Hammelburg
Volleyball 2. Bundesliga

Ein grandioser Saisonabschluss für den TV/DJK

"DJ" Sebastian Becker trägt die Goldmedaille mit großem Stolz.
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Vom Nobody zum MVP: Sebastian Becker legte beim TV/DJK Hammelburg eine unerwartete Blitzkarriere hin. Foto: privat
Vom Nobody zum MVP: Sebastian Becker legte beim TV/DJK Hammelburg eine unerwartete Blitzkarriere hin. Foto: privat
SV Schwaig - TV/DJK Hammelburg 2:3 (18:25, 22:25, 25:12, 25:22, 12:15).
"Besser hätte man eine Saison nicht beenden können, und ich freue mich schon jetzt auf September", brachte es André Schindler, ehemaliger Hammelburger Zuspieler und mittlerweile Edelfan, per Facebook-Posting auf den Punkt. Zuvor hatte das beste Team der Rückrunde noch einmal Glänzendes zu Parkett gebracht und den Tabellenzweiten in einem tollen Fünfsatz-Match geschlagen.

Aufgrund der bekannten Ausfälle reisten die Hammelburger Jungs ohne "richtigen" zweiten Mittelblocker zum Derby nach Mittelfranken. Tado Karlovic zauberte kurzerhand Sebastian Becker aus dem Hut, der den Sprung von der Bezirksklasse ins kalte Bundesliga-Wasser wagte. "Ich war natürlich mega aufgeregt, aber die Jungs haben mich top aufgenommen", kommentierte Becker, der sonst bei den Heimspielen des TV/DJK hinter den Plattentellern steht und bei der dritten Mannschaft aktiv ist. "Am Mittwoch wurde ich gefragt. Freitag erstes und einziges Training, und schon war ich Zweitligaspieler", gab Becker gewohnt schelmisch zu Protokoll. Auch der Schwaiger Trainer zeigte sich von der Blitzkarriere Beckers beeindruckt und belohnte den Mut mit der goldenen MVP-Medaille. "Ich habe mich natürlich gefreut wie ein Schnitzel und Geburtstagskind Kasper hat mir nach dem Spiel sogar seine Volleyball-Schuhe mit Widmung geschenkt", strahlte Becker. Der Finne indes zeigte neben dieser feinen Geste noch einmal eine sehr gute Leistung bei seinem Abschiedsspiel im TV/DJK-Trikot.

Ach ja, und Volleyball gespielt wurde natürlich auch noch in einer wieder einmal rappelvollen "gelben Halle" vor bekannt stimmungsvoller Kulisse. Dank Schützenhilfe aus Grafing, das beim Tabellendritten Mainz punktete, durften sich die Gastgeber hernach trotzdem über die Vize-Meisterschaft freuen. Der Spielverlauf gestaltete sich zweigeteilt: Nach grandiosen ersten zwei Durchgängen der Unterfranken drehte Schwaig das Spiel zunächst zu seinen Gunsten. Resultat war eine Punkteausbeute, wie man sie eher in den unteren Spielklassen vermuten würde. "Das war aber auch völlig egal, denn ein siebter oder achter Platz im Endklassement hätte nichts an unserer super Stimmung geändert", so Karlovic. Rechtzeitig zum Entscheidungssatz war seine "Rumpftruppe" wieder hellwach und besiegte so den Tie-Break-Komplex gegen die Gelben. "Ich freue mich unglaublich für die Jungs, dass sie die Saison mit einem Sieg abschließen konnten und sie sich nun erstmal erholen können", resümierte Karlovic, der sich zweifellos als Erfolgsautor der Hammelburger Rückrundenstory bezeichnen darf.
In den restlichen Partien wurde es teilweise dramatisch. So schaffte Leipzig den Last-Minute-Klassenerhalt, während Neuling Dresden die Liga nach einer Saison wieder verlassen muss. Stuttgart stand bereits seit mehreren Spieltagen als erster Absteiger fest.
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