Bad Kissingen
Portrait

Sandro Kirchners erste Schritte im Plenarsaal

Der Bad Kissinger Wahlkreis-Abgeordnete Sandro Kirchner (CSU) ist einer von 68 Neuen im Landtag. Sein Apartment hat er schon bezogen, die Sitze in seinen Wunsch-Ausschüssen ergattert und erste Kontakte geknüpft. Für den Gemeinderat kandidiert er nicht mehr.
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Foto: Ralf Ruppert
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Die Sachpolitik hat im Landtag noch nicht begonnen: "Bis jetzt ging es vor allem um Personalfragen, in dieser Woche wurden die Ausschüsse gebildet, so dass es nach Allerheiligen richtig losgehen kann", fasst Sandro Kirchner seine ersten drei Wochen im Bayerischen Landtag zusammen. Der 38-jährige CSU-Kandidat war am 15. September gewählt worden. "Gleich danach haben wir uns in der Fraktion zusammengesetzt", sagt der Premicher über die ersten Termine in München.

Kontakt zum Vorgänger

"Insgesamt sind 68 Abgeordnete neu im Landtag, bei der CSU sind es 36", berichtet Kirchner. Für die neuen habe es spezielle Treffen gegeben, zudem hat Kirchner Hilfestellung von seinem Vorgänger: "Zum Glück habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu Robert Kiesel", sagt der 38-Jährige. Trotzdem: "Im Prinzip bin ich dann doch auf mich allein gestellt."

Das Erbe seines Vorgängers tritt Kirchner auch bei der Unterkunft an: "Ich konnte sein Apartment übernehmen, von hier aus habe ich nur zwei Minuten Fußweg in den Landtag." Dass er eines der wenigen Apartments bekam, hatte aber auch mit der Lage seines Stimmkreises ganz im Norden des Freistaates zu tun: "Ich bin, glaube ich, derjenige, der am weitesten fahren muss", vermutet der Premicher. Drei Stunden und drei Minuten sei der Zug von Münnerstadt aus unterwegs. "Der letzte Zug am Abend, mit dem ich gut bis Münnerstadt durchkomme, fährt schon um 19.19 Uhr."

Für den Büroteil des Apartments muss Kirchner nichts zahlen, für den Schlafraum dagegen ist eine Miete fällig. Am Klingelschild stehen Namen wie Hubert Aiwanger, wenn Kirchner sein Fenster zum Innenhof aufmacht, hört er die Mädchen und Jungen einer Kinderkrippe. Internet-Anschluss hat er noch keinen, besonders komfortabel sei es auch nicht: "Das Apartment hat eher was von Studentenflair", fühlt sich Kirchner ans Studium zurückerinnert.

Über Steigenberger informiert

"Ich gehe das mit Respekt an, aber es gibt nichts, was mich aus der Ruhe bringen würde", fasst Kirchner seine Gemütslage zusammen. Gut vorbereitet fühlt er sich durch seine Arbeit bei der Bad Neustädter Firma "Preh": Reisen, Organisieren und selbstständiges Arbeiten habe er dort gelernt. Seine Projekte bei Preh hat der Elektrotechnik-Ingenieur pünktlich zum Tag vor der konstituierenden Sitzung des Landtags, also zum 6. Oktober, abgearbeitet. "Das war gut vorbereitet, aber ich beantworte natürlich auch jetzt noch Nachfragen von Kollegen."

"Ich habe schon etliche Kontakte geknüpft", berichtet der MdL vom Alltag in München. "Man muss da penetrant sein, aber ich fühle mich auch sehr ernst genommen", kommentiert er die Behandlung in den Ministerien. Einer seiner ersten Besuche führte ihn ins Finanzministerium. Thema Steigenberger: "Ich habe die verantwortlichen Leute kennen gelernt und mir erklären lassen, dass Feuring keine Exklusivität mehr hat."

Sitz im Wirtschaftsausschuss

Wichtigstes Thema in dieser Woche war die Besetzung der Ausschüsse: Kirchner ist Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Medien, Infrastruktur, Bau, Verkehr, Energie und Technologie sowie im Ausschuss für Gesundheit und Pflege. Vor allem der Wirtschaftsausschuss sei "heiß begehrt": "Neue Landtagsmitglieder haben kaum eine Chance, dort hineinzukommen." Kirchner hofft, in beiden Ausschüssen etwas für die Region bewegen zu können.

Seine vier ersten Plenarsitzungen seien eher kurz gewesen: "Nachdem die Koalitionsgespräche in Berlin sehr intensiv sind, war das gut durchgetaktet." Langfristig geht Kirchner davon aus, dass er drei Tage in der Woche in München verbringt, aber: "Ich bin abhängig von den Terminen, da ist vieles noch unvorhersehbar." Klar sei aber, dass er im April als Gemeinderat ausscheide, weil er zu den Sitzungen am Dienstag fast nie da sein kann. Für den Kreistag dagegen möchte Kirchner erneut kandidieren.

Noch nicht entschieden hat Kirchner, wo er ein Stimmkreisbüro einrichtet. "Da werde ich mich noch mit meinem Kollegen Steffen Vogel zusammensetzen, mit dem ich mir den Landkreis Rhön-Grabfeld ja teile." Etliches werde er zunächst von Premich aus erledigen, und: "Mit Sicherheit werde ich vieles multimedial abwickeln."

Privates Sandro Kirchner ist 38 Jahre alt und Elektrotechnik-Ingenieur. Er wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Premich, begeistert sich in seiner Freizeit für den Forst und wandert gerne. Ehrenamtlich engagiert er sich beim Roten Kreuz und ist Vorsitzender des DJK-SV Premich.

Politik Seit 2002 sitzt Sandro Kirchner für die CSU im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde Burkardroth und im Kreistag des Landkreises Bad Kissingen. Zu Beginn seiner zweiten Amtsperiode wurde er 2008 zum stellvertretenden Bürgermeister des Marktes Burkardroth gewählt.
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