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Saisonstart

Bockbier: Frankens kultiger Biergenuss

Die Franken lieben ihr Starkbier zur fünften Jahreszeit. Das Warten hat jetzt ein Ende: Zusammen mit dem Diller-Keller in Dörfleins ist die Reckendorfer Schlossbrauerei am Freitagabend die erste, die die zünftige Zeit einleitet.
Freut sich auf die Starkbier-Saison: Dominik Eichhorn, Inhaber der Reckendorfer Schlossbrauerei, beim Anzapfen eines Weizenbocks. Fotos: Matthias Hoch
 
von CHRISTIAN PACK

Dominik Eichhorn bekommt leuchtende Augen, wenn man ihn auf den Bockbieranstich in seinem Biergarten anspricht. In seinem Büro wippt der Inhaber der Reckendorfer Schlossbrauerei entspannt auf dem Schreibtisch-Stuhl hin und her und sagt: "Ich freue mich schon riesig drauf." Eichhorns Augen leuchten noch ein bisschen mehr, als die Wetterprognosen für den Freitag zur Sprache kommen. "Es bleibt trocken. Das ist beim Bockbieranstich das Wichtigste."

Zusammen mit dem Diller-Keller in Dörfleins ist die Brauerei in Reckendorf die erste, die heute Abend die Bockbiersaison einleitet. Bis Dezember ziehen sich die kultigen Termine in der Region durch die "fünfte Jahreszeit". Als letztes wird das bei den Franken so beliebte Bier in der Brauerei Zehendner in Mönchsambach und der Brauerei Gradl in Pegnitz ausgeschenkt.

Alle Bockbieranstiche in der Region finden Sie hier!
In Reckendorf gibt es die Anstiche seit etwa 20 Jahren. Angeboten wird das "Henrici Bock" und ein "Weizenbock". 10 000 bis 15 000 Liter produziert die Brauerei, das reicht etwa bis Weihnachten. "Es wird von Jahr zu Jahr mehr. Die Nachfrage nach stärkerem Bier ist gestiegen", sagt Eichhorn.

Die Lagerzeit beträgt in Reckendorf immer zehn bis zwölf Wochen, auch beim Brauen wird nichts verändert. Geschmacklich kann es aber trotzdem kleinere Unterschiede geben. "Wir haben immer andere Rohstoffe als im Vorjahr, die Ernte der Gerste ändert sich jedes Jahr ein bisschen." Das habe minimalen Einfluss auf den Geschmack. "Dann ist es immer ein Erlebnis und echt spannend, wenn man die erste Flasche öffnet", sagt Eichhorn, der sich selbst als echten Starkbier-Fan bezeichnet. "Ich liebe auch die ausländische Sorten wie beispielsweise die belgischen."

Die Wurzeln des Bockbieres liegen im Mittelalter. Damals braute man das Starkbier, um während der katholischen Fastenzeit die Arbeitsfähigkeit der Mönche gewährleisten zu können. Das "flüssige Brot" half, dass die Geistlichen genügend Kalorien zu sich nahmen, aber nicht das Fasten brachen.

Franken sind wetterfest
Bockbier ist ein meist untergäriges Starkbier, es werden aber hier und da auch obergärige Weizenbockbiere gebraut. Mit 6,5 bis 7,5 Prozent hat es einen höheren Alkoholgehalt als stärkeärmere Biere. Die Farbe des Biers unterscheidet sich je nach Brauerei und Stärkegehalt. So kann das Bockbier golden bis dunkelbraun gefärbt sein. Es riecht malzig, etwas süßlich und hat eine Hopfennote. Vom Geschmack her ist es kräftig und süffig.

Entspannt schmecken lassen kann sich Dominik Eichhorn das eigene Bier heute Abend leider nicht. Der Chef, der auch gerne Anstiche bei anderen Brauereien besucht, muss ausschenken und die Kasse bedienen. Trotzdem kann er es kaum erwarten. "Es ist toll, wie die Franken beim Anstich dem Wetter trotzen. Normalerweise stellt man sich ja nicht unbedingt bei der Jahreszeit zum Biertrinken raus. Aber es ist bei uns halt eine schöne Tradition."

Eine Tradition, die für Auswärtige anfangs etwas befremdlich wirkt. Eichhorn erinnert sich an ein Erlebnis mit einem italienischen Kunden. Mit ihm war er zum Bockbier-Anstich beim "Greifenklau". Sein Gast habe ziemlich erstaunt geguckt, als er all die Menschen bei den kühlen Temperaturen im Freien gesehen hat. "Er hat mich gefragt, ob wir etwas verrückt sind", lacht Eichhorn.


Abgeworben
Bockbiere stammen zumindest dem Namen nach aus der Hansestadt Einbeck in Niedersachsen. Der Name "Bockbier" geht auf den Stadtnamen zurück und hat nichts mit dem Bock des Tierreichs zu tun. Trotzdem werden auf manchen Flaschen heute Ziegenböcke abgebildet.


Stammwürze
Auch beim Bockbier lassen sich untergärige und obergärige, helle und dunkle Biere unterscheiden. Bereits der einfache Bock muss einen Stammwürzegehalt von über 16 Prozent vorweisen. Die Steigerung sind Doppelbock-Biere mit einem Stammwürzegehalt von über 18 Prozent.

Weltrekord
Mit 57 Prozent Alkoholgehalt gilt das "Schorschbock 57" als stärkstes Bier der Welt. Gebraut wurde das "Weltrekordbier" 2011 von Georg Tscheuschner aus dem fränkischen Gunzenhausen.

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