Schweinfurt
Fußball

FC 05 präsentiert sich als stabiles Gebilde

Die Schweinfurter hoffen in der zweiten Pokalrunde auf ein volles Haus. Die Auslosung findet am Sonntag statt, davor geht es zum Frankenderby nach Bayreuth.
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Nach dem Sieg über Sandhausen bekommt der FC 05 Schweinfurt am Sonntag seinen DFB-Pokal-Zweitrundengegner zugelost.  Foto: Marion Wetterich
Nach dem Sieg über Sandhausen bekommt der FC 05 Schweinfurt am Sonntag seinen DFB-Pokal-Zweitrundengegner zugelost. Foto: Marion Wetterich
Der FC 05 trainiert längst wieder. Am Samstag geht's nach Bayreuth, Franken-Derby, Verfolgerduell. Alltag halt in der Regionalliga Bayern. Am Sonntag aber weht sie wieder durchs Willy-Sachs-Stadion, die nationale Fußball-Luft, die den Schweinfurtern so gut bekommen ist. Dann ist die Auslosung der zweiten DFB-Pokal-Hauptrunde, für die sich die Mannschaft von Trainer Gerd Klaus mit dem 2:1-(0:1)-Sieg gegen den Zweitligisten SV Sandhausen ja hat qualifizieren können. Und auch wenn wieder ganz normal trainiert wird: Der größte Triumph seit 16 Jahren hallt immer noch nach. "Ich wünsche mir den FC Schalke 04", sagt Marius Willsch, Schütze des 1:1 (53.) und bekennender Knappen-Fan. "Ich bin seit meiner Kindheit ein Blauer, das wäre ein Traum." Solche Wünsche darf man halt äußern, wenn man eine Pokal-Überraschung vollbracht hat.

Überraschung. Von Sensation, wie so manch Reporter bundesweiter Medien, wollte in Schweinfurt nämlich kaum einer sprechen in den Tagen nach dem Erfolg. Schon gar nicht Präsident Markus Wolf: "Ich sage bewusst nicht Sensation, weil wir ja verdient weiter gekommen sind." Fürwahr, die klassische Abwehrschlacht eines Außenseiters mit glücklichem Ende war's nicht. Die Nullfünfer waren eine Halbzeit lang ebenbürtig, nach der Pause eine gute halbe Stunde lang überlegen und erst in der Schlussphase musste bei nachlassender Kraft neben dem starken Keeper Alexander Eiban auch ein wenig Fortuna mithelfen. Da hätte der Regionalligist allerdings auch schon höher führen können als 2:1 durch Steffen Krautschneiders Treffer (62.).


Die Mitte war dicht

Es war ein stabiles Gebilde, das der FC 05, dem die Umstellung auf Vollprofitum einen gehörigen Qualitätsschub gegeben hat, da auf den Platz gebaut hatte: kompakt im Mittelfeld, wo Nikola Jelisic sich zentral unermüdlich aufrieb, brandgefährlich über die Flügel. Und: Wie auch mehr und mehr in der Liga, kristallisieren sich die beiden neuen Innenverteidiger Patrick Wolf und Matthias Strohmaier als wertvolle Stützen heraus. Die Mitte war dicht für die Sandhausener. Und an der Seite der beiden höherklassig erfahrenen Kräfte ziehen sich auch die Außenverteidiger Philip Messingschlager und Herbert Paul hoch, die ein unglaubliches Laufpensum absolvierten, nach Abspielfehlern Anderer im Aufbau oftmals in der Rückwärtsbewegung überragend den Ball zurückeroberten. Dass das 0:1 durch Lucas Höler (11.) nach Doppelpass mit dem Ex-Würzburger Neimeddin Daghfous für die 05-Defensive vermeidbar aussah, wischte Offensiv-Kollege Adam Jabiri mit einer netten Floskel vom Tisch: "Was leicht aussieht, ist oft einfach gut gemacht vom Gegner."

Es war einer der ganz wenigen lichten Momente der Sandhausener, deren Trainer Kenan Kocak extrem angefressen war: "Wir haben uns offenbar von den Lobeshymnen nach den letzten Spielen einlullen lassen." Seinen Torwart Marco Knaller, vor der Saison Stammkraft, zuletzt aber zweiter Mann, der bei seiner Rückkehr vor allem beim 2:1 schlecht aussah, wollte er aber nicht zum Sündenbock abstempeln: "Es wäre unfair, wenn wir uns hinter ihm verstecken würden." Während die Sandhausener jetzt erst einmal Einiges aufzuarbeiten haben, gilt es für die Schweinfurter Spieler, den Schwung mit nach Bayreuth und generell in die Regionalliga mitzunehmen. Die Verantwortlichen freilich dürfen und müssen sich weiter mit dem Pokal-Wettbewerb beschäftigen. Schließlich geht's hier um viel Geld. Gut 100 000 Euro war das Erreichen der ersten Runde wert, gut 300 000 Euro kommen nun dazu. In Summe eine halbe Million, fast die Hälfte des ursprünglichen Etats. Nur selbstverständlich, dass Markus Wolf ("wir haben es jetzt leichter und auch die Angebote von Außen werden zumindest quantitativ besser werden") das Werben um noch einen höherklassigen Stürmer reaktiviert hat.

Dass die zusätzlichen Zuschauereinnahmen in Runde zwei am 24./25. Oktober höher ausfallen werden, als durch die 4610 Fans am Sonntag, steht für den Präsidenten ohnehin fest: "Die Leute in Schweinfurt sind jetzt angefixt. Gegen wen es letztlich gehen könnte, darüber mache ich mir noch keine Gedanken. Mein Traum war immer ein volles Stadion, dem sind wir bei jedem Gegner ein großes Stück näher gekommen." Und sportlich? "In Schweinfurt ist für jede Mannschaft schwer zu gewinnen." Michael Bauer
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