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Leichtathletik

Bad Kissingens Trung Ngo sieht sich ausgebremst

Nick Przeliorz wird mit der Erfurter Sprint-Staffel Deutscher Meister. Eine kurze Anlaufbahn sorgt für Empörung.
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Sah sich aufgrund einer zu kurzen Anlaufbahn um ein besseres Ergebnis gebracht: Weitspringer Trung Ngo vom TSV Bad Kissingen. Fotos: Theo Kiefner
Sah sich aufgrund einer zu kurzen Anlaufbahn um ein besseres Ergebnis gebracht: Weitspringer Trung Ngo vom TSV Bad Kissingen. Fotos: Theo Kiefner
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Nick Przeliorz gewann bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend mit dem LAC Erfurt das Staffelrennen über 4 x 100 Meter. Im Finale der U20 über 100 Meter wurde er allerdings wegen eines Fehlstarts disqualifiziert. Viviane Heilmann (TV/ DJK Hammelburg) rannte über 400 Meter Hürden die fünftschnellste Zeit. Titelaspirant Trung Ngo (TSV Bad Kissingen) scheiterte im Dreisprung im Vorkampf und Jonathan Laik lief die 100 Meter erstmals unter elf Sekunden. Vor dem Titelgewinn mit der Staffel zeigte Nick Przeliorz auch als Solist starke Leistungen im Kurz-Sprint. In hervorragenden 10,63 Sekunden, so schnell wie nie zuvor, zog der Nüdlinger direkt in den Zwischenlauf ein. Einziger Wermutstropfen war, dass der Rückenwind mit 2,1 Meter pro Sekunde einen Hauch zu stark wehte und diese großartige Leistung nicht in den Bestenlisten berücksichtigt werden wird.

Im Zwischenlauf erfüllte sich der 19-Jährige, der in diesem Jahr das Abitur abgelegt hat, seinen großen Traum. In starken 10,74 Sekunden - bei nur leichter Windunterstützung - buchte er das achte und damit letzte Ticket für das prestigeträchtige Sprintfinale der U20. "Der Start war wie auch schon im Vorlauf nicht einmal optimal", befand Trainer Bernd Neumann. Deshalb wurde beim Finale das Risiko am Start etwas erhöht. Seine Reaktion am Start war dann aber offensichtlich doch etwas früh, die sofortige Disqualifikation war die Folge.
In tollen 41,13 Sekunden sprinteten Nick Przeliorz, Luis Brandner, Hans-Arthur Margarf und Hagan Träger schließlich überlegen zum Titel über 4 x 100 Meter. "Das war nach unserem Deutschen Rekord in 40,61 Sekunden immerhin die zweitbeste Zeit, die wir da abgeliefert haben", freute sich Bernd Neumann, dem mit diesen Erfolgen der geplante Rückzug als Leichtathletik-Trainer sicherlich versüßt wurde.

"Da hat nicht viel zusammengepasst, ich habe keine einzige Hürde vom Abstand her richtig getroffen", beschrieb Viviane Heilmann ihren Vorlauf über 400 Meter Hürden der U18. Die Bayerische Meisterin war unglücklich, dass sie sich in 65,47 Sekunden lediglich für das B-Finale qualifizierte, in dem es nur um die Plätze 9 bis 16 ging. Mit 64,16 Sekunden, die sie vor zwei Wochen bei den Landesmeisterschaften lief, wäre sie als Siebte locker ins Finale eingezogen. Am Finaltag zeigte sie, dass sie durchaus zu den besten Deutschen ihrer Altersklasse über die 400 Meter Hürden gehört. In 63,60 Sekunden und damit in neuer persönlicher Bestleistung, dominierte die Läuferin vom TV/DJK Hammelburg das kleine Finale. "Da war nur die zweite- und die vierte Hürde schlecht, alles andere war perfekt", freute sie sich über ihre starke Zeit. Aber die Tatsache, dass nur vier Athletinnen im A-Finale schneller waren und sie die Chance, sich da zu zeigen, verpasst hatte, stimmte sie doch ein wenig traurig. Sollte ihre Entwicklung so weitergehen, darf man noch einiges von der 15-Jährigen, die von Paul Fella trainiert wird, erwarten.

Sehr ärgerlich verlief der Dreisprung der U18 für Mitfavorit Trung Ngo vom TSV Bad Kissingen. Bei den Bayerischen Meisterschaften sprang der Saalestädter mit 14,42 Meter bis auf sieben Zentimeter an die deutsche Jahresbestweite der U18 heran und liebäugelte bei den Deutschen Meisterschaften durchaus ein wenig mit dem Titelgewinn. Aber der Anlauf an der Sprunganlage in Ulm war wegen einer zweiten Sprunganlage auf lediglich 37 Meter begrenzt. Zu wenig für Trung Ngo, der einen Anlauf von 39,80 Meter hat. "Er ist ein Athlet, der eine hohe Absprunggeschwindigkeit hat und für die Tempoaufnahme einen langen Anlauf benötigt", erklärt Trainer Dimitri Antonov. "Es ist normalerweise kein Problem die zweite Anlage abzudecken. Bei den Meisterschaften der Erwachsenen machen es die Ulmer ja auch", zeigte sich Antonov empört. "Als die Anlaufbahn zum vierten Versuch endlich verlängert wurde, war es zu spät", so der Bad Kissinger Sprungtrainer weiter. Nach zwei zwar recht guten, aber leicht übergetretenen und damit ungültigen Versuchen war Trung Ngo derart verunsichert, dass er im dritten Versuch nur 12,94 Meter weit kam und damit den Endkampf der besten Acht verpasste. Es war für den 16-Jährigen aus Bad Kissingen sicherlich auch kein Trost, dass er dennoch im kommenden Jahr für den Jugend-Nationalkader nominiert wurde. Der Titel ging an Devon Bender (MTG Mannheim). Dessen Siegesweite von nur 14,27 Meter wird Trung Ngo ob des verpassten Titels noch mehr traurig gestimmt haben.

Für Teamgefährte Dimitij Touev war es bereits ein großer Erfolg, sich für diese Titelkämpfe qualifiziert zu haben. Leicht erkrankt an den Start gegangen, verbuchte er im Dreisprung der U18 mit 12,98 Meter den 16. Rang. Jonathan Laik aus Albertshausen, der seit dieser Saison für das LAC Quelle Fürth startet, sprintete im Vorlauf der U20 über 100 Meter starke 10,97 Sekunden. Mit dieser neuen persönlichen Bestleistung qualifizierte sich der 17-Jährige für die Zwischenläufe. Da blieb er in 10,98 Sekunden abermals unter elf Sekunden. Für das Finale der besten Acht reichte es in diesem ungemein starken Wettbewerb noch nicht. Aber Jonathan Laik gehört zum jüngeren Jahrgang der U20 und darf im kommenden Jahr nochmals in der U20 starten.
Sein Klubkollege Niklas Floth (Nüdlingen) hat dagegen nach seiner Verletzung, die er vor einigen Wochen bei der Jugendgala in Schweinfurt zugezogen hat, noch nicht zu alter Stärke zurückgefunden. Er wurde im Vorlauf der U18 in 11,53 Sekunden gestoppt.
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