Bambergs Stadtrat sagt ja zur Brose-Arena

33 Stadträte, vor allem von CSU- und SPD-Fraktion, billigten den dritten Namenswechsel der Bamberger Arena und das daran geknüpfte Ausbauprogramm in Millionenhöhe. Neun Stadträte der Grünen und Freien Wähler votierten dagegen.
Der Moment der Entscheidung: Die Mehrheit der Stadträte von CSU und SPD tragen den Vorschlag der Verwaltung mit: Aus der Stechert- wird schon bald die Brose-Arena.   Foto: Anna Lienhardt
 
Das Ergebnis der Abstimmung hat im Stadtrat wohl kaum jemanden überrascht. Der zweite große Immobiliencoup mit der Arena Bamberg ist nach dem Kauf vor drei Jahren problemlos über die Bühne gegangen. Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) musste niemals um die Mehrheit für sein Verhandlungspaket bangen, das inklusive nötiger Instandhaltungen 3,47 Millionen Euro kostet, die Stadt und auch die Stadtbau und Stadtwerke als Eigentümer der Halle aber nicht mehr als bisher belasten soll.

Immerhin sorgte die Sparkasse Bamberg zum Beginn der Stadtratssitzung für eine bemerkenswerte Nachricht. Sie ist nicht bereit, das erforderliche Darlehen für die "Spezialimmobilie" an der Forchheimer Straße zu geben ohne eine Bürgschaft in gleicher Höhe durch die Stadt Bamberg gestellt zu bekommen. Dies bedeutet zwar, dass die Stadt, wenn alle Stricke reißen, mit 2,47 Millionen Euro eigenen Geldes einspringen muss, andererseits hat so eine Bürgschaft auch ihre Vorteile. Wie es auf der Referentenbank hieß, bedeutet dies, dass das Darlehen mit Bürgschaft öffentlich ausgeschrieben werden kann und sehr wahrscheinlich auch die Kreditzinsen und damit die jährliche Belastungen der Eigentümer sinken. Die Sparkasse hatte bisher stets den vergleichsweise hohen Zins von 3,5 Prozent veranschlagt.

Zukunftsfähigkeit der Halle

In der Debatte prallten die bekannten Argumente einmal mehr aufeinander. Während CSU und SPD das Verhandlungspaket mit den Veränderungen vom Besucherleitsystem über neue Stühle bis hin zum Bau einer neuen Lagerhalle als unausweichlich anpriesen, weil nur so die Zukunftsfähigkeit der Halle erhalten bleibe, prangerten die Gegner namentlich aus der grünen Fraktion die darin verborgenen Risiken an. Meist gehörtes Befürchtung: "Diese Arena wird ein Millionengrab. Was wir heute erleben, ist nur der Anfang. Die Stadt wird weitere Millionen in die Halle stecken müssen", sagte Ursula Sowa von der GAL-Fraktion und ähnlich die fraktionslose Stadträtin Sabine Sauer. Peter Gack (GAL) warf einen Blick zurück: "Wenn vor drei Jahren bekannt gewesen wäre, dass nun weitere Millionen fälllig sind, dann hätte es damals keine Mehrheit gegeben."

Auch der Versuch der Freien Wähler, den Beitrag der Stadt durch eine Deckelung der Kosten und des Schuldendienstes sowie eine Streckung der Baumaßnahmen zu verringern, scheiterte an der Mehrheit der Stadträte, die den in den letzten Wochen mühsam ausgehandelten Vertrag mit Michael Stoschek nicht mehr aufschnüren wollten. "Wenn wir heute nicht zustimmen, dann sparen wir kein Geld. Die Verluste, die wir erleiden werden, sind größer als die Investitionen, die heute nötig sind", sagte Wolfgang Metzner, der Vorsitzende der SPD-Fraktion.

Ein klares Bekenntnis zum Ausbau der Halle legte auch die Bamberger CSU ab. Helmut Müller sprach von der Notwendigkeit, die Halle konkurrenzfähig zu halten, was ein Zuwarten nicht zulasse. Sein Fraktionskollege Gerhard Seitz, der 2010 gegen den Kauf votiert hatte, begründete seine Zustimmung nun mit der Verpflichtung des Eigentümers zur Schadensbegrenzung. Wer A sagt, müsse auch B sagen, meinte Seitz, verheimlichte aber nicht, dass er sich in seiner damaligen Skepsis bestätigt sehe: "Man hätte das den Bambergern schon damals sagen müssen, dass neue Kosten drohen. Alles schön zu reden, damit habe ich ein Problem."

Michael Stoschek - heimlicher OB?

Zu den 33 Stadträten, die den Verwaltungsvorschlag unterstützten, gehörten auch Daniela Reinfelder und Norbert Tscherner. "Schweren Herzens" stimmte der Bürger-Block-Mann zu, nicht ohne seine Erwartung zu äußern, dass von Brose "neue Forderungen" kommen werden. "Ich glaube, dass der heimliche OB längst Michael Stoschek heißt", lautet der Spruch, der Tscherner Lacher einbrachte.

Zufrieden dürfte an diesem Tag nicht nur der Vorsitzende der Brose-Gesellschafterversammlung sein, der die Unterstützung der Brose Baskets und die Aufwertung der Halle immer als Gesamtpaket verstanden hatte. Auch der Bamberger OB, Andreas Starke (SPD), lobte den Kompromiss, der ganz wesentlich seine Handschrift trägt. Er verschaffe der Halle, die seit der Übernahme durch die Stadt 1,1 Million Besucher, davon 70000 bei Kulturveranstaltungen angezogen habe, die lange vermisste Planungssicherheit und Kontinuität bis 2018. Starke: "Dadurch wird der Marktwert der Arena auch als Aushängeschild für die Region gesichert."

zum Thema "Arena Bamberg"

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