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Protest

Bildungspolitik: Flashmob auf dem Bamberger Maxplatz

Am Samstag haben auf dem Bamberger Maxplatz hunderte Lehrer und Lehramtsstudenten gegen die momentane Einstellungssituation in Bayern protestiert. Trotz großen Bedarfs an Schulen haben viele der Anwesenden keine Anstellung gefunden.
Eine lange Schlange bildete sich auf dem Maxplatz in Bamberg, die Intiatorin Heike Temmel stand an der Spitze. Fotos: Johannes Görz
 
von JOHANNES GÖRZ
Die Passanten staunten nicht schlecht, als um 15 Uhr am Samstag auf dem Bamberger Maxplatz schätzungsweise 250 Lehrer und Lehramtsstudenten wortlos mitgebrachte bunte Kreide zertraten. Damit protestierten die Versammelten gegen die Einstellungspolitik des bayerischen Kultusministeriums.

Denn nicht nur die etwa 800 Gymnasialreferendare, die nun im Februar mit ihrer Ausbildung fertig werden, auch Real- und Grundschullehrer haben nur geringe Chancen auf eine Anstellung an einer Schule. Dagegen hatte bereits der Bayerische Lehrerverband BLLV protestiert. Die Referendare selbst hatten schon in München und zuletzt in Regensburg mit Aktionen wie jetzt in Bamberg auf ihre Situation aufmerksam gemacht.

Nun auch in Bamberg: Heike Temmel, die im September ihr Ausbildung zur Lehrkraft für Deutsch und Sport an der Realschule abgeschlossen hat, hatte über Facebook zum Flashmob in Bamberg aufgerufen. Etwa 250 Menschen versammelten sich am Samstag um 15 Uhr und reihten sich hinter der jungen Lehrerin auf. Temmel war als Frontfrau der Aktion ziemlich nervös.

Der Flashmob, auch wenn er als stummer Protest ohne große Reden und Transparente konzipiert war, wollte Aufmerksamkeit erregen, die Debatte rund um die bayerische Bildungspoitik am Laufen halten. Nach der Aktion, die nach etwa 15 Minuten beendet war, standen die Initiatorin und einige verbliebene Protestierende für Fragen und Diskussionen bereit. Für Gesprächsstoff unter den Passanten, die zumeist zum samstäglichen Einkaufsbummel in der Bamberger Innenstadt unterwegs waren, sorgte die Aktion durchaus. Sie erntete von vielen Verständnis, es wird aber vor allem klar, dass die Situation bayerischer Junglehrer vielen Menschen gar nicht bewusst ist.

So ist es mittlerweile auch üblich, dass Aushilfsstellen oft mit Referendaren besetzt werden, die als Arbeitskräfte deutlich günstiger sind als ausgebildete Lehrer, selbst wenn diese keine Planstelle, sondern nur einen befristeten Vertrag bekommen. Auch Heike Temmel musste als Referendarin im Einsatz 17 Wochenstunden ableisten, Standard sind eigentlich 10 Stunden. Das Maximum von 17 Stunden wurde zu Zeiten eingerichtet, als Lehrermangel herrschte, nun wären genug Nachwuchskräfte da. Referendare werden dennoch zu großen Teilen mit dem Maximalpensum eingesetzt.

Heike Temmel betont, dass nicht nur Gymnasiallehrer, auf die in der Berichterstattung der Medien besonders eingegangen wird, unter der Situation leiden, sondern auch Realschullehrer. Das Problem betreffe Realschullehrer sogar noch heftiger, was die Zahlen angeht, als die Gymnasiallehrer, so Temmel. Sie selbst hat zeitweise eine Anstellung als selbstständige Förderlehrerin an einer Grundschule gefunden, Ende Februar wird sie ins Ausland gehen.

Die Aktion in Bamberg soll nicht die letzte ihrer Art bleiben, demnächst wird man auch woanders in Bayern ähnliche Proteste sehen. Die jungen Lehrer wollen nicht locker und die Debatte nicht abreißen lassen.

zum Thema "Einstellungssituation Lehrer in Bayern"



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