Bamberg
Missbrauchsprozess

Chefarzt-Prozess: Heinz W. wegen schwerer Vergewaltigung verurteilt

Das Landgericht Bamberg hat den ehemaligen Chefarzt unter anderem wegen schwerer Vergewaltigung zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.
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Das Landgericht Bamberg hat den ehemaligen Chefarzt für Gefäßchirurgie zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Foto: Ronald Rinklef
Das Landgericht Bamberg hat den ehemaligen Chefarzt für Gefäßchirurgie zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Foto: Ronald Rinklef


Update: Das Urteil im Chefarztprozess ist gefallen

Im Chefarztprozess vor dem Landgericht Bamberg ist der Angeklagte Heinz W. zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Damit liegt das Urteil gegen den Chefarzt im Strafmaß zwischen den Plädoyers, die einerseits die Höchststrafe von 15 Jahren und andererseits Freispruch forderten. Das Gericht gab der Anklage in weiten Teilen recht und sprach eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und neun Monaten aus.

Außerdem darf Heinz W. fünf Jahre lang nicht mehr als Arzt arbeiten. Er trägt zudem die Kosten des Verfahrens.

Auf der Anklagebank der Gefäßmediziner Heinz W. (51), ein Mann, der bis zum Ende gegen die Missbrauchsvorwürfe ankämpfte. W. sieht sich als Opfer einer Vorverurteilung durch Ermittlungsbehörden und Medien. Stets beteuerte er, dass sein Interesse am Unterleib der zwölf Nebenklägerinnen rein medizinischer Natur sei.

Das Urteil im Chefarztprozess, einem der größten Prozesse der Bamberger Justizgeschichte, wurde mit Spannung erwartet: Eineinhalb Jahre lang machte sich die Zweite Strafkammer des Landgerichts in Bamberg auf die Suche nach der Wahrheit, an 70 Verhandlungstagen wurden Zeugen gehört, Anträge gestellt, Beweismittel gesichtet.


Urteil: Höchststrafe oder Freispruch

Die Staatsanwaltschaft sieht das komplett anders: Sie hat W. der schweren Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung und "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen" sowie sexueller Nötigung bezichtigt, wie es in der Anklageschrift heißt. Darin ist ebenfalls ausgeführt, warum: Der Angeklagte soll von 2008 bis 2014 Patientinnen und Klinik-Mitarbeiterinnen im Alter von 17 bis 28 Jahren ohne deren Einverständnis betäubt haben, um "sexuelle Handlungen zur Befriedigung seiner sexuellen Wünsche" durchzuführen.
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