am Clavius-Gymnasium eine lange Tradition. Seit beinahe zehn Jahren bewährt sich der Einsatz von Laptops in den Klassen der Mittelstufe.
Das Notebook hält Einzug im Klassenzimmer - so wie hier in einer 8. Klasse am  Clavius-Gymnasium. Foto: Michael Gründel
 

Wer denkt, in einer Laptop- oder Notebook-Klasse würde nur mit Hightech-Geräten gearbeitet werden, täuscht sich. Fritz aus der Klasse 8a des Clavius-Gymnasiums (CG) macht deutlich: "Bücher, Hefte, Essen und Trinken müssen trotzdem mitgeschleppt werden." Die Anfänge des Projekts Laptop-Klasse am CG geht bis in das Jahr 2003 zurück, erzählt Schulleiter Wolfgang Funk. Und auch künftig wolle man an der Schule in punkto Medieneinsatz "an der Speerspitze stehen".

An dem Projekt Laptop-Klasse kann generell jeder Schüler teilnehmen. Noten spielen da keine Rolle, betont Roman Eberth, Deutsch- und Geschichtslehrer sowie medienpädagogisch-informationstechnischer Berater der Gymnasien Oberfranken (MIB). Im Gegenteil: Es werde Wert auf Binnendifferenzierung gelegt, also auch auf das Fördern schwächerer Schüler. Im Rahmen eines Elternabends werden die Eltern über das Projekt informiert. Die Laptops, seit diesem Schuljahr das Macbook Air in der kleinsten Ausführung von 11 Zoll, werden in einer Sammelbestellung von der Schule bestellt, bezahlt werden sie von den Eltern. Unterstützung kann beim Freundeskreis des CG beantragt werden.

Roman Eberth unterrichtet die Klasse 8a in Geschichte, behandelt wird momentan der Dreißigjährige Krieg. Neben Fakten erlernen die Jugendlichen den kritischen Umgang mit Quellenmaterial - und neben der digitalen Arbeit wird analog mit einem Zeitstrahl an der Wand des Klassenzimmers gearbeitet. Zusätzlich wird die wichtigste Folie der Gruppenpräsentationen ausgedruckt und ebenfalls an der Wand aufgehängt. Im Anschluss an die Gruppenpräsentationen wird sowohl im Plenum als auch im virtuellen Klassenzimmer die Arbeit der Mitschüler konstruktiver Kritik unterzogen.

Der Laptop-Unterricht findet keineswegs flächendeckend in allen Fächern im gesamten Schuljahr statt, der Einsatz liegt im Ermessen der einzelnen Lehrkräfte. In Deutsch beispielsweise ist die Entwicklung der eigenen Handschrift von großer Bedeutung, meint Eberth. In den modernen Fremdsprachen dagegen ist der Netbook-Einsatz sehr praktisch, stellt Schulleiter Funk fest, da zum Beispiel die Präsidentschaftsdebatten im US-Wahlkampf direkt mitverfolgt werden können. Diesen Aspekt hebt Gymnasiast Danir auch im Hinblick auf die Recherchearbeit hervor: "Sie klappt viel besser und ist zeitnah, man muss nicht warten, bis man zu Hause ist." Paula, dem einzigen Mädchen der Klasse, macht das Lernen mit dem Laptop mehr Spaß als ohne. Wie der Großteil ihrer Mitschüler ist auch sie der Meinung, dass das Gerät nicht vom Lernen ablenkt.

Ein paar Schüler sehen diese Gefahr trotzdem, allerdings sind einschlägige Seiten wie Facebook, Twitter und dergleichen über den Schul-Server nicht erreichbar.

Zu Hause dagegen gibt es keine Einschränkungen, es wird aber nicht gern gesehen, wenn die Geräte dort mit diversen Flash-Spielen oder ähnlichem bespielt werden, merkt Fritz an. Wie er sagt, sind er und seine Klassenkameraden "inzwischen auch einigermaßen vernünftig". "Beim Schreiben in Word sehe ich sofort, wenn ich Fehler mache - nicht erst, wenn der Lehrer Wochen später die Arbeit korrigiert zurückgibt. So prägt sich die Rechtschreibung viel besser ein", weiß Julian.

Die Stärkung von Motivation und Eigenverantwortlichkeit, das heben auch die Offiziellen als Vorzüge der Laptop-Klasse hervor.






















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