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Ehrenamt

BRK und Malteser in Bamberg geben Halt nach Unglücken

Wolfgang Gärtig und Marc Heil helfen Menschen, die sich nach Notfällen in einer Krise befinden. Malteser und Bayerisches Rotes Kreuz arbeiten eng zusammen.
Wolfgang Gärtig von den Maltesern und Marc Heil vom Bayerischen Roten Kreuz (r.) helfen in akuten Krisen.  Foto: Sabrina Hörl, BRK
 
von SEBASTIAN MARTIN
Marc Heil (41) und Wolfgang Gärtig (44) erinnern sich an einen ihrer letzten gemeinsamen Fälle: Ein Jugendlicher hatte miterlebt, wie sein Vater plötzlich am Tisch zusammengebrochen ist. Jede Hilfe kam damals zu spät. Auch der Notarzt konnte nichts mehr tun. Die Rettungskräfte vor Ort forderten daraufhin über die Leitstelle die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) an - Einsatz für Heil und Gärtig.

"Wir fahren immer direkt an den Ort des Geschehens", erklärt Wolfgang Gärtig, der sich seit 20 Jahren ehrenamtlich bei den Maltesern engagiert und inzwischen PSNV-Helfer ist. Immer vorausgesetzt: Die Betroffenen wollen die Hilfe.


Für die Angehörigen da

Wie damals im Landkreis Bamberg ist das meist der Fall. Zu zweit holen sich die Männer Informationen von den Rettungskräften und kümmern sich sofort um die Betroffenen. In den ersten Stunden nach einem Unglück oder bei der Überbringung einer Todesnachricht durch die Polizei sind sie sofort für die Angehörigen da.

"Einfühlungsvermögen ist enorm wichtig", sagt Marc Heil, der seit 2010 ehrenamtlich beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) hilft. Oftmals müssten er und seine Kollegen einfach nur das Schweigen aushalten. Dazu haben die beiden Ehrenamtlichen auch Kerzen dabei. Andere Betroffene wiederum brauchen sofort nach einem Unglück Ablenkung - durch Hausarbeit oder einen Spaziergang etwa. Vor allem aber hat alles ein Ziel: in die Trauer zu kommen. Dabei wollen Wolfgang Gärtig und Marc Heil helfen.

Die beiden leiten das neue, derzeit zehnköpfige ehrenamtliche Team von BRK und Maltesern, das Menschen Halt geben will, die sich nach Notfällen in einer akuten Krise befinden. Wenn die Kollegen vom Rettungsdienst, der Polizei und Feuerwehr Hilfe geleistet haben, fängt der Job des Teams an - nach plötzlichem Kindstod, Suizid, aber auch bei Großlagen wie einem Amoklauf oder einer Geiselnahme. "Das große Vertrauen in die Einsatzkräfte ist dabei für uns extrem wichtig", sagt Heil. Er selbst war nach dem Amoklauf 2016 in einem Regionalzug bei Würzburg als Hospitant beim Einsatz. Und hat Erfahrungen bei einer Großlage mit vielen Verletzten gesammelt.


Umfangreiche Ausbildung

Bis ein Ehrenamtlicher als PSNV-Helfer eingesetzt werden darf, ist eine gründliche Ausbildung erforderlich. Mehrere Stunden praktische Erfahrung gehören dazu - die theoretische Ausbildung umfasst 80 Stunden. Eine Sanitätsausbildung ist in der Regel obligatorisch. Erst dann dürfen die Ehrenamtlichen den Betroffenen helfen.
So wie damals im Landkreis, als der Mann im Beisein seiner Familie plötzlich verstorben ist. Heil und Gärtig kümmerten sich um den Jugendlichen, ließen ihn erzählen und holten die Mutter dazu.

Oftmals verspürten die Angehörigen den Wunsch, den Toten noch einmal zu sehen. Das ermöglichen die Ehrenamtlichen den Angehörigen. Die Helfer bieten manchmal auch an, Bestatter zu organisieren. Es sei wichtig, den Trauernden zu helfen, sich zu orientieren. Die Helfer bleiben ein paar Stunden bei den Betroffenen. Empfehlen in manchen Fällen eine psychologische Betreuung.

Im Fall des Jugendlichen hatten Heil und Gärtig ein gutes Gefühl: Der Jugendliche sei stabil und in der Lage gewesen, sich vom Vater zu verabschieden. Das sei wichtig, um eine Krise zu bewältigen - ohne Traumatisierung.


Freiwillige Angebote, um Betroffenen zu helfen

Kooperation Das Psychosoziale Notfallversorgungs-Team für Betroffene (PSNV-B) in Bamberg ist ein Angebot der BRK-Bereitschaften im Kreisverband Bamberg und der Malteser Einsatzdienste in Bamberg. Es handelt sich um ein freiwilliges Angebot beider Organisationen.

Ergänzung Das Angebot der "Notfallseelsorge" ist ebenfalls ein Angebot aus dem Bereich PSNV-B in Trägerschaft der beiden christlichen Kirchen. Das PSNV-B-Team versteht sich als Ergänzung zu Angeboten der Notfallseelsorge. Die Frage, ob im Zweifelsfall die Notfallseelsorge oder das PSNV-B-Team alarmiert wird, ist zwischen anfordernder Stelle (z.B. Polizeieinsatzkräften, Rettungsdienst) und alarmierender Stelle (Integrierte Leitstelle Bamberg-Forchheim) zu klären.
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