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Historie

Wer wohnte wo und wie in Kissingen?

Ein Adressbuch aus dem Jahr 1865 dokumentiert das damalige Leben und dessen Bürger in der Stadt Kissingen.
In der Schlossstrasse vermieteten die meisten Hausbesitzer Zimmer an Kurgäste. Kaufmanns-Wittwe Louise Eck zum Beispiel (ganz oben) hatte elf Zimmer und ein Bade-Cabinet.  Quelle: Google-Books/Repro: Britz
 
von DIETER BRITZ
"Alte Adressbücher sind eine wichtige Quelle für die historische Forschung", heißt es im Internet-Lexikon Wikipedia. Das gilt zum Beispiel auch für das "Adressbuch von Kissingen" (noch ohne das erst 1883 verliehene Prädikat "Bad") aus dem Jahr 1865. Wie andere historische Dokumente auch, deren Schutzfrist lange abgelaufen ist, ist dieses von F. J. Reichardt im Selbstverlag herausgegebene Adressbuch im Internet frei zugänglich.


Zimmer an Kurgäste vermietet

In dem 244-seitigen Werk steht natürlich das Verzeichnis der Einwohner der Stadt im Mittelpunkt. Enthalten sind allerdings nur die Hauseigentümer. Dieses Verzeichnis gliedert sich in zwei Teile: Zuerst kommt auf 25 Seiten eine Aufstellung nach Straßen mit einer durchgehenden Nummerierung der Häuser von eins bis 301. In der Brückenstraße, Hausnummer 290 1/4a, lebte der Musiker Heinrich Stockhaus in einem Haus mit zehn Zimmern, zwei Salons und einem Garten mit Laube und Aussicht in einen Garten. Man darf als sicher annehmen, dass er diese vielen Zimmer während der Kursaison an Gäste vermietete.

Nebenan, in Haus Nummer 290 1/5, wohnte Decorationsmaler und Photograph Heinrich Hofmann. "18 Zimmer, vier Salons, drei Badecabinete mit vorschriftsmäßiger Wasserleitung. Großer Blumengarten beim Hause und freie Aussicht nach allen Seiten, nahe den neuen Anlagen" hatte er den Kurgästen zu bieten. Die "Gäste" des Hauses 269 1/2 in der Oberen Marktstraße allerdings wohnten hier nicht freiwillig, denn hinter dieser Adresse verbarg sich das Bezirksgefängnis.

Die Mehrzahl der Hausbesitzer, ob Lohnkutscher, Schneidermeister oder Oekonom hatte damals in Bad Kissingen eine größere Zahl von Zimmern, die während der Kursaison an gut zahlende Kurgäste aus aller Welt vermietet wurden.

In einem weiteren Verzeichnis sind alle Einwohner von Kissingen namentlich aufgeführt, allerdings ohne Gesellen, Dienstboten und so weiter. Das Adressbuch enthält auf 25 Seiten sehr aufschlussreiche Listen der staatlichen und städtischen Behörden, der kirchlichen und schulischen Einrichtungen, der Vereine und der Geschäfte und Betriebe. Bezirksamtmann war damals der königlich bayerische Kammerherr J. von Parseval, der gleichzeitig auch Chef des königlichen Badecommissariates war. Leiter des königlichen Bezirksphysikates (Gesundheitsamtes) war Dr. Daniel Erhard, königlicher Hofrat und Brunnenarzt.


Zwölf praktische Ärzte

Kissingen hatte damals zwölf praktische Ärzte, von denen die Hälfte Brunnenärzte waren. Zwei dieser Ärzte kamen nur während der Kursaison aus London nach Kissingen.

Interessant ist auch die Liste der Vereine. es gab unter anderem ein Gabelsberger Stenographen-Kränzchen, einen polytechnischen Verein, eine Liedertafel und eine Vierzehnheiligen-Bruderschaft.

Nicht vergessen werden dürfen aber auch die vielen Anzeigen, die ein authentisches Bild vermitteln, welche Betriebe und Geschäfte es damals gab und welche Dienstleistungen angeboten wurden.

Das Adressbuch von Kissingen 1865 wurde von F. J. Reichardt im Selbstverlag herausgegeben. Wer es selbst lesen will: Dazu die Internetadresse https://books.google.deaufrufen und dann "adressbuch kissingen" eingegeben. Bereits 1838 war ein viel dünneres Kissinger Adressbuch erschienen. Dieses Adressbuch ist über die Adresse https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de zu bekommen.
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