Bad Kissingen
Jeder gegen Jeden

Was sagt Ihr Gewissen dazu?

Vor der Bundestagswahl haben wir die Kandidaten im Wahlkreis zum Schlagabtausch geladen. Heute: Manuela Rottmann (Grüne) und Sabine Dittmar (SPD).
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Die Regeln unserer Serie "Jeder gegen Jeden" zur Bundestagswahl sind denkbar einfach: Jeder Kandidat darf jedem anderen Kandidaten eine Frage stellen. Nach der Antwort des Befragten hat der Fragesteller noch die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Zum Auftakt will die Grünen-Kandidatin Manuela Rottmann von der SPD-Abgeordneten Sabine Dittmar wissen, wie es um die Zukunft der ärztlichen Versorgung, besonders der Krankenhäuser, steht.

Manuela Rottmann: Die Krankenhäuser in der Region müssen ihr Angebot immer weiter reduzieren, etwa in der Geburtshilfe, aber auch in der notärztlichen Versorgung. Was tut die SPD dagegen?
Sabine Dittmar: Für die SPD hat eine gut erreichbare ambulante und stationäre Versorgung hohe Bedeutung. Wir haben deshalb für vieles, was in bundespolitischer Kompetenz ist, neue gesetzliche Rahmen vorgegeben. So wurde die Refinanzierung von Behandlungs- und Betriebskosten für Krankenhäuser deutlich verbessert. Möglich ist nun die Zahlung von Sicherstellungszuschlägen für Häuser, die für die Versorgung notwendig sind.
Für die Krankenhausplanung und damit auch für die Sicherstellung der Geburtshilfe ist der Freistaat Bayern verantwortlich. Hier vermisse ich die klare Ansage, an welchem Standort welches Leistungsspektrum mit welcher Bettenzahl nötig ist. Verbesserungsinitiativen der SPD-Landtagsfraktion wurden von der CSU-Mehrheit stets abgebügelt.
Die notärztliche Versorgung gehört aber nicht zum Versorgungsauftrag der Krankenhäuser. Hierfür ist die kassenärztliche Vereinigung Bayerns zuständig. Ich nehme daher an, die Frage zielt auf Notfallambulanzen: Hier haben wir jedoch keinen Rückzug aus der Versorgung. Im Gegenteil, es gibt eine massive Inanspruchnahme durch Patienten, die zum Teil mit sogenannten Bagatellerkrankungen die Notaufnahmen überfüllen, obwohl sie in die Behandlungszuständigkeit des Bereitschaftsdienstes fallen. Im Versorgungsstärkungsgesetz haben wir daher geregelt, dass Bereitschaftspraxen bevorzugt als Portalpraxen an Krankenhäuser anzudocken sind. Die Versorgung zu sprechstundenfreien Zeiten zeigt die hohe Komplexität der verschiedenen Versorgungsebenen. Notwendig ist aus meiner Sicht unter anderem eine einheitliche Rufnummer, die qualifiziert besetzt ist und dem Patienten die nötige Versorgung über Hausbesuche, Rettungswagen vermittelt. Eine funktionierende Notfallversorgung muss Vorbild für eine sektorenübergreifende Versorgung werden und steht ganz oben auf meiner Arbeitsagenda.

Manuela Rottmann: Die Krankenhäuser schränken die Öffnungszeiten ihrer Notfallambulanzen ein. Krankenhausärzte nehmen immer weniger am ärztlichen Rettungsdienst teil. Und wenn Patienten die Krankenhausambulanzen aufsuchen, dann auch deshalb, weil etwa der Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Kinderärzte mittlerweile für alle drei Landkreise in Schweinfurt konzentriert ist. Eine weitere Hotline ändert daran aber nichts.

Hinweis der Redaktion: Argumente und Thesen stammen von den Kandidaten und sind redaktionell nicht gegenrecherchiert und auch nicht irgendwie bearbeitet.
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