Hammelburg
Volleyball 2. Bundesliga

Eine melancholische Fete in der Saaletalhalle

Das Publikum feiert die Hammelburger Jungs trotz der klaren Niederlage gegen den SV Fellbach. An diesem Abend gab es nämlich wichtigere Botschaften.
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Die rote Wand hält: Zu wenig Druck hatten die Hammelburger Jungs um (von links) Branko Damjanovic, Kaspar Vuorinen und Friedrich Fell im Spiel gegen den SV Fellbach aufbauen können. Foto: Hopf
Die rote Wand hält: Zu wenig Druck hatten die Hammelburger Jungs um (von links) Branko Damjanovic, Kaspar Vuorinen und Friedrich Fell im Spiel gegen den SV Fellbach aufbauen können. Foto: Hopf
TV/DJK Hammelburg - SV Fellbach 0:3 (23:25, 22:25, 21:25).
Enttäuschung? Nein, diese Niederlage änderte nichts am großen Schlussapplaus von den mal wieder voll besetzten Rängen der Saaletalhalle. Die Zuschauer honorierten das große Ganze, sprich eine phänomenale Rückrunde samt vorzeitigen Klassenerhalt. Aber melancholisch wurde es mit der Verabschiedung von Kasper Vuorinen.

"Ein wunderbarer Spieler und ein wunderbarer Mensch, der uns durch seine Art sehr bereicherte. Er hat in unser Spiel jene Ruhe gebracht, die wir gebraucht haben", sagte TV/DJK-Coach Tado Karlovic über den Finnen, der nach dem letzten Saisonspiel in Schwaig voraussichtlich in den USA eine sportliche Weiterbildung in Angriff nehmen wird. Mit einer Verbeugung bedankte sich der Sympathieträger im letzten Heimspiel der Saison von seinen Fans. Schön, dass Aldin Dzafic nach seinem Kreuzbandriss seit einer gefühlten Ewigkeit wieder im Kader stand. Dafür musste neben Henning Schulte und Mario Radman auch Oscar Benner aufgrund seiner Erkrankung (Pfeiffersches Drüsenfieber) passen, was die nächste erhebliche Schwächung bedeutete.
Begonnen hatten die Saalestädter allerdings richtig gut, führten lange, um mit dem 18:19 aber einen kleinen - und für den weiteren Verlauf entscheidenden Einbruch zu erleben. Aus dem Satzgewinn zog das rote Rudel aus der Nähe von Stuttgart zusätzliche Motivation. Und in den engen Phasen profitierten die Gäste immer wieder von Hammelburger Aussetzern. Normalform erreichte eigentlich nur Hallensprecher Olly Wendt, der auch bei seiner auf englisch vorgetragenen Laudatio für Vuorinen gehobene Qualität ablieferte. "Kleinigkeiten haben das Spiel entschieden. Zum Satzgewinn hat jeweils nicht viel gefehlt. Aber das war natürlich auch kein Sahnestück, was wir geboten haben. Fellbach war den entscheidenden Tick besser", analysierte Tado Karlovic, der vor allem im zweiten Satz tief in der Taktik-Kiste gekramt und sich für ungewöhnliche Formationen auf dem Feld entschieden hatte ob der personellen Probleme.

Was der TV/DJK-Trainer nicht beeinflussen konnte, waren die unübersehbaren Schwächen in der Annahme und bei den Aufschlägen. "Fellbach hat mit die beste Annahme, da mussten wir Risiko gehen. Das wurde nicht belohnt", wusste Karlovic. Der hatte sich übrigens in Schale geschmissen, coachte diesmal im feinen Zwirn mit Hemd und Jackett. "Das ist eine spezielle Geschichte zwischen einem Fan und mir. Dieser Fan konnte krankheitsbedingt schon länger nicht mehr in der Halle sein. Und das soll ein Zeichen sein, dass ich an ihn denke." Dieser Abend hatte wahrlich mehr zu bieten als drei Sätze.
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