Bad Kissingen
Eishockey

Domantas Cypas: Ein Leben für den Sport

Kissingen steht vor einer angespannten Personal-Situation, will aber gegen Haßfurt und Schweinfurt spielen. Domantas Cypas kann den Unterschied ausmachen.
Artikel einbetten Artikel drucken
Domantas Cypas (rechts) von den Kissinger Wölfen gilt als bester Verteidiger der Liga. Der Litauer lebt für den Sport Eishockey.Hopf
Domantas Cypas (rechts) von den Kissinger Wölfen gilt als bester Verteidiger der Liga. Der Litauer lebt für den Sport Eishockey.Hopf
Dass Domantas Cypas überhaupt zum Eishockey gekommen ist, verdankt er seinen Eltern. "Es war die Idee meines Vaters, aber zum ersten Training hat mich meine Mutter gefahren", sagt der 21-jährige Litauer. Ein Glück für die Kissinger Wölfe (1./15), die an diesem Wochenende am Freitag (20 Uhr) erst zu Hause gegen den ESC Haßfurt (7./6) und am Sonntag (18 Uhr) auswärts in Schweinfurt (4./11) in der Verzahnungsrunde antreten. Denn die Wölfe können sich immer auf ihren Verteidiger verlassen.


Glücksgriff für Bad Kissingen

Dass Domantas Cypas für die Kissinger spielt, verdanken sie ihrem Torwart Donatas Zukovas: "Ich habe die Saison in Kasachstan begonnen, aber ich wurde aus dem Kader gestrichen und so habe ich all meinen Freunden geschrieben, die Eishockey spielen. Unser Torwart Don hat geantwortet und mir Nemos Nummer gegeben. Das waren super Neuigkeiten für mich." Nicht nur für ihn, auch für die Wölfe war Domantas Cypas ein Glücksgriff. Trainer Mikhail Nemirovsky ist begeistert vom jungen Litauer: "Wenn er Deutscher wäre, würde er zu 100 Prozent DEL spielen. Seine Verteidigung ist besser als 90 Prozent der Verteidiger der zweiten Liga." Der 1,95 Meter große Cypas zeige eine gute Körpersprache auf dem Eis, "er will immer lernen, er ist immer vorbereitet, konzentriert und hat Disziplin auf dem Eis. Das macht ihn zum absoluten Teamplayer", sagt Nemirovsky.

Auch Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin bestätigt, dass Domantas "einer der besten Verteidiger der Liga" sei: "Er ist läuferisch sehr stark, spielt mit Kopf, ist konditionell und körperlich in einem sehr guten Zustand. In der Verteidigung füllt er bei uns eine Schlüsselposition."


Kulinarisch ein Franke

Der Litauer lebt für diesen Sport: Seit er 13 Jahre alt ist, reist Domantas Cypas allein durch die Welt, um Eishockey zu spielen. Schweden, Lettland, die USA und Kasachstan stehen bisher auf seiner Liste. "Weil wir in Litauen keine gute Eishockey-Ausbildung haben", erklärt Cypas. Deswegen sieht er seine Familie immer erst im Sommer, wenn die Eishockey-Saison zu Ende ist. Deutschland kennt er bereits von einigen Urlauben mit seiner Familie, als er noch ganz klein war. Als deutsches Lieblingsessen zählt er Hochzeitssuppe und Sauerbraten mit Kloß auf. Kulinarisch eingelebt hat er sich in Franken also bisher schon. Und auf die Fans der Kissinger Wölfe ist Domantas Cypas stolz: "Sie sind immer sehr laut, das mag ich."

Ob die Fans ihn am Freitag gegen Haßfurt zu sehen bekommen, ist bisher noch nicht gewiss. "Es sind noch viele angeschlagen", sagt Rosin ohne Namen zu nennen. "Deshalb werden wir noch sehen, wer am Freitag spielt." Das Derby soll laut Rosin aber auf keinen Fall abgesagt werden. Denn Ausweichtermine gibt es nicht mehr, nachdem das Moosburg-Spiel nun offiziell auf den 9. März verlegt wurde.


Gemeinsame Aktion

"Ich hatte zuletzt sieben Leute plus Torwart im Training, aber das ist keine Ausrede", gibt sich Trainer Mikhail Nemirovsky kämpferisch. "Wir müssen uns auf uns konzentrieren." Trotzdem hofft der Verein auf viel Unterstützung durch die Fans. Denn gemeinsam mit der Fangruppe "Schweinfurter Plärrdeifl" und den Mighty Dogs rufen auch die Kissinger Wölfe zu einer Spendenaktion für Familie Krepelka auf.

Im Vorrundenspiel der Haßfurter gegen Freising wurde Petr Krepelka damals unverschuldet schwer verletzt und befindet sich seitdem in der Murnauer Klinik. Um seine Mutter, die deshalb in Murnau ist und für Unterkunft und Verpflegung selbst aufkommen muss, zu unterstützen, spendet der EC Bad Kissingen am Freitag von jeder verkauften Eintrittskarte einen Euro an Familie Krepelka. Zusätzlich werden Spendenboxen am Eingang und an den Essens- und Getränkeständen stehen. "Ich hoffe, es geht etwas zusammen, um die Familie finanziell zu unterstützen", sagt Michael Rosin.

Aber auf dem Eis soll es trotzdem nicht freundschaftlich zugehen. "Das Ziel muss sein, möglichst viel an Punkten mitzunehmen. Was letztendlich am Sonntag rauskommt, kann ich erst dann sagen. Die Jungs sollen aber gesund vom Eis gehen, und der sportlich Bessere soll gewinnen. Wenn bei uns die Tagesform nicht reichen sollte, dann ist es so. Es ist gerade mal Halbzeit in der Verzahnungsrunde, da ist noch nichts entschieden."

Bei Haßfurt wird definitiv Max Hildenbrand nach seiner Matchstrafe aus dem Amberg-Spiel fehlen. Der Verteidiger bekommt für seinen Stockschlag seitens des Bayerischen Eissportverbandes eine größere Sperre, wobei die die Höhe noch nicht benannt wurde.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren