Hammelburg
Volleyball

Auf Hammelburg wartet ein ziemlich fitter Dino

Die Zweitliga-Volleyballer müssen bei Freiburgs Affenbande ran, die TV/DJK-Frauen müssen in Oberbayern ans Limit gehen.
Artikel einbetten
Im Hinspiel hatte Hammelburgs Lorenz Karlitzek (rechts) das Nachsehen gehabt gegen Freiburg. Die Gelegenheit zur Revanche ist da. Foto: Hopf
Im Hinspiel hatte Hammelburgs Lorenz Karlitzek (rechts) das Nachsehen gehabt gegen Freiburg. Die Gelegenheit zur Revanche ist da. Foto: Hopf
FT 1844 Freiburg - TV/DJK Hammelburg (heute, 20 Uhr) 
"Freiburg ist der HSV der Liga" beschreibt Tado Karlovic den heutigen Gastgeberverein und fügt augenzwinkernd hinzu: "Damit meine ich ausdrücklich die lange Zeit, in der Freiburg (4./24) diese Liga prägt und keinesfalls die sportliche Bilanz beider Vereine." Tatsächlich sind die Breisgauer nämlich seit über 20 Jahren in Deutschlands zweithöchster Spielklasse aktiv und damit so etwas wie der Dino der Liga.

"Das zeugt von der Stärke dieses Vereines, dem es immer wieder gelingt, durch gute Jugendarbeit eigene junge Talente nachzuziehen", zollt Karlovic der "Affenbande", wie sich Freiburg selber nennt, großen Respekt. In Freiburg hat es die Randsportart Volleyball geschafft, aus dem Schatten der großen Brüder Fußball und Basketball herauszutreten. "Freiburg spielt auch immer vor vollem Haus, da hat es kein Gegner wirklich leicht", beschreibt Karlovic die Stimmung im selbsternannten "Burda-Dschungel", wie die Freien Turner ihre Spielstätte bezeichnen. Die bisherigen Ergebnisse der Gastgeber, haben für den Hammelburger (10./15) Trainer allerdings keine allzu große Aussagekraft. "Freiburg hatte ähnlich wie wir auch mit ein paar Verletzungssorgen zu kämpfen. So fehlte bei der 0:3-Niederlage gegen Dresden im letzten Spiel mit David Strobel ein wichtiger Außenangreifer", weiß Karlovic.

Die Stimmung im eigenen Team beschreibt der Hammelburger Coach trotz der bekannten Verletzungssorgen als hervorragend. "Dazu hat natürlich extrem der Überraschungscoup gegen Delitzsch beigetragen, der genau die richtige Antwort auf die vielen Hiobsbotschaften war", betont Co-Trainer Frank Jansen die enorme Wichtigkeit des jüngsten Auswärtssieges beim Tabellendritten. Doch vom Abheben sind die Hammelburger Jungs ob ihrer schwierigen Ligamission weit entfernt. "Wir alle, Spieler und Verantwortliche, waren einfach mal happy und haben Energie getankt, ohne unser gemeinsames Ziel aus den Augen zu verlieren", beschreibt Jansen das Gefühlsbad, in welches man zeitweise eingetauscht war und welches gegen Freiburg idealerweise fortgeführt werden soll.

Die Trainingswoche wurde dazu genutzt "uns mehr mit uns selbst als mit dem heutigen Gegner zu beschäftigen", gesteht der Hammelburger Trainer. Der Schwerpunkt galt dem Zusammenspiel zwischen dem finnischen Neuzugang Kasper Vuorinen und der "schlagenden Zunft". "Das benötigt natürlich Zeit, aber klappt immer besser", ist Karlovic zuversichtlich, dass der "Nordmann" dem Team in den verbleibenden Spielen helfen kann. Ganz besonders freut sich Tado Karlovic auf Freiburgs Co-Trainer Adnan Hadzimehmedovic, ebenfalls Kriegsflüchtling und Freund: "Adnan hat damals 50 Kilometer von meiner Heimatstadt gewohnt, das war eine echte Volleyball-Hochburg. Mit ihm werde ich vor dem Spiel einen Kaffee und nach dem Spiel ein Bier trinken." Nur auf eine Sache würde sein Team bei der immerhin 380 Kilometer langen Reise nach Freiburg gerne verzichten: Auf eine doppelt so lange Heimreise wie vor Wochenfrist in Delitzsch, als wegen Schneetreiben und Blitzeis, viel Geduld gefragt war.

