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Diamantene Hochzeit

Rückkehr nach 60 Ehe-Jahren

Erika (84) und Peter Borck (86) erneuerten in der Erlöserkirche ihr Ehe-Versprechen. In der Schweiz lernten sie sich kennen, danach ging es ins Rheinland.
Das diamantene Hochzeitspaar Erika und Peter Borck vor ihrem ersten selbst finanzierten VW Käfer aus dem Jahr 1959. Foto: Sigismund von Dobschütz
 
von SIGISMUND VON DOBSCHÜTZ
Nach 60 Jahren kehrten die Eheleute Erika (84) und Peter Borck (86), die seit über fünf Jahrzehnten in Düren (Rheinland) leben, am Samstag in die Bad Kissinger Erlöserkirche zurück, um mit Angehörigen und Freunden aus fünf Bundesländern ihre Diamantene Hochzeit zu feiern. Dort hatte die damals 24-jährige Kissingerin Erika Pabst im Jahr 1957 ihren aus Schlesien stammenden, zwei Jahre älteren Gärtnerkollegen Peter Borck geheiratet.


Kennenlernen in Luzern

Kennengelernt hatten sich die beiden in einem Gärtnereibetrieb nahe Luzern (Schweiz), in dem die junge Kissingerin seit Ende 1952 arbeitete. Nach ihrer Lehre in der Kurgärtnerei hatte sie sich nach einer guten Arbeitsstelle umgesehen. "In der Schweiz wollte man mir am meisten bezahlen." Im Sommer lernte sie dort Peter Borck als neuen Kollegen kennen. Man kam sich schnell näher. "Wir arbeiteten nicht nur gemeinsam, sondern wir waren auch in der Freizeit zusammen." Damals gehörte freie Kost und Logis zur vertraglichen Abmachung mit dem Arbeitgeber. Peter Borck fand bald Gefallen an dem "patenten Mädchen". "Es hat einfach gestimmt", erinnert sich seine Frau.
Zum Weihnachtsfest 1953 kehrte Erika heim zu ihren Eltern Georg und Caroline Pabst, die am Marktplatz 13 gleich neben dem alten Rathaus nicht nur wohnten, sondern auch ihr Lebensmittel- und Kolonialwarengeschäft führten. Der dort geröstete Kaffee wurde als Kur-Kaffee an mehrere Kurhäuser geliefert. Ihre Schwester machte den Vorschlag, doch den jungen Schlesier zu Silvester einzuladen. "So stand ich im Winter 1953 zum ersten Mal auf Skiern an der Kissinger Hütte", erinnert sich Peter Borck.
Sportbegeistert waren sie beide, obwohl "Erika viel besser skifahren konnte als ich." Auch später blieben beide sportlich aktiv. Erika Borck war sogar noch bis zum 83. Lebensjahr in Düren Übungsleiterin einer Sportgruppe für tänzerische Gymnastik. Heute arbeiten beide lieber in ihrem großen Garten, Peter Borck in seinem Obst- und Gemüsegarten, Ehefrau Erika lieber im Ziergarten. "Jeder Garten hat etwa tausend Quadratmeter Fläche." Da gibt es immer etwas bei Wind und Wetter an frischer Luft zu tun, was beide Senioren fit hält


Ausreise wegen Schwangerschaft

Zur Hochzeit 1957 schenkten Erikas Eltern dem jungen Paar einen gebrauchten VW Käfer. Doch regelmäßig schickte das junge Paar seine Ersparnisse aus der Schweiz nach Bad Kissingen, bis 1959 endlich 5000 DM zusammen waren und sie stolze Eigentümer eines nagelneuen VW Käfers mit dem Kennzeichen KG-E 342 wurden. Um für ihren in die Schweiz eingeführten Neuwagen keinen Zoll bezahlen zu müssen, versteckten sie das geparkte Auto immer unter einer Plane.
Doch schon im folgenden Jahr musste das Paar ohnehin aus der Schweiz wieder zurück nach Deutschland. Erika Borck war mit Sohn Florian schwanger. "Ich hatte eine Aufenthaltserlaubnis für meine Person, aber für unseren Sohn hätte ich keine bekommen."
Zurück in Deutschland fanden beide in Düren eine passende Anstellung. 1973 machte sich das Paar mit einem Planungsbüro für Landespflege selbstständig. Beide hatten in früheren Jahren gemeinsam an der Hochschule Weihenstephan das Fach studiert. Vor etwa zehn Jahren gaben sie ihre Berufstätigkeit auf. Seitdem ist das Paar häufig mit dem Wohnmobil unterwegs. Auch nach Bad Kissingen kommen sie jedes Jahr, gehen in die Therme, wandern in der Rhön und schauen auf dem Parkfriedhof nach dem Grab ihrer Eltern.
Sogar zur Feier ihrer Diamantenen Hochzeit reisten beide im Wohnmobil an. Doch ein anderes Auto war an diesem Festtag wichtiger: In ihrem alten VW Käfer von 1959 wurde das Paar vom heutigen Eigentümer Michael Kuhlmann, einem Oldtimer-Sammler aus Witten, am Samstag zur Erlöserkirche und nach dem Gottesdienst durch die Stadt gefahren. Schon vor 55 Jahren hatten Borcks den Wagen im Januar 1962 verkauft. "Es ist doch ein ganz anderes Fahrgefühl." Aber über die gelungene Überraschung freuten sich Erika und Peter Borck am 60. Jahrestag ihrer Eheschließung doch: "Alte Liebe rostet nicht", sind sie sich einig.
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