Kundgebung

150 Demonstranten stellen sich in Bamberg gegen Nazis

Am Bahnhof in Bamberg haben Demonstranten ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt. Eine geplante Neonazi-Kundgebung zur selben Zeit war nicht genehmigt worden. Dennoch rechnete manch Demonstrant damit, dass vereinzelt Rechtsextreme auftauchen könnten.
Das Bündnis gegen Rechtsextremismus trifft sich am Samstag am Bahnhof unter dem Motto: "Nazis vertreiben, Flüchtlinge bleiben!" Foto: Matthias Hoch
 
von SEBASTIAN MARTIN
Im Vorfeld war schon klar: Die Neonazi-Demo auf der anderen Straßenseite am Bahnhof in Bamberg findet nicht statt - sie wurde vom Ordnungsamt der Stadt verboten. Dennoch zeigen rund 150 Gegendemonstranten am Samstagmittag Flagge. Sie trauen dem Frieden nicht. Schließlich könnte es sein, dass sich der ein oder andere Rechtsextreme zeigt. Auch die Polizei war mit entsprechender Stärke vor Ort.


Einsatz für die Demokratie in Bamberg


Den Einsatz für die Demokratie lobt Günter Pierdzig vom Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) in seiner Rede. Sie gilt den vor der Post versammelten Menschen. Vor allem linke Gruppierungen haben sich eingefunden. Auch Bundestagsabgeordneter Andreas Schwarz (SPD), Heinrich Schwimmbeck von der Bamberger Linken, weitere Vertreter aus Politik, des Migrationsbeirats der Stadt sind zur Demonstration gekommen: Das Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus zeigt Geschlossenheit im Kampf gegen Nazis.


Linke wollen ständig Widerstand leisten


Wolfgang Metzner (SPD), Dritter Bürgermeister der Stadt Bamberg, mahnt: Man dürfe Neonazis keine Plattform geben. Aber: "Rechtsextreme sollten keinen Schritt machen dürfen, ohne dass sie von der Gesellschaft in die Schranken gewiesen werden!" Das Verbot der rechtsextremen Kundgebung sei für den Tag nur eine Momentaufnahme: Wie die Anmelderin der Gegendemo sagt, sei es wichtig, "beständig Widerstand zu leisten". Unter anderem seien unter den Bamberger Neonazis auch Leute, die Kontakte nach Stammheim bei Schweinfurt haben, wo die rechtsextreme Partei "Die Rechte" ihre Zentrale errichtet hat. Man müsse sich den Nazis entgegenstellen, betont die linke Aktivistin der Antifa, die unerkannt bleiben will.


Bamberger Kundgebung hätte Ersatzversammlung für Hamburg werden sollen

Dass das Verbot der rechten Demonstration überhaupt zu Stande kam, hat mit einem geplanten "Tag der Patrioten" in Hamburg zu tun. Dort wollten am Samstag Neonazis und Hooligans aufmarschieren, auch einige aus Bamberg. Ihnen wurde im Vorfeld die Teilnahme untersagt. Und weiter: "Die Versammlung in Hamburg und alle Ersatzversammlungen sind verboten", erklärt der Bamberger Polizeichef Udo Skrzypczak. Polizei und Ordnungsamt der Stadt Bamberg hatten Informationen vorgelegen, dass die Veranstaltung der Rechtsextremen in Bamberg eben solch einen Ersatz für Hamburg darstellen sollte - letztlich die Grundlage des Verbots. Man sah die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Gefahr. Derweil ist es am Samstag in Hamburg zu Ausschreitungen gekommen.


Einige Rechte erscheinen dennoch in Bamberg


Bis 13.45 Uhr verharren die Demonstranten vor der Post. Dass sich ihr Einsatz gelohnt hat, zeigt sich an dieser Tatsache: Drei bis vier bekannte Neonazis tauchen doch noch auf und versuchen aus der Ferne zu provozieren. Die Polizei hat die Lage aber jederzeit im Griff.
 

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