SV Eiselfing - TV/DJK Hammelburg (heute, 19 Uhr )
"Das vergangene Wochenende hat unser Teamgefühl deutlich gestärkt. Und genau dieses Gefühl der Lockerheit wollen wir mit nach Eiselfing nehmen und idealerweise auch aufs Feld bringen", beschreibt Trainer Oliver Möller den aktuellen Stimmungszustand seines Drittliga-Teams (6./15) vor der Partie gegen die Tabellennachbarn aus Oberbayern (5./15). Mit exakt 369 Kilometern fahren die Hammelburger Mädels an diesem Wochenende ganze zwei Kilometer weniger als ihre männlichen Vereinskollegen, die ins ferne Freiburg müssen.

"Wenn wir schon so viel Zeit auf der Straße verbringen müssen, wollen wir wenigstens eins bis drei Punkte bei der Rückfahrt mit an Bord haben", verrät der Hammelburger Trainer, was auf seinem persönlichen Wunschzettel steht und blickt zunächst auf das vergangene Heimspiel-Wochenende zurück: "Dass wir gegen Altdorf keine Punkte geholt haben ist ärgerlich, allerdings war das Spiel auch nur die Kür. Viel wichtiger und erfreulicher war der Dreier gegen Nürnberg", lautet das positive Fazit des Trainers. Und: "Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen von Volleyball. Nicht nur auf, sondern auch neben dem Spielfeld, das war extrem wichtig für den Teamgeist. Das hat unser Mannschaftsgefüge gestärkt."

Mit dem Team aus der kleinen Gemeinde im Landkreis Rosenheim treffen die Saalestädterinnen nicht nur auf den direkten Tabellennachbarn, sondern auf eine Mannschaft, gegen die sich nach den Worten Möllers "jedes Team extrem schwer tut, weil die Mädels einfach niemals aufgeben". So geschehen im Hinspiel, als sich die Hammelburgerinnen nach einer 2:0-Satzführung in trügerischer Sicherheit wähnten, dann vom Kampfeswillen der Oberbayerinnen überrascht wurden. Diese fighteten sich in den Tie-Break, wo ihnen die Puste ausging, womit sich Hammelburg über zwei Punkte freuen durfte. "Das ist eine coole und eingespielte Truppe", ist Möller voll des Lobes für die Gastgeber, die zwar nicht über Spielerinnen mit Gardemaß verfügen, diesen vermeintlichen Nachteil allerdings mit Eingespieltheit, Mannschaftsgeist und einer großen Portion Dynamik wettmachen.
Gefragt nach dem geeigneten Erfolgsrezept gegen dieses Bollwerk aus Teamspirit, orientiert sich Möller am Extremen: "Spielst du gegen Eiselfing am Limit, hast du berechtigte Chancen auf drei Punkte. Tust du dies nicht, darf man sich auch nicht beschweren." Die Marschroute für seine Mädels ist somit unmissverständlich, doch auf der Grundlage der vergangenen Doppel-Heimspiele, sieht sich der Trainer gut gerüstet. Besondere Vorfreude verspürt der Trainer dabei auf die Spielstätte der Gastgeberinnen: "Ich war zwar letzte Saison nicht dabei, aber man munkelt, dass die Halle in Eiselfing zu den lautesten und am besten gefüllten der Liga gehört. So etwas pusht natürlich immer."
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren