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Region  // Bamberg

Regnitz

Biberalarm in Bamberg: Nur knapp an einer Überflutung vorbei

Das war knapp: Biber waren offenbar kurz davor, eine Flutwelle auszulösen. Wassermassen hätten sich von der Regnitz in den Hollergraben ergossen.
Nur ein schmaler Damm trennt den tiefer gelegenen Hollergraben (links) vom linken Regnitzarm (rechts). Ein unkontrollierter Durchbruch hätte fatale Folgen.   Foto: Ronald Rinklef
 
von HANS KURZ MICHAEL WEHNER
Es wäre eine gewaltige Flutwelle gewesen, die sich in den Hollergraben und von dort weiter zur Walkmühle und Richtung Schloss Geyerswörth ergossen hätte. Auf Höhe der Hainschule haben Biber vom Hollergraben eine Höhle samt der dazugehörigen Fluchttunnel gegraben. Mit dem unterirdischen Hauptgang - gut einen halben Meter im Durchmesser - waren die geschützten Tiere offenbar kurz davor, einen Durchbruch zum linken Regnitzarm zu schaffen. Wäre ihnen das gelungen, hätte es einen gewaltigen Wasserschwall und sehr wahrscheinlich auch einen Dammbruch gegeben.

"Das Wasser hätte das Erdreich unter dem Damm rasch ausgespült und diesen samt der darauf wachsenden Bäume weggerissen", glaubt Hans-Joachim Rost vom Wasserwirtschaftsamt. Daraufhin wären rund 30 Kubikmeter Wasser pro Sekunde vom linken Regnitzarm in den Hollergraben geflossen. Bei einem Höhenunterschied von drei Metern hätte sich ein enormer Wasserdruck aufgebaut.

Viele Bamberger kennen den Dammweg als Stengelallee, ein mit Linden gesäumter Spazierweg zum Hainbad und Bootshaus. Die Linden waren vor rund 200 Jahren gepflanzt worden waren.
Entdeckt wurde der Biberbau von Flussmeister Albert Groh und von den Mitarbeitern des städtischen Gartenamts. Die hatten bei ihren regelmäßigen Kontrollgängen festgestellt, dass in den Hollergraben Sand gespült wurde. Mit einer Sondierung stießen sie auf das unterhöhlte Erdreich. Gefahr war im Verzug, wie die Behördenmitarbeiter übereinstimmend berichteten: "Die fehlenden Meter zum linken Regnitzarm hätte ein Biber in einer Nacht graben können. Der Damm besteht aus sandigem Material. Das macht es diesen Tieren leicht", sagt Michael Gerencser vom Gartenamt der Stadt. Auch er spricht von einem drohenden Dammbruch und einer Überflutung im Falle eines Durchstichs.

Vorerst ist das Problem gebannt: Das vorhandene Gängesystem wurde in einer gemeinsamen Aktion der beiden Behörden am Mittwoch teils von oben, teils aber auch von der Seite mit Beton verpresst. Ein weiterer Gang soll heute verfüllt werden. Um die Stabilität des Damms dauerhaft zu sichern, muss der Damm aber grundlegend neu aufgebaut werden. Dafür wird laut Stadt auch eine Spundwand in die Regnitz eingebracht. Zusätzlich werden die Ufer des Hollergrabens mit Steinschüttung und Zaun vor künftigen Bibertunnels gesichert. Die Kosten beziffert die Stadt mit rund 60 000 Euro.

Auch sonst hält die Rückkehr des Bibers die Parkwächter in Atem. Laut Gartenamt fielen den Nagern im Hain und dem Erba-Park allein in diesem Winter rund 30 Bäume zum Opfer. Besonders bedauerlich sind aus Sicht des Gartenamts die Bisswunden an mehreren großen bestandsprägenden Buchen im Hain. Durch die kreisrunde Schälung seien diese Bäume nicht mehr zu retten. "Sie müssen gefällt werden", fürchtet Michael Gerencser.
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