Hammelburg
Volleyball

Kein Grund zur Panik beim TV/DJK Hammelburg

Gegen Leipzig wird erstmals Oliver Möller zum Einsatz kommen, der damit eine Doppelbelastung eingeht: Er leitet zuvor das Damenspiel gegen Chemnitz.
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Langsam dürften sich die Hammelburger Jungs eingespielt haben, auch wenn die Verletzungssorgen Trainer Karlovic regelmäßig zu Aufstellungsänderungen zwingen.  Foto: Susi Geißler
Langsam dürften sich die Hammelburger Jungs eingespielt haben, auch wenn die Verletzungssorgen Trainer Karlovic regelmäßig zu Aufstellungsänderungen zwingen. Foto: Susi Geißler
TV/DJK Hammelburg - L.E. Volleys Leipzig (Samstag, 20 Uhr)

Er ist Damentrainer, war eigentlich als Spieler bereits zurückgetreten und feiert am Samstag sein Comeback im TV/DJK-Trikot: Oliver Möller heißt der Mann, der es in puncto Volleyball einfach nicht lassen kann und der erstmals wieder in Doppelfunktion zu sehen sein wird.


"Doppelbelastung" für Möller

"Mein Herz schlägt einfach zu sehr für diesen Sport", bekennt der 34-jährige Familienvater, der für seinen ganz persönlichen Tag in der Saaletalhalle einen festen Wunsch artikuliert: "Gerne möchte ich meine Mädels gewinnen sehen und später irgendwie dazu beitragen, dass die Hammelburger Jungs ihre ersten drei Punkte in der neuen Saison holen."
Emotional war er, dieser Abend im April, als aus den Lautsprechern in der Saaletalhalle "An Tagen wie diesen" erklang, Möller von seinen Mitspielern umarmt wurde und in diesem Moment auch die ein oder andere Träne nicht verbergen konnte. "Ich werde mich zukünftig ausschließlich der Damenmannschaft widmen", gab Möller damals zu Protokoll.
Und nun, nur ganze sechs Monate später? Da verletzt sich sein ehemaliger Zuspielkollege Aldin Dzafic und fällt bis Saisonende aus. Neuzugang Bruno Simonic steht plötzlich vor der Herausforderung, die Zuspielposition ganz alleine zu begleiten. "In diesem Moment war klar, dass ich meine Volleyballschuhe wieder hervorkrame und Tado meinen Rücktritt vom Rücktritt anbiete", so Möller, der augenzwinkernd hinzufügt: "Eigentlich habe ich ja gedacht, dass man mein Trikot unter der Hallendecke aufhängt, aber die Abteilungsverantwortlichen haben wohl in weiser Voraussicht meine 13 nicht anderweitig vergeben." Sein Trainer nahm das Angebot an, während Teammanager Didi Gleisle blitzschnell die Nachmeldung beim Verband einfädelte.
Wie wichtig Möllers Rückkehr in den Bundesligakader ist, zeigt ein Blick auf die noch immer angespannte Personalsituation bei den bisher noch sieglosen Saalestädern. Mario Radman wird gegen Leipzig passen müssen. Ob sich die lädierte Schulter von Youngstar Lorenz Karlitzek rechtzeitig zum Spielbeginn wieder gesund meldet, bleibt abzusehen.


Keine Endspielstimmung

Grund zur Panik? Nicht für Trainer Tado Karlovic, für den die Verletzungsnot fast schon zur Routine geworden ist. Auch von der Tatsache, dass bei Hammelburg bisher erst ein Punkt auf der Habenseite zu finden ist, lässt sich der Coach nicht dazu hinreißen, zu diesem frühen Saisonzeitpunkt bereits Endspielstimmung zu wittern: "Es kommen noch 20 Spiele, und wer sich die Tabelle genau ansieht, stellt fest, dass es eine deutliche Zweiteilung in der Liga gibt." Das Ergebnis einer kürzlich Teambesprechung resümierte Libero Lukas Spachmann mit den Worten: "Wir haben in keinem bisherigen Spiel schlecht gespielt."
Eine ebenso simple, wie auch wahre Erkenntnis, "sodass wir uns einfach damit abfinden müssen, dass alle Teams gegen uns einen Sahnetag erwischt haben", so Karlovic. "Natürlich könnten wir mit einem Sieg so etwas wie eine kleine Trendwende einläuten, aber wer nun denkt, mit den bisher sieglosen Leipzigern kommt ein schwaches Team um die Ecke, der irrt gewaltig", warnt der Trainerfuchs.
Zwar reist das Team aus dem Freistaat als Tabellenvorletzter nach Nordbayern, steht den heutigen Gastgebern aber in puncto Verletzungssorgen in nichts nach. Personell haben sich die Leipziger gegenüber vergangener Saison nur marginal verändert. Damals legten die Sachsen mit sieben Siegen in Folge einen furiosen Ligastart hin. Mit Sebastian Hähner wird sich am Samstag wohl wieder einer der Top-Angreifer der Liga am Netz austoben, der im vergangenen Jahr stets zum besten Spieler seines Teams gewählt wurde.


