Hammelburg
Volleyball 2. Bundesliga

Spiel-Versteher Tado Karlovic

Mit dem 3:0-Sieg über Stuttgart sichert sich der TV/DJK wichtige Punkte. Anteil daran hatte neben dem Hammelburger Trainer auch das Publikum.
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Die Hammelburger Lorenz Karlitzek, Michael Schottdorf und Felix Bendikowski (von links) beobachten die spektakuläre Aktion ihres Zuspielers Kaspar Vuorinen. Der Finne verfolgte zeitweise das Spiel von außerhalb des Feldes - und lobte dafür den Trainer. Foto: ssp
Die Hammelburger Lorenz Karlitzek, Michael Schottdorf und Felix Bendikowski (von links) beobachten die spektakuläre Aktion ihres Zuspielers Kaspar Vuorinen. Der Finne verfolgte zeitweise das Spiel von außerhalb des Feldes - und lobte dafür den Trainer. Foto: ssp
TV/DJK Hammelburg - TSV G.A. Stuttgart 3:0 (25:23, 25:14, 25:19).

"Tado war heute der beste Spieler", sagte ausgerechnet Zuspieler Kasper Vuorinen nach dem verdienten 3:0-Sieg seiner Hammelburger Jungs über den TSV G.A. Stuttgart. Tado Karlovic, der Hammelburger Trainer, der kurzzeitig im dritten Satz sein Volleyballkönnen unter Beweis stellte, als er zum Mitspieler fungierte: Als der Ball vom Spielfeld auf die Seitenlinie zuflog, "rettete" Karlovic mit einer reflexartigen Bewegung zu Kapitän Felix Bendikowski zurück. Der Punkt ging - natürlich - an Stuttgart. Doch darauf spielte Vuorinen nicht an. Mit seiner Aussage meinte der Finne die Spielerwechsel seines Coaches, die dieser genau zum richtigen Zeitpunkt anordnete. Denn anfangs sah es nicht so aus, als würde Hammelburg den ersten Satz gewinnen.

Die Stuttgarter zeigten sich sehr selbstbewusst und punkteten in einer Tour, zogen sogar auf 9:4 davon. "Die sehr starke Stuttgarter Abwehr hat es unserem Angriff am Anfang zu schwer gemacht", erklärte Friedrich Fell den mutlos wirkenden Auftritt der Hammelburger Jungs. "Stuttgart hat perfektes Volleyball gespielt, ich hatte Angst, dass sie es fortsetzen", ergänzte Karlovic. Erst als Lukas Spachmann im Sitzen noch einen Ball erwischte, der sonst einen erneuten Punkt für den Gegner bedeutet hätte, und Lorenz Karlitzek schlitzohrig einen Punkt zum 19:19-Ausgleich stibitzte, lief es beim Gastgeber. "Wir sind ruhig geblieben im ersten Satz und die Breite des Kaders war dann ausschlaggebend, wir haben unser Niveau gesteigert", so Karlovic, der für entscheidende Momente Bruno Simunic den Vorzug vor Kasper Vuorinen gab, ehe der Rückwechsel erfolgt.


Anerkennung vom Gegner

"Hammelburg hat danach seine Nervosität abgelegt", sagte Gästetrainer Tim Schöne anerkennend. "Mit den Aufschlägen von Karlitzek hatten wir dann Probleme." Beeindruckt war Schöne von Lorenz Karlitzek, er wählte ihn deshalb zum Most Valuable Player (MVP). Der zweite Durchgang tat dem Gästecoach besonders weh: Hammelburg startete gut, und beim 9:3 für den TV/DJK wich die Anspannung im Gesicht einiger Hammelburger Spieler.

"Stuttgart ist mehr Risiko eingegangen. Wir hatten Glück, dass es sich für sie nicht gelohnt hat, aber wir haben es uns erarbeitet", erklärte Tado Karlovic. 25:14 hieß es am Ende für sein Team. "Wir standen nicht gut, haben viele Eigenfehler gemacht und bei so einem Publikum ist es sehr schwer, zurückzukommen", erklärte Tim Schöne. Die über 600 Hammelburger Fans hatten ihr Team nach vorne gepeitscht, Gänsehaut-Momente inklusive.

Im dritten Durchgang bebte die Halle. Die Stuttgarter leisteten sich zunehmend Fehler, während Hammelburg unter den Augen des Pressesprechers der Volleyball-Bundesliga, Frank Bleydorn, konzentriert punktete. "Nach schwierigem Beginn hat Hammelburg dominiert und verdient gewonnen", bilanzierte Bleydorn, der aus Berlin angereist war. "Hammelburg hat damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt getan, aber das Publikum hatten einen großen Anteil daran", lobte er die Fans. Friedrich Fell ergänzte: "Wir haben immer an uns geglaubt, aber das Publikum hat mitgeholfen." Auch der Mittelblocker fand, dass es ein erster Schritt in Richtung Nichtabstieg war. Und dem Gegner sprach er Mut zu: "Stuttgart hatte gute Momente, und es ist eng im Tabellenkeller." TSV-Coach Tim Schöne weiß um die sportliche Situation, aber: "Wir schauen erst am letzten Spieltag auf die Tabelle. Hammelburg hat das gut gemacht heute", gab es trotzdem viel Lob vom enttäuschten Gästecoach.
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