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Ausstellung

Blick auf musikalisches Rätsel

Begleitend zum Festival "Britannia in Bamberg" gibt es in der VHS Bamberg eine Ausstellung über den Komponisten Edward Elgar. Sie vermittelt einen optischen und auditiven Einblick in sein wichtigstes Werk, "Enigma Variations".
Eine Ausstellungsbesucherin betrachtet die Informationstafeln über Leben und Werk des englischen Komponisten Edward Elgar.Foto: Martin Wohlgetan
 
von MARTIN WOHLGETAN
Das Landleben kann so schön sein. Viel frische Luft, viel Ruhe, wenig Verkehr und Stress, wenig Hektik. Aber es fehlt eben auch einiges: Weil der britische Komponist Edward Elgar Mitte des 19. Jahrhunderts in den entlegenen West Midlands Englands aufwächst, bekommt er von Kultur und Musik nur wenig mit. Die fand ausschließlich im über 200 Kilometer entfernten London statt, sodass Elgar im Bezug auf seinen Wunsch Musiker zu werden feststellen musste: "[Dadurch], dass die Lebensumstände mich daran hindern würden, blieb mir nur übrig, mich selbst zu unterweisen". Zu Hilfe kam dem jungen Musiker der Umstand, dass sein Vater ein Musikgeschäft besaß, wodurch Elgar Zugang zu allen möglichen Noten und Musikstücken bekam. Er wurde zu einem Autodidakten "auf dem Gebiet der Harmonie, des Kontrapunkts, der Form, und kurz gesagt, bei allem, was das ,Geheimnis' der Musik ausmacht."

Heute geht Elgar, zumindest in Deutschland, etwas unter im klassischen Musikkanon. Bekannt ist vor allem sein Marsch "Pomp and Circumstance", des Weiteren einige Sinfonien und vor allem sein Orchesterwerk "Enigma-Variations". Dieses Werk gilt als sein künstlerischer Durchbruch, den er 1899 mit der Uraufführung in London erreichte.

14 Personen, 14 Variationen

Im Zentrum des 30-minütigen Werks stehen 14 Variationen über ein Thema, die jeweils 14 Personen aus dem näheren persönlichen Umfeld Elgars und seiner Frau, die er in sehr humoristischer Weise musikalisch skizzierte. Einen sehr anschaulichen Einblick in das Werk liefert nun eine Ausstellung, die in der VHS zu sehen ist. "Sie informiert über Elgar, seine Frau und über den Freundeskreis der beiden. Und wie er eben all diese Personen in ein Musikwerk eingewoben hat", gibt Meinhard Saremba, künstlerischer Leiter des Festivals "Britannia in Bamberg", einen groben Überblick über den Inhalt der Ausstellung.

Entstanden ist die Ausstellung ursprünglich in Zusammenarbeit mit dem Jugendradioprogramm des Südwestrundfunk (SWR), als begleitendes Element zu einem Konzert. Konkret zeigen die 16 Tafeln einen einleitenden Überblick zum Komponist und Werk und schließlich werden die 14 einzelnen Variationen in den Fokus gerückt. Saremba erklärt die Besonderheit der Komposition wie auch der Ausstellung: "Elgars Kniff war, dass er die Namen der behandelten Personen mit Buchstaben chiffrierte, sodass der neutrale Hörer natürlich nicht weiß, um wen es sich in der einzelnen Variation handelt. Die betroffenen Personen aus dem Freundeskreis des Ehepaars wussten natürlich, um wen es sich handelte."

Das Werk "Enigma-Variations" wie auch die Ausstellung geben somit nicht nur einen Einblick in die Programmatik eines Werkes, sondern skizzieren auch die soziologische Komponente eines britischen Künstler- und High-Society-Umfelds um die Jahrhundertwende.

Die Macken der Freunde

Musikalisch verarbeitet Elgar kleine Eigenheiten und sympathische Macken seiner Freunde und Bekannten. Für seinen Klavierfreund Hew David Stewart-Powell webt Elgar Tonleiterkaskaden ein, die an seinen virtuosen Spilstil erinnern sollen, die sechste Variation imitiert das schwerfällige Bratschenspiel von Isabell Fitton. Doch auch nicht-musikalische Macken arbeitet Elgar ein. "In der elften Variation hört man beispielsweise den Hund von George Robertson Sinclair und sich selbst ironisiert Elgar mit einem Pfiff, mit dem er sein Nachhausekommen seiner Frau ankündigte", verrät Saremba einige der "Rätsel" (griechisch: Enigma). Für ein vollkommenes Ausstellungserlebnis gibt es begleitende Audio-Guides. Diese können gegen ein Pfand im Büro der VHS ausgeliehen werden und beinhalten die Musik der "Enigma-Variations", sodass man gleichermaßen vor jeder Tafel die dazu gehörige Musik hören kann.

Und im Idealfall macht die Ausstellung Lust auf das bevorstehende Elgar-Wochenende, das vom 17. bis 19. April stattfinden wird. Dann wird es einen umfangreichen Einblick in das Werk Elgars geben, so auch in sein Chorwerk "From the Bavarian Highlands". Denn Elgar und seine Frau reisten mehrmals nach Deutschland und ließen sich von der hiesigen Kultur inspirieren. Neben diversen anderen Chorwerken kommen dann auch Kammermusik und Liederzyklen von Edward Elgar auf die Bühnen.

Öffnungszeiten Die Ausstellung ist noch bis 18. April im Treppenhaus der VHS in der Tränkgasse 4 zu sehen, und zwar Montag bis Freitag 8 bis 21.30 Uhr, Samstag 8 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Im Rahmen des Festivals "Britannia in Bamberg" findet vom 17. bis 19. April unter anderem in der VHS und im Spiegelsaal der Harmonie ein Elgar-Wochenende statt. Mehr im Netz www.britannia-in-bamberg.com/




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