Bamberg
Großereignis

Bundespolizei in Bamberg: Hunderte legten auf Domplatz Eid ab

Auf dem Domplatz wurden die ersten 774 Polizeianwärter des neuen Bundespolizei Aus- und Fortbildungszentrums auf das Grundgesetz vereidigt.
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Auf dem Domplatz wurden die ersten 774 Polizeianwärter des neuen Bundespolizei Aus- und Fortbildungszentrums auf das Grundgesetz vereidigt. Foto: RiegerPress
Auf dem Domplatz wurden die ersten 774 Polizeianwärter des neuen Bundespolizei Aus- und Fortbildungszentrums auf das Grundgesetz vereidigt. Foto: RiegerPress
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Es war schon ein beeindruckendes und imposantes Bild, welches die knapp 800 Polizeianwärter, in Reih und Glied stramm stehend, zusammen mit ihren Familienangehörigen während ihrer Vereidigung auf dem Domplatz vor historischer Kulisse boten. Spätestens, als das Bundespolizeiorchester München Richard Strauss' "Festmusik der Stadt Wien" spielte und anschließend die jungen Frauen und Männer ihren Eid auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ablegten, war Gänsehaut-Stimmung angesagt.
"Ich war richtig stolz als einer der Polizeianwärter vereidigt zu werden. Und als alle Zuschauer für uns geklatscht haben, dass wir künftig für die Sicherheit unseres Landes verantwortlich sein werden, war ich zutiefst emotional bewegt", berichtete der 16-jährige Jan Schmitt. Er war einer der 774 jungen Anwärter, die am 1. September ihren Dienst im neuen Bamberger Bundespolizei Aus- und Fortbildungszentrum antraten. Allerdings sei die feierliche Zeremonie auch mehr als anstrengend gewesen. Schließlich hieß es eine Stunde lang auf Kopfsteinpflaster und schrägem Untergrund stramm stehen.

Schmitt selbst kommt aus Kaiserslautern und wollte schon als kleiner Junge Polizist werden und hat in seiner Kindheit am liebsten mit Polizeiautos gespielt. "Mich fasziniert die Vielfältigkeit des Berufes und in ganz Deutschland für die Sicherheit des Landes sorgen zu dürfen", erläuterte er.

Die ersten Tage der Ausbildung schilderte er als aufregend und abwechslungsreich. Zudem wären in seiner Lehrgruppe schon eine gute Kameradschaft und ein enger Zusammenhalt in der sehr kurzen Zeit zustande gekommen. Auch waren er und seine Mitanwärter schon des Öfteren in Bamberg unterwegs und hätten die Stadt erkundet.


"Mit voller Überzeugung zum Rechtsstaat stehen"

Alfons Aigner, Präsident der Bundespolizeiakademie, unterstrich in seiner Festansprache, dass die Bundespolizei von den neuen Anwärtern volle Hingabe von Geist, Gefühl, Seele und Körper fordere: "Sie werden künftig mit voller Überzeugung zum Rechtsstaat stehen. Und zwar nicht nur im Dienst und in Uniform, sondern auch Zuhause, beim Sport und in der Freizeit." Im Gegenzug würden sie in die "Familie" der Bundespolizei aufgenommen, die als Team und Gemeinschaft in guten wie in schlechten Tagen jederzeit hinter ihren Beamten stünde.

Der Präsident forderte aber auch Menschen, die anders als Roboter jeden Fall einzeln abwägen und stets neutral bei jedweder Demonstration für das Recht auf Meinungsfreiheit einstehen. Und die an Flughäfen, an Bahnhöfen, in Fußballstadien oder auf der Autobahn dafür sorgen, dass das Grundgesetz stets gewahrt bleibt.

Im Anschluss an die Vereidigungszeremonie am Domplatz waren die zum Teil aus großen Entfernungen angereisten Angehörigen eingeladen, sich am neuen Bamberger Standort ein Bild von der Leistungsbereitschaft der Bundespolizei zu machen. Großen Anklang fanden dabei die Besichtigung von zwei Polizeihubschraubern sowie die Vorführungen der Hundestaffeln.

Emotional wurde es, als auf dem ehemaligen Rugbyfeld der Amerikaner neben der Sporthalle noch einmal alle Polizeianwärter auf dem Sportplatz aufmarschierten und aus den beiden inzwischen gestarteten Hubschraubern fünf Fallschirmspringer des GSG-9 Sonderkommandos inmitten der Menschenmenge landeten.

Ein bisschen romantisch wurde es am Schluss auch noch: Ein junger Anwärter machte seiner Freundin vor Tausenden von Menschen einen Heiratsantrag.
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