Bad Kissingen
Musik

Stehende Ovationen in der Kirche

Mit der Ernennung von Jörg Wöltche zum Kirchenmusikdirektor würdigt die Evangelische Landeskirche die ambitionierte künstlerische Arbeit des Kantors der Erlöserkirche.
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Kirchenrat Manuel Ritter (links) überreichte Jörg Wöltche die Urkunde mit der Ernennung zum Kirchenmusikdirektor. Foto: Klaus Werner
Kirchenrat Manuel Ritter (links) überreichte Jörg Wöltche die Urkunde mit der Ernennung zum Kirchenmusikdirektor. Foto: Klaus Werner
Bad Kissingen — "Künstlerisch ambitioniert üben Sie Ihr Amt aus und verstehen es, klassische und moderne Kirchenmusik unter dem Dach der Erlöserkirche zu vereinen und im Dienst des Gemeindeaufbaus miteinander zu verbinden." - So klang es in der Laudatio zur Ernennung von Jörg Wöltche zum Kirchenmusikdirektor, die von Kirchenrat Manuel Ritter im Rahmen des Gottesdienstes vorgetragen wurde.
Im Jahre 1997 wurde Jörg Wöltche zum Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Bad Kissingen berufen und er ist gleichzeitig Dekanatskantor im Bezirk Schweinfurt. Aufgrund der herausragenden Bedeutung der Bad Kissinger Kirchenmusik wurde die Stelle im Jahre 2008 zu einer so genannten A-Stelle erhoben.

Bekannter Gospelchor

Mit der Würdigung, so Manuel Ritter im Auftrag von Oberkirchenrat Michael Martin, werde nicht nur das Wirken von Jörg Wöltche in der Kirchengemeinde honoriert, sondern seine Bekanntheit weit über die Kissinger Grenzen hinaus. Dies sei vor allem dem Gospel-Chor "Kis sSingers" sowie den verschiedenen Jugend- und Kinderchören zu verdanken, die mit ihren vielfältigen Aktivitäten zum Botschafter der Stadt wurden.
Darüber hinaus gab es offizielles Lob für die Einbindung klassischer evangelischer Kirchenmusik in die hochkarätigen Festivalprogramme der Stadt. Beispielhaft wurden der Kantatengottesdienst als fester Bestandteil des Kissinger Sommers oder die Funktion "Gastdirigent" bei den "Kissinger Osterklängen" genannt. Weitere Stichworte der umfangreichen Laudatio waren Musical-Projekte im Jack-Steinberger-Gymnasium, Workshops an der Musikakademie Hammelburg, die Weiterentwicklung des Kammerorchesters Bad Kissingen oder die Chorreisen in die Partnerstädte von Bad Kissingen.
Ritter erwähnte Wöltches Wirken bei der kirchenmusikalischen Aus- und Fortbildung auf der Dekanatsebene, die Gestaltung von Liederheften und Konzepten für eine Kur-/Reha-Gemeinde und fasste alles in dem Satz zusammen: "Diese große Vielfalt von Kirchenmusik erreichen Sie durch Verbindung unterschiedlicher Stile und Arrangements zu einem musikalischen Crossover".
Sein Dank galt auch der Kirchengemeinde, die dem neuen Kirchenmusikdirektor hierfür genügend Raum und Gelegenheiten gebe. Stehende Ovationen der Gottesdienstbesucher folgten der ausführlichen Beschreibung und zeugten von der Wertschätzung des Geehrten in der Kirchengemeinde.
Der "Jubilate"-Gottesdienst war mit einem Wunschlieder-Singen verbunden und in Verbindung mit Wöltches Würdigung stehe "die Musik im Mittelpunkt des Gottesdienstes" - so Pfarrer Jochen Wilde.
Wunschlieder als "Lieder auf Zuruf" haben nach Wilde eine lange Tradition, und gleichzeitig belegten die musikalischen Wünsche der Gläubigen das umfangreiche musikalische Repertoire des neuen Kirchenmusikdirektors, der nicht nur sofort die entsprechende Liednummer im Evangelischen Gesangsbuch wusste, sondern auch unverzüglich die Melodie an der Steinmeyer-Orgel intonierte.

Ökumenischer Brückenschlag

Beim anschließenden Empfang im evangelischen Gemeindezentrum begrüßte Kirchenvorsteher Klaus Lotter viele Wegbegleiter und "alle Mütter". Dem Glückwunsch an Jörg Wöltche zur Ernennung als Kirchenmusikdirektor schlossen sich stürmischer Beifall und Hochrufe an. "Sie haben Gospelmusik weit über die Kissinger Grenzen hinaus bekannt gemacht und haben die Stadt kirchenmusikalisch geprägt", würdigte Lotter das Schaffen Wöltches und bezeichnete Gospelmusik als "ökonomischen Brückenschlag".
Lotter drückte die Hoffnung auf weitere Jahre gemeinsamer Arbeit aus. "Am 29. März 2030 ist mein letzter Arbeitstag", antwortete der Geehrte und bis dahin möchte er die Zeit in der Kissinger Gemeinde verbringen. Unter den Beifall der Gäste sagte er: "Ich habe noch viele Ideen!"
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