Die beste Annahmeachse der Liga

Wäre dieser Qualitätsstempel nicht schon groß genug, haben Leipzigs bisher nicht spielberechtigte Neuzugänge aus Serbien und Polen "pünktlich" zum Spiel in Hammelburg die Berechtigung vom Verband erhalten. "Wenn alle Spieler gesund sind, verfügt Leipzig zusammen mit Fellbach über die beste Annahmeachse der Liga", analysiert Karlovic, der sich vor der Partie vor allem für das treue Hammelburger Publikum etwas wünscht: "Unsere Fans sollen nach dem Spiel endlich mal wieder in die Kneipe gehen können und etwas Schönes von uns zu erzählen haben."

TV/DJK Hammelburg - PSV Chemitz (Samstag, 16 Uhr)

Mit dem Chemnitzer Polizei- und Sportverein, so der offizielle Vereinsname, kommt am Samstag ein Team nach Hammelburg, welches eine außergewöhnliche Volleyballspielerin in ihren Reihen hat. Mit Corina Ssuschke-Voigt wird den Saaledamen eine Ikone des deutschen Volleyballs gegenüberstehen, die eine beeindruckende sportliche Karriere aufweisen kann.
"Ihre Anwesenheit alleine wäre schon Grund genug, dass uns die Fans die Bude einlaufen", hofft Coach Oliver Möller auf erneut positive Zuschauerresonanz beim zweiten Auftritt seiner Damen vor Heimkulisse in der Saaletalhalle. "Vielleicht knacken wir ja wieder die Marke von 100 Zuschauern", wünscht sich Möller wichtige Unterstützung von den Rängen, denn mit Aufsteiger Chemnitz kommt der aktuelle Tabellenzweite nach Hammelburg. Den Beweis, dass Spiele gegen Liga-Neulinge keineswegs Selbstläufer sind, erbrachten die Saalestädterinnen vergangene Woche in Friedberg. Nach der dortigen glatten und sicher vermeidbaren Niederlage fordert der Hammelburger Coach von seinen Mädels "eine 180-Grad-Wende - vor allem, was die Spieleinstellung angeht." Obwohl man zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison natürlich nie genau weiß, wie die gegnerische Spielstärke einzuschätzen ist, sind die Sachsen souverän in die dritte Liga aufgestiegen und haben mit Starspielerin Ssuschke-Voigt das schlagkräftigste Argument auf ihrer Seite.


Beeindruckende Karriere

Die Karriere der 33-jährigen Ausnahme-Volleyballerin verdient dabei zweifellos das Prädikat beeindruckend. Neben diversen Engagements bei deutschen und ausländischen Spitzenteams, mit denen sie Meisterschaften sowie nationale und europäische Pokalsiege errang, gewann die 250-fache A-Nationalspielerin auch zwei Vize-Europameistertitel mit der deutschen Nationalmannschaft. "Ob das Spiel genau auf sie zugeschnitten sein wird, weiß ich nicht, aber allein die Präsenz von dieser Spitzenvolleyballerin wird den Chemnitzerinnen natürlich Stabilität geben", weiß der Hammelburger Trainer um die Schwere der Aufgabe. "Dennoch werden wir versuchen, uns von einer einzigen Spielerin nicht zu sehr beeindrucken zu lassen", sucht Möller sein Erfolgsrezept im viel zitierte Kollektiv. "Zudem erwarte ich mir nach dem Auswärts-Ausrutscher eine Art Trotzreaktion."
Verzichten muss der Head-Coach erneut auf Christin Heim, deren berufliches Engagement derzeit leider nicht allzu viel Volleyball zulässt. Dafür ist Tabea Lang wieder mit von der Partie, die wie immer eine wichtige Stütze im Kampf um die Lufthoheit sein wird. Unterstützt wird sie dabei von Jana Baumgart, die nach den Worten ihres Trainers "den Trainingsrückstand nach ihrer unfreiwilligen Pause nun vollends kompensiert hat und immer besser in Fahrt kommt."
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