Bad Neustadt an der Saale
Handball 3. Liga

Immerhin drei gute Nachrichten für den HSC

Die Unterfranken spielen schlecht, gewinnen aber das Kellerduell, weil Hanau noch schlechter ist.
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Nach Gary Hines (6) mit fünf Treffern zweitbester Schütze des HSC Bad Neustadt im Spiel gegen Hanau: Maximilian Schmitt. Foto: Anand Anders
Nach Gary Hines (6) mit fünf Treffern zweitbester Schütze des HSC Bad Neustadt im Spiel gegen Hanau: Maximilian Schmitt. Foto: Anand Anders
HSC Bad Neustadt-Rhön - HSG Hanau 19:17 (8:7).
Nur drei, aber wirklich nur drei gute Nachrichten, gibt es aus Sicht der Gastgeber nach diesem Kellerduell, das bei allem Wohlwollen zu keinem Zeitpunkt etwas mit Drittliga-Handball zu tun hatte: Der HSC hat das Spiel gewonnen und zwei Punkte verbucht, den direkten Vergleich mit den Hessen aufgrund eines besseren Torverhältnisses gewonnen und erst einmal einen Abstiegsplatz verlassen. Dass dies gelang, war angesichts der Gesamtleistung verwunderlich, nicht wenige der tief enttäuschten Fans waren sich einig, dass die Valkovskis-Elf das Glück hatte, dass der Gegner eine noch schwächere Leistung ablieferte. Als Hanaus Coach Patrick Beer in der Kurz-Pressekonferenz, bezeichnenderweise für diesen unerquicklichen Abend stand kein funktionsfähiges Mikrofon zur Verfügung, die vorherigen sechzig Minuten als "Handball-Gewürge" bezeichnete, erhielt er von allen Seiten Zustimmung.

Beide Trainer stellten zwar den nervlichen Druck, der auf den Schultern ihrer Schützlinge angesichts der Wichtigkeit der Partie lastete, in den Vordergrund, doch das kann nur die halbe Wahrheit sein. Denn die Zahl der Fehler war viel zu hoch und nicht allein auf Anspannung zurückzuführen. Pässe ins Nichts, Würfe, die ohne Bedrängnis unplatziert auf die Torhüter oder gleich weit am Tor vorbeigesetzt wurden, sowie Stürmerfouls und Schrittfehler bestimmten das Match.


Acht Minuten im Stehen

Die HSC-Fans standen wie gewohnt bis zum ersten Tor der Rot-Weißen, nach exakt acht Minuten beendete Gary Hines das Warten mit dem Treffer zum 1:3. Dies schien die Beer-Elf tief zu beeindrucken, denn ab diesem Zeitpunkt kam auch Sand ins Getriebe ihres Spiels, "wir haben dann nie mehr unseren gewohnten Tempo-Handball gezeigt", so der HSG-Coach.

Mit dem Pausenpfiff brachte Hines seine Farben erstmals in Führung. Das enttäuschende Halbzeitfazit war, dass die Kurstädter nur von ihrem Rückraum lebten. Die Außen wurden überhaupt nicht ins Spiel gebracht, selbst der überraschend in der Anfangsformation stehende Jan Wicklein wurde von Zuspielen "verschont". Doch die Gäste waren keinen Deut besser, ihre Treffer in der ersten Halbzeit erzielten ausschließlich Torjäger Yaron Pillmann (4) und Rechtsaußen Björn Christoffel, der drei Siebenmeter verwertete.
In den ersten sieben Minuten des zweiten Durchgangs traf für die Einheimischen nur Maxi Schmitt, der Gast drehte in dieser Phase das Spiel zum Zwischenstand von 9:11, der elfte Treffer ging auf das Konto von Keeper Sebastian Schermuly, der kurz darauf einen Wicklein-Siebenmeter, der auch der einzige dem HSC zugesprochene war, entschärfte.

Die Begegnung verlief bei wechselnden Führungen nun ausgeglichen, wobei die Hausherren meist einem Ein-Tore-Rückstand hinterherhechelten. Letztmals in Führung gingen die Grimmstädter durch einen Siebenmeter von Christoffel (7/4) zum 15:16, ehe Hines und Margots Valkovskis ihre Farben mit 17:16 in Führung brachten (54.). Als Gerr drei Minuten vor dem Abpfiff eine Zeitstrafe erhielt, nutzte dies der Gast durch seinen indisponierten Kreisläufer Hannes Geist zum 17:17. Eine Minute vor dem Abpfiff netzte Hines in Zeitnot mit einem Verzweiflungswurf zum 18:17 ein, den folgenden Wurf entschärfte Fabian Tatzel. Bei offener Manndeckung des Kontrahenten erlöste Schmitt 13 Sekunden vor Spielende Mannschaft und Fans.
Die im Foyer schwer diskutierenden Fans, und zwar aus beiden Lagern, waren sich einig, dass beide Mannschaften in dieser Saison kein Spiel mehr gewinnen werden, selbst nicht gegen das abgeschlagene Schlusslicht aus Kirchzell, wenn sie sich nicht ganz erheblich steigern. Das gilt auch für die Rhöner, die am kommenden Wochenende gegen einen weiteren Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt in Gelnhausen auflaufen.
Tore für den HSC: Gary Hines (6), Maximilian Schmitt (5), Vilim Leskovec (3), Franziskus Gerr (2), Konstantin Singwald (1), Jan Wicklein (1), Margots Valkovskis (1).
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