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Bamberg-Tunnel soll über 100 Millionen kosten


Autor: Michael Wehner

, Donnerstag, 26. Januar 2012

Gesinnungswandel bei der Projektbau GmbH der Deutschen Bahn: Nachdem in einer der letzten Stadtratssitzungen eine Tunnellösung in Bausch und Bogen verworfen worden war, wird nun geprüft. Freilich fürchtet man hohe Zusatzkosten im dreistelligen Millionenbereich.
Ein ICE, der in Bamberg nicht hält, könnte auch in einer Röhre verschwinden. Die Bahn prüft derzeit, unter welchen Bedingungen  eine Untertunnelung Bambergs  für zwei Gleise machbar wäre.   Foto:  Ronald Rinklef


Derzeit ist die Projekt-Gesellschaft damit beschäftigt, die Planung für die neue Bahnstrecke zwischen Baiersdorf und Zapfendorf voranzutreiben. Nach der Phase des Vorentwurfs geht es für die Entwurfsplanung m nun deutlich weiter ins Detail.

Um der Kritik aus Bamberg Rechnung zu tragen, haben sich die Planer davon verabschiedet, ein acht Meter hohes Überwurfbauwerk im Gärtnerland zu bauen. Nun soll ein Verbindungsgleis entstehen, das die Hochgeschwindigkeitsstrecke Richtung Würzburg unterquert und damit die Blickbeziehungen zur Altstadt unberührt lässt.

Außerdem prüft die Bahn, zu welchen Bedingungen es möglich wäre, zwei Gleise getrennt zu führen, das heißt die Stadt Bamberg entweder durch eine Untertunnelung Bambergs oder eine Umfahrung durch den Hauptsmoorwald zu entlasten. Beides wäre aus Sicht der Planer problematisch, weil es die Belegung der Gleise durch die verschiedenen Zugtypen (ICE, Regionalzug, S-Bahn, Güterzüge) einschränkt und auch Probleme bei der Verknüpfung der Fahrtrichtungen im Bamberger Norden (Würzburg, Erfurt, Ebern) aufwirft. So viel scheint heute sicher: Technisch wäre es möglich, zwei Gleise in der Tiefe von rund 20 Metern durch den dort anstehenden Burgsandstein zu führen. Aber es wäre extrem teuer: Reiner Gubitz spricht von Mehrkosten in Höhe einer dreistelligen Millionensumme.

Erlangen hat den Tunnelblick bereits gewagt. Dort wurde eine Röhre für zwei Gleise geprüft - und verworfen. Mit ein Grund für den Rückzieher: Um die gleiche Zugkapazität zu erreichen, hätte oberirdisch trotzdem ein weiteres Gleis neu gebaut werden müssen, sagt Gubitz.

Unklar ist nach wie vor, wie es vermieden werden kann, dass Bamberg durch die neue Bahnlinie und die gesetzlich vorgeschriebenen Lärmwände optisch getrennt wird. Immerhin signalisieren die Planer Beweglichkeit bei der Gestaltung und Dimensionierung der bis zu sechs Meter hohen Mauern. Man könne durch passiven Lärmschutz in Abschnitten die geforderte Höhe verringern, sagte Gubitz. Auch die Verwendung von Glas könnte entgegen ersten Aussagen der Bahn doch eine Rolle spielen; allerdings nur, wenn es den Vorgaben entspricht und finanzierbar ist. Beispiele für haushohe durchsichtige Glaswände gibt es in Erlangen. Gubitz dazu: "Wir müssen das im Einzelfall prüfen."

Wann es mit dem Ausbau der ICE-Strecke wirklich losgeht, ob 2017 oder erst 2030 lesen Sie in der Printausgabe des Fränkischen Tag vom Freitag.