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Region  // Bamberg

Obst

Anleitung zum Mundraub: Obst gratis ernten

Statt im Supermarkt Obst zu kaufen, das um den halben Globus geflogen wurde, gibt's auch die Möglichkeit, heimische Bäume zu ernten. Kostenlos und mit Anleitung. Eine Internet-Community hilft beim Mundraub.
Foto: dpa
 
von NATALIE SCHALK
Äpfel vergammeln im Straßengraben, Pflaumen kullern auf den Feldweg: Tonnenweise leckeres fränkisches Obst verdirbt jedes Jahr, ohne dass sich jemand darum kümmert. Gleichzeitig kaufen Verbraucher im Supermarkt Obst und Gemüse, das um die halbe Welt geflogen wurde. Das können sie sich zum Teil ganz einfach sparen: Die Internetseite mundraub.org will mit der Verschwendung Schluss machen und verrät, wo jeder legal und kostenlos Obst, Gemüse, Kräuter und Nüsse ernten darf.

Karte weist den Weg

Eine interaktive Karte zeigt herrenlose und vergessene Bäume oder Sträucher in ganz Deutschland. Dabei finden sich auch in Franken einige Obstbäume auf öffentlichem Grund: Apfelbäume neben der Campus-Haltestelle in Bayreuth; nicht viel weiter zeigt die Karte Äpfel und Pflaumen an einer Ortsverbindungsstraße. Sie wurden erst vor zwei Wochen von einem Mundraub-Nutzer eingetragen. Genauso alt ist die Markierung von zwei Birn- und vier Apfelbäumen in Elfernshausen nahe Hammelburg. Deutlich älter hingegen die sauren kleinen Pflaumen, die Äpfel und Mirabellen unweit der Bamberger Sandstraße.

Freies Obst für freie Bürger

Nutzer sollten beachten, dass nicht immer garantiert ist, das die im Internet angegebenen Früchtchen noch da sind - und nicht etwa schon abgeerntet. Außerdem muss der richtige Zeitpunkt abgepasst werden: Wer jetzt Kirschen sucht, wird eben nur im Supermarkt fündig. Aber die Früchte des Herbstes können derzeit vielerorts vom Straßenrand geklaubt werden. Von jedem, der zufällig vorbeispaziert oder gezielt als Mundräuber danach sucht. Freies Obst für freie Bürger eben. Das ist das Motto der Mundraub-Community.
Auf der Homepage kann sich jeder anmelden und selbst ein Mundräuber werden. Ein paar Regeln müssen dabei beachtet werden: Wer eine Stelle auf der Karte einträgt oder einen Mundraub-Baum erntet, soll sich vergewissern, dass keine Eigentumsrechte verletzt werden.

Ein echter Mundräuber teilt

Ein sorgsamer Umgang mit den Bäumen, der Natur und den Tieren, die dort leben, sollte selbstverständlich sein. Ein wahrer Mundräuber trägt seine Fundstellen mit möglichst genauen Informationen ein, er teilt seine Entdeckungen, verrät anderen, wo's was zu holen gibt und verschenkt auch einmal ein paar Früchtchen.

zum Thema "Spartipps"



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