Hammelburg
Volleyball 3. Liga Frauen

In der Crunchtime fehlt Hammelburg der kühle Kopf

Nach der deutlichen Niederlage gegen Planegg-Krailling ist wieder Druck auf dem Kessel bei den First Ladies.
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TV Planegg-Krailling - TV/DJK Hammelburg 3:0 (25:22; 25:23; 25:15)
It's crunchtime! Eine Redewendung, wie sie vornehmlich von Moderatoren nordamerikanischer Profibasketballspiele verwendet wird und welche jene Phase im Spiel beschreibt, in der jeder Fehler über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Es sind eben solch entscheidende Situationen, in denen es den Hammelburger Volleyballmädels heuer nicht gelingen will, kühlen Kopf zu bewahren. So erneut geschehen in Planegg-Krailling: "Dieses Versagen in wichtigen Satzphasen hat uns schon so viele Spiele gekostet und ich habe das Warum noch immer nicht ergründen können", sagte ein ratloser Trainer Oliver Möller nach der deutlichen 0:3-Niederlage.
"Dabei haben wir wie die Feuerwehr begonnen", beschrieb Möller den Auftritt seiner Mädels, die in Aufschlag, Block und Feldabwehr zunächst nichts anbrennen ließen. 6:1 lautete die Hammelburger Führung, was Gästetrainer Sven Lehmann zu einer schnellen ersten Auszeit veranlasste. "Diese hat leider gefruchtet", und so war Möller selbst gezwungen, mittels Auszeit die Aufholjagd der Gastgeberinnen zumindest zu verlangsamen. Obwohl sich die Oberbayern nun in allen Disziplinen kontinuierlich stabilisierten, gelang es bis zum 21:18 ein stetes Dreipunktepolster zu wahren. Dann wurde Olli Möller von unangenehmen "Flashbacks" an das Chemnitzspiel heimgesucht. "Bis zur Crunchtime spielen wir toll mit und sind dann plötzlich nur noch zu 80 Prozent da." Planegg erledigte seine Hausaufgaben vor allem im Aufschlag vorbildlich und schnappte sich vor den Augen vom ehemaligen Hammelburger Bundesliga-Libero Dominik Seller den ersten Durchgang noch auf der Zielgeraden.


Ein Spiegelbild - leider

Gepusht vom Satzerfolg, erlebten die Zuschauer zur Primetime einen identischen Spielverlauf wie zu Beginn. Spiegelbildlich aus Gästesicht, leider. Diesmal erwiesen sich die Gastgeberinnen als Brandstifterinnen und sorgten für ordentlich Alarm auf dem Feld: 6:1 die Führung, Auszeit Hammelburg. Doch die Wechselspiele auf Hammelburger Seite brachten den Angriffsmotor der munter aufspielenden Gastgeberinnen kaum ins Stocken. So war Planegg "gefühlt oder faktisch immer vier Punkte in Führung. Wir kamen ran, waren wieder weg, kamen ran und waren wieder weg", so Möller. Eine erneute Aufschlagserie brachte Planegg die 2:0-Satzführung.
"Wenn ich mich der Licht-und-Schatten-Metapher bedienen würde, war der dritte Satz einfach nur unglaublich dunkel", beschreibt Möller das Farbenspiel im finalen Akt, in dem seine Mädels nur anfänglich Erhellendes zu Parkett brachten. "Da war das Spiel noch ausgeglichen, dann waren wir dem Druck jedoch in keiner Weise mehr gewachsen", lautete das ernüchternde Fazit des Hammelburger Übungsleiters. Nicht messbar war der Wirkungsgrad der nächsten Auszeit, sodass der Coach beim 6:15 seine Mädels erneut zum Pausentalk lud. "In dieser Phase war unsere Annahme quasi non-existent. Und wenn es nicht läuft, kommt das berühmte Pech dazu", sah Möller die Motivationskurve nicht mehr ansatzweise gen Positiv ausschlagen. Fast, denn beim 9:24, fingen die Gäste plötzlich noch einmal damit an, wofür sie die Fahrt ins ferne Oberbayern auf sich genommen hatten. "Da haben wir sechs Punkte am Stück gemacht Planegg noch einmal zu einer Auswechslung und einer Auszeit gezwungen." Vergebene Mühe freilich, die am Ende nur Ergebniskorrektur war. Entsprechend die Erwartungshaltung Möllers vor dem kommenden Spiel bei Ligaschlusslicht Dresden: "Da sind wir quasi zum Siegen verdammt."
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