Städtebau

Breitengüßbach wird sich verändern

In Breitengüßbach soll sich einiges verändern. Neben der Ortsmitte steht aber auch der Bahnbereich im Fokus.
Der neue Bahnhofsbereich muss noch begrünt und gestaltet werden. Foto: Johannes Michel
 
von JOHANNES MICHEL
Breitengüßbach ist die vom Bahnausbau am stärksten betroffene Gemeinde - und sie muss sich zusätzlich noch mit einer hohen Verkehrsbelastung im Kernort sowie der Autobahn herumschlagen. Viele Möglichkeiten zur Verbesserung zeigt hier das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) auf. Den aktuellen Stand erfuhren interessierte Bürger bei einer Infosprechstunde.

Bald zwei Jahre ist es her, dass Breitengüßbach ein ISEK in Auftrag gab. Solche Konzeptsammlungen sind die Voraussetzung, um später einmal auf Fördergelder, etwa aus der Städtebauförderung, zurückgreifen zu können. Und so wurden erst einmal die wichtigsten Daten zusammengetragen: Breitengüßbach entwickelt sich gut, die Wanderungsbilanz aus Zu- und Wegzügen ist positiv. Demgegenüber steht aber der demografische Wandel - zwischen den Jahren 2000 und 2013 wuchs der Altersdurchschnitt der Breitengüßbacher von 37,4 auf 42 Jahre. In der Folge nahm Hans-Peter Dürsch, der das ISEK für die Gemeinde erarbeitet, den Bestand auf und leitete daraus die wichtigsten Handlungsfelder ab.

Stand zu Beginn der ISEK-Diskussionen nur der Ortskern im Fokus, kam sehr schnell der Bahnbereich hinzu. "Breitengüßbach ist ein beengter Ort mit starken Zäsuren. Wichtig wird hier sein, einen Ausgleich sowie Durchgängigkeit zu schaffen", so Dürsch bei der Infosprechstunde. So wird es Aufgabe der Gemeinde sein, die Unterführungen und ihre Umgebung positiv zu gestalten. "Aus Löchern, durch die man gehen kann, müssen schöne Durchgänge werden", erklärte Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder (UBB). Außerdem müsse bedacht werden, dass Breitengüßbach nun über zwei Bahnhofsbereiche verfüge. Denn die Unterführung ermögliche nun den Zugang zum Bahnsteig von beiden Seiten. "Somit brauchen wir auf beiden Seiten die gleiche Infrastruktur", so Reinfelder. Das schließe Auto- und Fahrradstellplätze mit ein.


Durchgangsverkehr verbannen

Dennoch: Der Ortskern soll keineswegs zu kurz kommen. Aufgrund der Vielfalt an Maßnahmen sei, so Reinfelder, eine Abarbeitung peu à peu notwendig. Den Anfang werde der Bahnbereich machen, dann komme die Ortsmitte an die Reihe. Was dort möglich wäre, zeigte Dürsch in einer Präsentation. Gezeigt wurden geänderte Verkehrsführungen, eine schmalere Bundesstraße und Aufenthaltsbereiche. Ziel müsse sein, den Durchgangsverkehr aus Breitengüßbach zu verbannen: "Wer es eilig hat, bleibt besser auf der Autobahn", sagte Dürsch. Dies könne durch verkehrsberuhigende Maßnahmen erreicht werden, etwa den Wegfall von Bushaltebuchten. Müssten die Busse auf der Straße halten, verlangsame das den Verkehr und mache die Ortsdurchfahrt für den Durchgangsverkehr unattraktiver.

Aktuell liegt der Entwurf des ISEK zur Ansicht im Rathaus aus. Auch auf der Internetseite der Gemeinde kann es eingesehen werden. Noch bis zum 29. September haben die so genannten Träger öffentlicher Belange, also insbesondere Ämter, die Möglichkeit, ihre Meinung zum ISEK abzugeben. Aber auch die Bürger können ihre Einwände vorbringen. Diese Bedenken und Hinweise werden dann dem Gemeinderat erneut vorgelegt. Parallel wird die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die insbesondere den Bahnbereich genauer fokussiert. Was ist möglich, wie lässt sich das Umfeld am besten gestalten? Solche Fragen sollen dann von einem Fachbüro geklärt werden. Reinfelder: "Bis Mitte kommenden Jahres können wir dann mit den ersten Vorschlägen rechnen."


Bürger fürchten hohe Kosten

Klar wurde bei der Infosprechstunde aber auch: Die Mehrheit der Breitengüßbacher begrüßt zwar die anstehenden Maßnahmen - das zeigte schon die sehr aktive Beteiligung im Rahmen der Bürgerwerkstatt. Demgegenüber steht aber die Sorge, dass aufgrund der Straßenausbaubeitragssatzung erhebliche Kosten bei den Bürgern selbst landen werden. Konkret wurde der Breitengüßbacher Osten angesprochen. Aber das wird Thema weiterer Bürgerbeteiligungen sein - zunächst muss das ISEK seinen Abschluss finden.
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