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Bürger beklagen zu viel Verkehr

Die Stadtverwaltung stellte sich wieder einmal den Anregungen und der Kritik der Bürger.
Auch Walter Achtziger trat ans Mikrofon, um  in Sachen Verkehrsentlastung der Verwaltung Vorschläge zu unterbreiten. Foto:  RiegerPress
 

Blechlawinen im Berggebiet, reichlich Gezeter um Parkplätze, Lärm und Abgase in der Innenstadt: Verkehr in Bamberg, ein Dauerbrenner. Allzu hitzig ging es bei der Bürgerversammlung am Mittwoch im Pfarrheim St. Heinrich nicht her - schließlich war es mit gerade einmal neunzig Minuten eine der kürzesten Zusammenkünfte ihrer Art -, aber das Thema Verkehr zog sich dennoch wie ein roter Faden durch den Abend.

Und die Wortmeldungen fanden durchaus Gehör. Beispiel 1: Jürgen Merz etwa beklagte die katastrophale Parkplatzsituation rund um die Uni in der Feldkirchenstraße, wo besonders Studenten verstärkt der Wildparkerei frönen würden. Merz beantrage daher, dass die Stadtverwaltung prüfen möge, inwieweit die Möglichkeit einer Ausweisung des Gebietes in ein Lizenzgebiet möglich wäre. Der Antrag wurde von der Bürgerversammlung einstimmig angenommen.

Dieter Bergmann schlug vor, an der Kreuzung Wassermannstraße/Weißenburgstraße in Fahrtrichtung Zollnerstraße einen Verkehrsspiegel anzubringen. Die Stadt versprach, dies zu prüfen. Seine Kritik an der geplanten Verlegung der oberirdischen Stromleitung im Bereich des Plärrerplatzes entlang des Berliner Ringes hingegen wies Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) entschieden zurück. Denn zum einen seien die Kosten, die laut Bergmann etwa zwölf Millionen Euro betragen sollen, nicht zutreffend, da mit einem deutlich geringeren Betrag zu rechnen sei. "Außerdem wird die Stromleitung nicht nur wegen der Gewerbeansiedlung der Firma Brose verlegt, sondern in erster Linie wegen städtebaulicher und rechtlicher Vorgaben, die für den Betreib eines Verkehrsflughafens in unmittelbarer Nähe zu erfüllen sind", erwiderte Starke.

Einstimmig angenommen wurden von der Versammlung die beiden Anträge von Walter Achtziger. Er schlug vor, sowohl die Eberhardtstraße als auch die Neuerbstraße in Richtung Kloster-Banz-Straße als Einbahnstraßen auszuweisen. "Gerade die Eberhardstraße ist derart eng, dass nur ein Auto zwischen den geparkten Fahrzeugen hindurch kommt. Die Folgen sind unnötige Verkehrsgefährdungen durch fehlende Sicht beim Einbiegen, Rangieren und Rückwärtsfahren", erläuterte Achtziger. Eine ähnliche Verkehrsgefährdung sah er auch beim Einbiegen aus der Schweitzerstraße in die Neuerbstraße, da der Blick auf den Querverkehr äußerst stark beeinträchtigt sei.

Nicht verwirklichen hingegen lässt sich der Vorschlag von Bernd Opitz, die Stadtwerke mögen die Park und Ride-Anlage an der Brennerstraße wegen der geringen Auslastung den Anwohnern kostenlos zum Parken überlassen.

Martin Ammermann war es vorbehalten, themenmäßig etwas auszuscheren. Sein Antrag betraf die Montessori-Schule. Bereits jetzt sei durch die neue Einführung einer Sekundarstufe das der Schule zur Verfügung stehende Gebäude am Jakobsberg zu klein. "Wir haben daher einen Teil unserer Schüler in die Räume der Kolping-Akademie verlegt. Aber wir brauchen dringend ein neues Gebäude", argumentierte Ammermann. Von der Stadt erhoffe er sich diesbezüglich Hilfe. Zwar sei, wie Bürgermeister Werner Hipelius (CSU) betonte, eine Aufnahme der Montessori-Schule als Privatschule in den Schulentwicklungsplan der Stadt Bamberg nicht möglich, er versprach jedoch, dass die Verwaltung die Augen offen halte - besonders in Richtung der freiwerdenden Flächen auf dem Kasernengelände.

