HSC Bad Neustadt - HSC 2000 Coburg II (Samstag, 19.30 Uhr)
Das Spitzenspiel des siebten Spieltages in der 3. Liga Ost findet in der Bürgermeister-Goebels-Halle statt, was vor Saisonbeginn nicht zu erwarten war. Denn sowohl der HSC Bad Neustadt (5./7:5) wie auch der HSC 2000 Coburg II (3./8:4) mussten in der vergangenen Saison lange um den Klassenerhalt bangen, dürften aber bei der aktuellen Formkurve besseren und ruhigeren Zeiten entgegenblicken. "Ruhig wird es bei diesem Spiel allerdings nicht zugehen", ist sich der heimische Coach Margots Valkovskis sicher, "denn das ist für beide Mannschaften das Derby schlechthin, Coburg wird mit einer größeren Fan-Schar anreisen als unsere sonstigen Gegner, und so wird die Stimmung in der Halle für alle Spieler noch motivierender sein."

Doch müssen die Rhöner im Vergleich zum klaren Auswärtssieg vor acht Tagen in Bruchköbel (30:22) personelle Abstriche machen. Denn es drohen bei den Rot-Weißen neben dem langzeitverletzten Konstantin Singwald auch die Rückraumakteure Vilim Leskovec und Filip Milutinovic auszufallen. "Vilim hat sich im Training bei einer Abwehraktion das Handgelenk schwer verstaucht, er konnte danach keinen Ball mehr greifen, für einen Einsatz sieht es ganz schlecht aus", berichtet sein Trainer. Bei Filip Milutinovic, der sich seit drei Wochen mit einer Schulterverletzung herumplagt, ist ein Werfen fast unmöglich. "Diese personelle Situation zwingt mich zu einem Umdenken in der Taktik, sicher ist aber, dass wir unser Spiel noch mehr auf die Abwehr fokussieren müssen. Das erwarte ich allerdings auch vom Gegner", so Valkovskis. Da dürfte er richtig liegen, denn beide Mannschaften durften sich bei ihren Erfolgen auf die Defensive verlassen, 145 Gegentreffer bei der Heimsieben und 154 des Kontrahenten stellen absolute Spitzenwerte der Liga dar. Nicht spitzenmäßig sind allerdings die Werte in der Offensive, die sind mit 139 beziehungsweise 154 unterdurchschnittlich.

Die mangelhafte Chancenverwertung beklagte Gäste-Coach Martin Röhrig, der den langjährigen Trainer Rolf Baucke im Sommer beerbte, auch am vergangenen Wochenende. Da führten seine Schützlinge gegen den Northeimer HC in der ersten Halbzeit schon mit 12:7, "was aber unbefriedigend war, weil wir da noch fünf freie Würfe nicht verwertet haben", so Röhrig in der Pressekonferenz. Diese Fahrlässigkeit hätte sich gerächt, wenn der bislang treffsicherste Coburger, der in Bad Neustadt bestens bekannte Andreas Wolf, nicht vier Sekunden vor Spielende den entscheidenden Treffer zum 23:22 gesetzt hätte. Wolf gehört mit 27 Treffern auch zur vereinsinternen Führungsgruppe, dieser gehören noch der Außen Kenny Schramm und Regisseur Benedikt Kellner an, die es jeweils auf 28 Tore gebracht haben.

"Was bei Coburg halt immer ein Rätsel ist, ist die Frage, wer und ob überhaupt von der ersten Mannschaft in das Aufgebot der zweiten Mannschaft rutscht", so Valkovskis. Da das Zweitliga-Team der Gäste bereits am Freitagabend sein Liga-Match bestreitet, stehen Röhrig einige Optionen offen. "Da rechne ich mit Überraschungen, weil ich sicher bin, dass der Gegner gerade dieses Spiel nicht verlieren will." Eine solche Überraschung fügten die "Mohren" bei ihrem Auswärtsspiel dem bis dahin noch verlustpunktfreien Tabellenführer SG Leutershausen beim 30:28-Sieg zu.
"Da hat der Favorit wahrscheinlich die Coburger unterschätzt", vermutet Margots Valkovskis, "das wird uns nicht passieren, meine Spieler sind hochmotiviert und wollen wieder einmal das Derby gewinnen." Das gelang in der Vorsaison nicht, man teilte sich zweimal die Punkte beim 28:28 und 19:19.