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Missbrauchsprozess

Chefarzt-Prozess: Das sind die Stimmen zum Urteil

Das sagen Prozessbeteiligte und Zuschauer zum Urteilsspruch - Heinz W. wurde zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.
Etliche Zuhörer kamen zur Urteilsverkündung im Chefarzt-Prozess am Montag. Foto: Ronald Rinklef
 
von ANNA LIENHARDT JUTTA BEHR-GROH
Rechtsanwalt Martin Reymann-Brauer vertrat sechs Opfer. Für ihn ist "wichtig, dass ein Schuldspruch in den wesentlichen Anklagepunkten erfolgt ist". Das Strafmaß kommentierte er mit den Worten, "keiner hat die Goldwaage". Entscheiden sei, dass das Gericht allen Zeuginnen Glauben schenke - "das ist nach den Angriffen sehr wichtig".

Jürgen Scholl, Anwalt der Hauptzeugin des Verfahrens, versteht nicht, warum es "nur" fünf Jahre Berufsverbot für Heinz W. gibt. Scholl hätte sich zudem eine höhere Freiheitsstrafe gewünscht. "Es ist erschreckend, welchen schweren Kampf Frauen heutzutage ausfechten müssen, um darzustellen, dass sie Opfer einer Vergewaltigung geworden sind."

Oberstaatsanwalt Bernhard Lieb sagte nach der Urteilsverkündung, dass er davon ausgegangen sei, dass W. nie mehr als Arzt praktizieren dürfe. Lieb erwägt, Revision einzulegen - "weniger wegen des Schuldspruchs, sondern wegen des Strafmaßes".

Der Gang zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe ist vor allem für die Chefarzt-Verteidiger ein Thema. Diese findet die sachliche Begründung des Urteils nicht nachvollziehbar.

Die Meinung einiger befragter Zuhörerinnen und Zuhörer zum Ausgang des Verfahrens liegen ebenfalls weit auseinander. Gemessen an den Vorwürfen sei es ein sehr differenziertes Urteil und eine sehr differenzierte mündliche Urteilsbegründung gewesen, befand ein älterer Herr, der kaum einen Verhandlungstag versäumt hat. Eine Zuhörerin, die ebenfalls häufig anwesend war, sprach von einem "adäquaten Urteil".

Wichtig sei nicht die Strafhöhe, sondern dass ein Schuldspruch erfolgt ist, weil der Angeklagte keinerlei Schuldbewusstsein habe, sagte ein gelegentlicher Prozessbesucher. Eine Bambergerin nannte das Urteil hart, sie findet es aber angesichts der Vielzahl der Fälle und des fehlenden Schuldbewusstseins von W. jedoch "angemessen".

Entgegengesetzt äußerte sich eine ältere Dame, die sich als ehemalige Patientin und gute Bekannte des Angeklagten zu erkennen gab. Sie nannte das Urteil "entsetzlich" in Relation zu den achteineinhalb Jahren Strafe, die die Kammer erst kürzlich gegen einen Mann wegen Totschlags ausgesprochen hat. Ein Verwandter des Angeklagten sprach von einer katastrophalen Entscheidung: Sie sei "eines Rechtsstaats unwürdig".

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