Hammelburg
Volleyball 3. Liga ost frauen

Hammelburg mit viel Herz und ein wenig Tape

Ein unglücklicher Zusammenprall bringt den TV/DJK gegen den Chemnitzer PSV aus dem Rhythmus.
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Für die Hammelburger Damen war beim Chemnitzer PSV trotz toller Moral nichts zu holen. Foto: Gotthard Paulig
Für die Hammelburger Damen war beim Chemnitzer PSV trotz toller Moral nichts zu holen. Foto: Gotthard Paulig
Chemnitzer PSV - TV/DJK Hammelburg 3:0 (26:24, 25:16, 25:14).

Ein Tapeverband dient der Stabilisierung. In diesem Fall musste allerdings kein Knie und kein anderes Körperteil umwickelt werden, sondern eine Sportbrille. Die von Hammelburgs Laura Schmitt nämlich, die im zweiten Durchgang gegen den Chemnitzer PSV unglücklich mit ihrer Teamkollegin Tabea Lang zusammengestoßen war. "Das hat uns aus dem Rhythmus gebracht, auch wenn ich die 0:3-Niederlage nicht darauf schieben will. Aber es hat uns geschockt", berichtete TV/DJK-Coach Oliver Möller.

Im ersten Durchgang hatten die Gäste vieles richtig gemacht. "Wir haben bärenstark angefangen", erklärte Möller. Gute Hammelburger Aufschläge prägten die Partie gegen den Chemnitzer Polizeisportverein. Dass dessen Star-Spielerin Corina Ssuschke-Voigt statt in der Mitte über Außen anfing, "hat mich überrascht", gab der TV/DJK-Trainer zu. Kurz vor Satzende kam allerdings "unglaubliches Pech" (Möller) hinzu: Bei der 24:22-Führung schaffte es Hammelburg einfach nicht, den Satz zu Ende zu bringen. "Ich kann nicht mal sagen, warum", war Möller ratlos. "Das gab dem Gegner natürlich einen gewissen Aufschwung."

Chemnitz nahm den Schwung mit, punktetet schneller, als die Polizei erlaubt, und ging mit 6:1 in Führung. Nach einer Auszeit von Möller passierte dann das, was die Gäste so aus der Bahn warf: die Körper-Kollission. Laura Schmitt musste ausgewechselt werden, für sie kam Linda Urbaniec ins Spiel. Die hatte zuvor allerdings nicht trainieren können, war seit langer Zeit zumindest halbwegs fit. Trotz des Schocks fanden die Hammelburgerinnen ihr Herz wieder und zwangen den Gastgeber zu einer Auszeit. Danach punkteten die TV/DJK-Damen erneut fünf Mal am Stück, doch zu viele Fehler beendeten die Aufholjagd. "Da kann man keinem einen Vorwurf machen", bilanzierte der Coach nachsichtig.

"Der dritte Satz begann nicht schlecht, wir führten sogar mit 8:4", so Möller weiter. Dann legte Chemnitz auf seine konstant guten Aufschläge noch eine Schippe drauf. "Trotzdem haben wir nie aufgesteckt", war Möller stolz auf seine Mannschaft, in die Laura Schmitt mit inzwischen getapter Brille zurück kam. "Wir haben viel Herz gezeigt und uns auch in aussichtslosen Situationen nie aufgegeben", so Möllers Fazit. Dass die Moral gestimmt hat, lässt hoffen für die nächsten Spiele im Kampf um den Ligaverbleib.
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