Plärrer bleibt bis Frühjahr 2013


OB Starke blickte in seinem Bericht unter anderem auf die Landesgartenschau zurück und versprach, alles daran zu setzen, dass noch dieses Jahr die wichtigsten Flächen der Öffentlichkeit freigegeben werden können.

In Sachen Plärrergelände vermeldete er, dass der Frühjahrs plärrer auf jeden Fall noch an seinem angestammten Platz an der Breitenau stattfinden werde. Erst für den Herbstplärrer 2013 müsse ein neuer Standort gefunden werden. "Aber ich bin mir sicher, dass es uns gelingen wird, für das Bamberger Volksfest einen adäquaten Platz zu finden. Wir führen diesbezüglich auch gerade Gespräche mit den Amerikanern", berichtete Starke. Mit dem Abriss der Park und Ride-Anlage Breitenau als Vorbereitung für die nachfolgende Brose-Ansiedlung auf dem Areal hingegen werde im Frühjahr nächsten Jahres begonnen.





Kommentare

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  • community  wahu.ba Diesen Post kommentierenkommentieren

    Montessori-Schule ein Bestandteil der Bamberger SchullandschaftWas spricht denn eigentlich dagegen, die Private Montessori-Volksschule in den Schulentwicklungsplan der Stadt Bamberg aufzunehmen?
    Die Schule ist gut etabliert, erfreut sich jährlich steigender Nachfrage und stellt eine interessante Ergänzung in unserer von Bildung geprägten Stadt dar.
    Bewerber (auch internationale) der großen Bamberger Unternehmen fragen im Rahmen des Einstellungsverfahrens immer wieder nach einer Montessori-Schule; somit ein echter Standortfaktor.
    Konkurrenz belebt das Geschäft - oder hat da jemand etwa Angst?

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  • community  EB2012 Diesen Post kommentierenkommentieren

    Erdverkabelung 110kVUnabhängig davon, wer für diese Maßnahme aufkommen sollte (die Eon-Netz als Betreiber? Die Stadt als Betroffene? Brose als Verursacher?), bin ich gespannt wann die Planfeststellungsbehörde hier eine Genehmigung erteilt... Hat Eon-Netz denn schon einen entsprechenden Antrag in der Schublade? Oder wollte den die Stadt einreichen?
    Ich glaube die 110kV Bamberg Nord-Bamberg Süd wird noch einige Zeit als Freileitung bestehen...

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  • community  Wechgezogener Diesen Post kommentierenkommentieren

    Neuerbstrasse bitte umbenennen in SchildastrasseHabe mit meiner Freundin in den 90ern für ein paar Jahre in der Neuerbstrasse gewohnt und kann berichten dass es damals dort KEINERLEI Probleme gab. Verkehrsberuhigt (Zone 30) war es eine angenehme Straße zum Wohnen. Parken war problemlos möglich, es gab sogar einen Zeitschriftenladen und frische Brötchen konnte man auch da kaufen. Viele haben dort kurz mit dem Auto angehalten ohne dass es zu nennenswerten Verkehrsproblemen gekommen wäre.
    Mittlerweile seit Jahren aus Bamberg weggezogen, kamen wir letztens eher zufällig mal wieder dort vorbei. Reaktion : Ungläubiges Staunen und Kopfschütteln über die unendliche Weisheit der Bamberger Verkehrsplaner zwinkern Die beidenGeschäfte haben ja offenbar auch längst aufgegeben. Schilda lässt grüßen...

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  • Parksituation Bamberg OstAls Anwohnerin der Neuerbstraße bin ich entschieden gegen eine Einbahnstraße. Dies würde für mich zum Beispiel den Weg zur Arbeit bzw. den Weg zurück verkomplizieren. Auch ein Einkauf bei den nahe gelegenen REWE- und ALDI-Märkten wäre mit einem Pkw mit Umwegen verbunden. Man müsste ständig um den „Block“ fahren und auf die Brennerstraße ausweichen, die bekanntlich auch nicht im besten Zustand ist. Von der Erreichbarkeit der beiden Schulen in der Neuerbstraße mal ganz zu schweigen. Ich schließe mich voll und ganz dem Kommentar von „BambergLebt“ an: Eine Verkehrsberuhigung in diesem Gebiet war nicht nötig und die neue Parksituation ist die eigentliche Gefahr.

