Aubstadt
Totopokal

Respekt diktiert das Spiel zwischen Aubstadt und Großbardorf

Aubstadts Christoph Schmidt schließt seinen ersten Ballkontakt zum Siegtor gegen Großbardorf ab. Wieder ziehen die Grabfeld-Gallier im Derby den Kürzeren.
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Tor oder nicht Tor? Es hätte die Führung für den TSV Großbardorf (am Ball Lennart Seufert) werden können. Doch Torwart Felix Reusch siegte in dieser Szene und am Ende mit dem TSV Aubstadt. Foto: Rudi Dümpert
Tor oder nicht Tor? Es hätte die Führung für den TSV Großbardorf (am Ball Lennart Seufert) werden können. Doch Torwart Felix Reusch siegte in dieser Szene und am Ende mit dem TSV Aubstadt. Foto: Rudi Dümpert
TSV Aubstadt - TSV Großbardorf 2:1 (0:0). Tore: 1:0 Max Schebak (66.), 1:1 Björn Schönwiesner (80., Foulelfmeter), 2:1 Christoph Schmidt (86.).

Das Niveau dieses sehr kurzfristig angesetzten Totopokal-Grabfeld-Derbys war auf jeden Fall besser als das Termin-Geplänkel im Vorfeld. Am Ende hieß der Sieger wie meistens in den vergangenen drei Jahren, ob im Pokal oder in der Bayernliga, TSV Aubstadt, der gegen Großbardorf mit 2:1 gewann. Es wurde wieder nichts mit einem Sieg der Grünen, den sich ihr Trainer Dominik Schönhöfer ob der "Möglichkeiten und des derzeitigen Personals" als eine "Sensation" gewünscht hatte. "Mit dem Spiel meiner Mannschaft bin ich zufrieden, wenn es halt nicht dieses Ergebnis gäbe. Wir haben mit unseren Mitteln und Möglichkeiten zu einem sehr guten Spiel beigetragen, das wir nicht unbedingt verlieren mussten. Wir hatten auch unsere Chancen, um das Spiel in eine andere Richtung zu lenken."

Es hätte auch anders, sprich "Unentschieden plus X", ausgehen können. Vor allem, wenn die Gäste ihre Chance zur Führung genutzt hätten (4.). Manuel Leicht klaute sich an der Mittellinie einen Ball in der Aubstädter Vorwärtsbewegung und servierte ihn Björn Schönwiesner wie auf dem Tablett. Allein bei der Annahme verrutschte das Geschenk: Sie dauerte einen Tick zu lang und schon schnappte die Abwehr zu.


Schwere Fußball-Kost

Es war alles andere als ein 0:0-Langweiler, was den Spielwitz, das hohe Tempo und die Taktik-Treue betrifft. Das große Risiko aber suchten beide noch nicht. Es war schwere Kost: Der gegenseitige Respekt diktierte das Geschehen. Keine Überraschung, spielte beim Gastgeber doch mit Marino Müller und beim Gast mit Lukas Illig nur jeweils ein Neuzugang in der Startelf. Francic brachte Noack für Kleinhenz, Schönwieser machte so weiter. Mit einer weiteren Großchance, wieder ziemlich früh nach dem Anstoß. Ein einfacher Heber über die Abwehr (47.) erreichte den durchgeschlüpften André Rieß und dem fehlte das rechte Maß zwischen zu frühem oder zu spätem Abschluss, als er allein auf Torwart Reusch zulief. Er hätte ruhig noch ein paar Schritte zulaufen können und hätte vor allem genauer schießen müssen. So aber verfehlte die Kugel um einen guten Meter die Führung. Bis dahin, wohl gemerkt, hatte Aubstadt noch nichts ähnlich Gefährliches entgegenzusetzen.

Dann bekam Marino Müller seine erste und einzige Chance, ehe er gegen Julian Grell ausgewechselt wurde. Max Schebak war von der Außenbahn als zweite Spitze ins Angriffszentrum gerückt, dorthin, wo seine Stärken zum Tragen kommen. Er bediente Müller (58.) mit einem Absatzkick. Der zog sofort ab, aber Marcel Wehr war auf dem Posten. Als Müller draußen und Grell drin war, spielte die 16/17-er-Formation und es klingelte sofort. Daniel Leicht sah mit blindem Verständnis Max Schebak davon schleichen, fand ihn mit langem Ball von der Mittellinie aus und Max machte das Maximale - das 1:0.

Und auf einmal drehte sich das bis dahin vielleicht zu 60 Prozent von Aubstadt beherrschte Spiel zu 20:80. Natürlich, weil Großbardorf kommen musste und auch mächtig aufkam. Auch, weil Aubstadt zu früh zu verwalten begann. Dann stand die Innenverteidigung einen Moment einen Spalt offen, Rieß stieß rein, Grader riss Rieß um, und den fälligen Elfmeter verwandelte Björn Schönwiesner zum 1:1. "Bei dem Elfmeter muss es nach der Regel die rote Karte für Aubstadt geben und ich glaube, dann verläuft das Spiel in der Schlussphase etwas anders. Da hätten wir in Überzahl die Trümpfe in der Hand gehalten", vertrat Kapitän Manuel Leicht die Meinung vieler Großbardorfer. Schiedsrichter Alexander Arnold hatte es bei einer gelben Karte belassen. "Aber es war kein Elfmeter, weil das Foul vor der Strafraumlinie war. Es war für mich klar außerhalb, gefallen ist er drinnen", hielt der Aubstädter Spielführer Daniel Leicht entgegen.


Glücksgriff Christoph Schmidt

Würde jetzt wieder taktiert werden, nur noch zehn Minuten? Francic holte Schebak vom Feld und schickte einen anderen rein. Was für ein Glücksgriff. Der vom FC Schweinfurt 05 II gekommene Christoph Schmidt erwies sich als Golden-Goal-Joker, bekam nach einem Einwurf die Kugel durchgesteckt. Der 25-Tore-Mann aus der Landesliga enteilte mit aller Frische. Er war auch frech genug, den Abschluss so lange hinauszuzögern, bis Wehr reagieren musste und erzielte bei seinem ersten Ballkontakt den Siegtreffer.

TSV Aubstadt: Reusch - Hümmer, Köttler, Grader - Trunk, Leicht - Schebak (85. Schmidt), Kleinhenz (46. Noack), Thomann - Müller (64. Grell).

TSV Großbardorf: Wehr - Hölderle, Orf, Seufert (87. Dinkel) - Illig, Zang - Rieß, Zehe, Rugovaj (58. Floth), Schönwiesner - Leicht (83. Breunig).
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