Hammelburg
Volleyball 2. Bundesliga

Die große Bendikowski-Show in Mainz

Fasching schlägt Fassenacht. Und das in der Rheinischen Karnevalshochburg.
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Die Sieger: Spieler und Fans des TV/DJK Hammelburg beim gemeinsamen Feiern in Mainz. Foto: Olly Wendt
Die Sieger: Spieler und Fans des TV/DJK Hammelburg beim gemeinsamen Feiern in Mainz. Foto: Olly Wendt
TG Mainz-Gonsenheim - TV/DJK Hammelburg 1:3 (23:25, 23:25, 25:23, 22:25).
"Ihr habt mutig gespielt und euer Mut wurde belohnt", lobte die Mainzer Trainerin Aline Reinhardt den närrischen Auftritt der Hammelburger Jungs beim Tabellendritten.

In fremder Halle und fremdem Stadtteil mussten sie spielen, die Mainzer, weil die Stadt ihre eigentliche Spielstätte kurzfristig hatte schließen müssen. Das Team aus Gonsenheim fremdelte zunächst mit der neuen Heimstätte im Ortsteil Bretzenheim. Hammelburg verhielt sich hingegen antizyklisch zur Tabellensituation, spielte befreit und locker auf. "Dass ihr im Abstiegskampf alles in die Waagschale werfen müsst, habt ihr vor allem im Aufschlag eindrucksvoll gezeigt", resümierte Aline Reinhardt das zunächst forsche Auftreten der Hammelburger, während sie ihren Akteuren eine unerklärliche Zurückhaltung attestierte. Bei den Unterfranken erfreute sich Oscar Benner an seiner "Verkleidung" als Mittelblockers, während im Aufschlag das Trio Bendikowski, Damjanovic und Karlitzek nichts anbrennen ließ. Hin und her wechselte die Führung im ersten Durchgang, in dem beide Teams eine präzise Annahme vermissen ließen. Punkte wurden somit entweder direkt mit dem Aufschlag oder aus einer wackligen Annahme heraus "behelfsweise" per Lob erzielt. Vor allem die Endphase des ersten Durchgangs sorgte für Adrenalinausschüttung bei Spielern und den etwa 100 Zuschauern. Beim 22:23 schnappte sich schließlich Hammelburgs überragender Kapitän Felix Bendikowski die Kugel und hämmerte diese zum Ausgleich ins Mainzer Feld. "Es gab heute nur einen Spieler mit hundert Prozent Angriffsquote, das war Kasper. Ein Ball, ein Punkt", erklärte Hammelburgs Trainer Tado Karlovic schmunzelnd, der nach dem einzigen Angriff seines Zuspielers zum Satzball, dann noch dessen Ein-Mann-Block zum Satzgewinn bewundern durfte, Freudentanz Vuorinen inklusive.


Aufschlag-Hattrick

Buchstäblich beflügelt, präsentierte sich Hammelburg dann im Angriff wie entfesselt. Die "Achse der Angriffswucht" bildeten Lorenz Karlitzek und Bendikowski, während die Gastgeber Konstanz vermissen ließen. Trotz ständiger Gästeführung konnten sich die Mainzer allerdings wie so oft auf ihren Steuermann Torben Tidick-Wagner verlassen. Sein Zuspiel wurde wiederholt zum gekonnten Verwirrspiel, und auch im Aufschlag verdiente sich der Mainzer Kapitän Bestnoten. So gelang ihm beim 18:20-Rückstand mittels "Aufschlag-Hattrick" die Führung. Die Dezibelzahl auf der Tribüne stieg und auf dem Feld die Pulsfrequenz. Erst wurde Zuspieler Vuorinen auf "Drängen" des Publikums eine unsaubere Ballberührung abgepfiffen, dann versemmelten beide Teams ihre Aufschläge. Nun tappte auch Tidick-Wagner in die Gerechtigkeitsfalle des Schiedsrichters, als sein Zuspiel als unsauber eingestuft wurde. Bendikowski indes wurde es zu bunt und hämmerte zwei Aufschläge zum 25:23 und zur 2:0- Satzführung auf die Mainzer Seite.


Karlovics Flehen

Weiterhin schenkten sich beide Teams wenig und hielten sich in einem engen dritten Satz quasi wechselseitig zum Narren. Mal brillierte Hammelburg im Angriff, mal war es der Mainzer Mittelblocker Benedikt Kratschmer, der sich austobte und damit verdient die silberne MVP-Medaille schnappte. Die Rheinland-Pfälzer freuten sich etwas zu lange über den Satzgewinn, sodass die Saalestädter im vierten Satz zunächst 4:1, dann 8:3 führten. "Cool bleiben Jungs" schrie Trainer Karlovic fast flehend ins Feld - und sah den Vorsprung seines Teams nun dahinschmelzen (16:16). Aber dann mussten die Mainzer eine weitere Folge der "Bendikowski-Show" über sich ergehen lassen. "Wenn man bedenkt, dass wir nur fünf Punkte mehr gemacht haben, hätte Mainz sicherlich einen Punkt verdient gehabt", zollte Tado Karlovic den Mainzern Respekt und freut sich nun auf das kommende Heimspiel am 11. März gegen Stuttgart. Es bleibt spannend...
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