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  • Bamberg die Stadt gegen AutofahrerEs ist immer dasselbe leidige Thema. Jetzt sollen schon wieder kostenlose Parkplätze geklaut und zu Anwohnerparkplätzen gemacht werden. Wenn man eine Uni baut, dann muss man nunmal auch für Parkplätze sorgen. Sollen die Studenten zur Uni laufen oder was? Und mal ganz unter uns die öffentlichen Verkehrsmittel sind einfach keine Alternative, denn mit denen ist man deutlich länger unterwegs. Hinzu kommt, bei der angespannten Wohnungssituation in Bamberg kommen viele Studenten auch aus dem Landkreis. Diese haben gar keine andere Möglichkeit als mit dem Auto zu kommen, denn die Busanbindung ist auf dem Land nach wie vor unter aller Sau.

    Die Aussage zur Verlegung der Starkstromleitung finde ich lustig. Dies würde nicht in erster Linie wegen der Firma Brise geschehen, sondern wegen dem Flughafen an der Breitenau. Seltsam ist, dass dort seit Jahren Flugzeuge ohne Probleme fliegen. Die Verlegung der Leitung hat wohl damit zu tun, dass der Flughafen ausgebaut wird. Warum wird er ausgebaut? Ja richtig, wegen der Firma Brose. Also hat letztendlich die Verlegung doch mit der Ansiedlung der Firma Brose zu tun.
    Warum wird die Leitung überhaupt auf Steuerzahlerkosten verlegt? Noch vor wenigen Wochen War hier ein Artikel vom Brose Chef, Herrn Stoschek, dass dieser einer der reichsten Deutschen ist. Er hat ein Vermögen von über 1,1 Milliarden Euro. Er könnte die Verlegung der Leitung also aus der Portokasse zahlen. Jetzt weiß man auch warum er so reich ist, wenn er immer die anderen zahlen lässt.

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  • community  Zumkoz Diesen Post kommentierenkommentieren

    Bamberger gegen allesDie Bamberger sind nicht nur gegen Autofahrer, sondern auch gegen Studenten,Touristen und was sich sonst noch so anbietet.Hauptsache jammern und sich über allen möglichen überflüssigen Non-Sense aufregen, das ist so eine Art Hobby der Einwohner.

    Natürlich ist die Parksituation an der Uni eine Katastrophe, aber anstelle das Problem zu lösen, indem man zumindest auf einem Teil der überflüssigen, riesigen Grünfläche direkt neben der Mensa ein Parkhaus errichtet, soll die Lösung ''Lizenzparken'' sein?! Dazu fällt einem wirklich nichts mehr ein.

    Ich glaube, ich nehme auch mal an so einer ''Jammeraktion für Bürger'' teil und stelle genau diesen Antrag.

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  • community  BambergLebt Diesen Post kommentierenkommentieren

    Verkehr in Bamberg OstIch gehe auch ganz einher, dass die Eberhardtstraße, wie die Schweitzerstraße, aber auch die Eckbertstraße und Dürrwächterstraße äußerst eng sind.

    Durch die seltsame Veränderung der Parksituation in der Neuerbstraße, die keiner der Anwohner und auch andere Bürger versteht, kommt es - wie hier auch Herr Achtziger zu recht äußert - beim Einbiegen aus der Schweitzerstraße in die Neuerbstraße zu Verkehrsgefährdung, da der Blick zum Querverkehr äußerst stark beeinträchtigt ist.
    Dies ist seither jedoch auch bei der Ausfahrt aus der Eckbertsaße, als auch bei der Ausfahrt von der Dürrwächterstraße in die Neuerbstraße der Fall !

    Das hat jedoch die Stadt Bamberg zu verantworten, die diese Situation - trotz umfangreicher und ausführlich begründeter Einwende von Anwohnern - durch Veränderung der Parksituation (angeblich zur Verkehrsberuhigung, die hier keiner für erforderlich hält) herbeigeführt hat. Dabei war auch die Polizei eingebunden.
    Damit hat die Stadt Bamberg auch die damit verbundenen Gefährdungen in Kauf genommen. Durch die Parkveränderungen haben sich darüber hinaus noch mehr Gefahrenpunkte ergeben.

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