Einmal Finnland und zurück. So lautete die Reiseroute der deutschen Unterwasserrugby-Nationalmannschaft in der vergangenen Woche. Das genaue Reiseziel war die Hauptstadt Helsinki, diesjähriger Austragungsort der Weltmeisterschaft. Noch genauer gesagt war es der "Pirkkola's Sports Park", in dem die Damen-Mannschaft auf Titelverteidigungs-Kurs war, während die Herren ihren ersten WM-Sieg vor Augen hatten.
Mit dabei waren auch zwei ehemalige Bad Brückenauer: Andi Weißenberger, der die Herren-Nationalmannschaft als Stürmer unterstützte sowie Heike Reichhuber (geborene Müller), die als Co-Trainerin der Damen mitgereist war. Beide haben ihre sportliche Karriere in Bad Brückenau begonnen, wo man sich innerhalb der örtlichen Wasserwacht seit vielen Jahren diesem Sport verschrieben hat. Weißenberger und Reichhuber sind Bad Brückenau nach wie vor eng verbunden. "Wenn sich die Gelegenheit bietet, trainiere ich hier noch ab und zu mit", so Weißenberger, der nach zwei EM-Teilnahmen für die Nationalmannschaft in diesem Jahr zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei war. In einem harten Auswahlverfahren, das sich über mehrere Wochenend-Lehrgänge hinzieht, musste er sich im Vorfeld qualifizieren. "Am Ende dieser Sichtungen bleiben je 15 Kandidatinnen und Kandidaten für den Nationalkader übrig", so Reichhuber.
Die offizielle Eröffnungsfeier des Turniers ist immer ein besonderes Erlebnis. "Das ist schon ein schönes Gefühl, als Repräsentant für Deutschland einlaufen zu dürfen und vorgestellt zu werden", berichtet Weißenberger.
Nachdem die beiden deutschen Mannschaften die Vorrunde erfolgreich gemeistert hatten, trafen im Halbfinale sowohl bei den Damen als auch bei den Herren vier große Unterwasserrugby-Nationen aufeinander: Norwegen, Finnland, Schweden und Deutschland. Während sich die deutschen Herren mit einem 1:0 gegen Schweden den Finaleinzug sicherten, gab es bei den Damen, die eigentlich ihren WM-Titel verteidigen wollten, lange Gesichter: Durch ein unglückliches Gegentor in den letzten Sekunden der Verlängerung gaben sie die dominierte Partie aus der Hand. "Es war kein schlechtes Spiel, aber das entscheidende Quäntchen Glück hat am Ende leider gefehlt", so Reichhuber. Ein Trost für alle war der anschließende Sieg der Damen im kleinen Finale, so dass man immerhin die Bronzemedaille mit nach Hause nehmen konnte.
Die Herren trafen im Finale auf Norwegen. Auch hier ging es knapp zu, durch einen kleinen Fehler gegen Ende der zweiten Halbzeit kassierten die Deutschen das entscheidende Gegentor, so dass die Titelträume platzten. "Wir sind trotzdem sehr stolz, dass wir so weit gekommen sind," so Weißenberger. Da die deutsche Herrenmannschaft noch nie einen Weltmeistertitel erringen konnte und vor über 20 Jahren zum letzten Mal im Finale stand, ist man mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. "Schon der Finaleinzug war für mich ein gigantisches Ergebnis und viel mehr als ich erwartet hatte", so das Fazit von Weißenberger.

Unterwasserrugby ist ein Mannschaftssport, bei dem in der Regel sechs Spieler pro Team gegeneinander antreten. Ziel des Spiels ist es, einen mit Salzwasser gefüllten Ball im Korb der gegnerischen Mannschaft zu platzieren. Diese Körbe sind am Boden des Schwimmbeckens befestigt. Die Spieler sind jeweils mit Flossen, Brille, Schnorchel und einer Schutzkappe ausgestattet. Gespielt werden üblicherweise zwei Mal fünfzehn Minuten, wobei Damen und Herren im professionellen Spielbetrieb getrennt spielen. Zu Trainingszwecken sind gemischte Mannschaften aber ebenfalls üblich.
Der Sport ist als gesundes Ausdauer- und Geschicklichkeitstraining für alle Altersgruppen geeignet. Trainingsmöglichkeiten bietet beispielsweise die Bad Brückenauer Wasserwacht. Interessenten erhalten bei Stefan Scheller unter der Telefonnummer 09749-626 weitere Informationen.